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Ein Schnapserl in Ehren ...: Für Vroni Reindl gibt’s beim Rennen von Hubert Mayr erst mal etwas Hochprozentiges.

Tollkühne Ski-Akrobaten

Bravouröse Barmsee-Bruchpiloten

Krün - Selbst Schneemangel und Regen können die Krüner Junggesellen nicht aufhalten: Zum zehnten Mal zauberten sie am Barmsee eine perfekte Piste für ihr kultiges Nostalski-Rennen. 

Häuptling Sprudelnder Wasserfall und Kapitän Fransiges Mundwerk – unter diesem Pseudonym sorgen Max Achatz und Benedikt Schober als Kommentatoren für 200 Minuten beste Unterhaltung. „Ich bin begeistert von diesem genialen Ansagerduo“, schwärmt Hermann Giefer. „Die zwei sind eine echte Attraktion.“ Wahrlich Lob aus berufenem Munde. Schließlich kennt sich der bekannte Schauspieler aus Mittenwald mit Pointen, Pausen und dem richtigen Timing bestens aus.

Mit ihrem hintersinnigen Humor, gepaart mit Insiderwissen und Schlagfertigkeit, haben am Samstag Achatz und Schober die zahlreichen tollkühnen Bruchpiloten des 10. Nostalski-Rennens am Barmsee-Lift bei tristem „Winter“-Wetter extrem witzig vom Start bis ins Ziel begleitet. Beispiel gefällig?

Spektakuläre Bilder vom kultigen Nostalski-Rennen

Als Sebastian Baumann im modischen Ski-Pionier-Gewand an den Start geht, meint Achatz, dass jetzt Krüns Antwort auf Felix Neureuther komme. „Der Wastl hat Sonnencreme auf die Ski und Wachs ins Gesicht g’schmiert, seine Fahrt dauert länger.“ Als ein weiterer Akrobat, Sebastian Heinrich, mit seinen nostalgischen Brettln stürzt und sein modisches Kapperl verliert, frozzelt Häuptling Sprudelnder Wasserfall: „Du wolltest damit bloß Deine windschnittige Frisur verbergen. Hoffentlich findet der nächste Läufer Deine Haare auf der Piste.“ Auch Hubert Holzer bekommt von Schober sein Fett weg, als dieser ihm mit auf den Weg gibt: „Auch kurze Arme können was bewegen.“

Solche Kommentare kamen an beim Publikum. Das Junggesellen-Organisationsteam um Dominik Kriner und Johann Buchwieser sowie den Zeitnehmern Thomas Mayr und Hannes Andre zählten trotz miesen Wetters rund 450 Zuschauer. Die meisten von ihnen harrten selbst dann noch aus, als Regen aufkam.

Fleiß und Mühsal im Vorfeld haben sich also gelohnt. „Wir haben mit 25 Mitgliedern eine Woche lang aufgebaut“, erzählt Buchwieser. Dass die Piste überhaupt gehalten habe, das schreibt er dem Raupenfahrer Franz Kriner senior zu.

Wer bei diesem Gaudi-Rennen etwas reißen wollte, der musste nicht nur wedeln, sondern auch was vertragen können. Denn an der Mittelstation reichten Hubert Mayr junior und Hans Kriner den Athleten traditionell einen Schnaps. „Wer kein Stamperl trinkt, bekommt fünf Minuten Zeitstrafe“, verdeutlichte Stadionsprecher Achatz den Teilnehmern den Ernst der Lage. Dann kurvte Andreas Leitner nach unten – und lieferte eine echte Stunt-Show. Bei seinem Sturz verlor er beide Skier, fing sie auf und rutschte damit getreu dem Motto „Mit dem Bauch geht’s auch“ über die Schanze.

Jeder war zum Auftakt der Vor-Faschingszeit mit Spaß bei der Sache. Und die Strahlkraft des Nostalski-Rennens, über das das Bayerische Fernsehen schon berichtete, reicht mittlerweile weit über Krün hinaus. So kam der älteste Teilnehmer mit dem 79-jährigen Jochen Jahn aus Ohlstadt. „Ich habe aus der Zeitung von diesem Rennen erfahren und starte mit eigener Ausrüstung, die ich seit 65 Jahren nicht mehr benutzt habe.“ Der rüstige Bergfex sammelt nämlich alte Skier für sein Leben gern. So finden sich in seinem reichhaltigen Fundus Bretter von 1920 bis 1950, darunter auch Original-Olympiaskier von 1936. In der Kategorie „Herren mit Kante“ landete Jahn mit 1.15,02 Minuten immerhin auf dem 20. Platz. Wolfgang Kunz

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