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Aus und vorbei: Skilift-Betreiber Klaus Wurmer packt am Kranzberg zusammen.

Bittere Bilanz im "Skiparadies"

Eine Kranzberg-Saison zum Vergessen

Mittenwald - Kranzberg-Liftbetreiber Klaus Wurmer zieht ein bitteres Fazit zum vergangenen Winter. Er macht deutlich, dass es so eine Saison nicht noch einmal geben darf.

„Die Saison war sehr schlecht.“ Deutlicher könnte es Klaus Wurmer nicht ausdrücken. Er steht auf dem leeren Parkplatz des Luttensee-Lifts und rüstet die acht Schneekanonen verschiedener Baujahre für ihren „Sommerschlaf“ ab. Wie und ob sie überhaupt kommende Saison noch zum Einsatz kommen werden, bleibt offen. Wurmer ist resigniert.

Sein Sohn Beni hat gerade Urlaub und hilft seinem Papa beim Abbau der Anlagen. Er absolviert momentan eine Ausbildung zum Seilbahntechniker und wird diese in Kürze abgeschlossen haben. Nach der Arbeit sitzen sie in ihrem Kassenhäuschen, wo seit einer Woche nun auch offiziell Ruhe eingekehrt ist. Wurmer trinkt Kaffee und raucht dazu eine Zigarette. „Ein komplettes Fazit können wir noch nicht ziehen, der Monat März ist noch nicht abgeschlossen.“ Doch dass diese Saison seine bisher schwierigste war und er und sein Team kämpfen mussten ohne Ende, steht außer Frage.

Es war Ende November, als der Winter am Mittenwalder Kranzberg vielversprechend begann. „Bei unserem Zwergerl-Rennen war es so kalt, dass mir fast das Mikrofon in die Hand fror“, erinnert sich der Skilift-Betreiber. Schon zeitig begannen Wurmer und Co. mit der Beschneiung. Im Drei-Schicht-Betrieb sollte der Jahreswechsel schneereich vonstatten gehen. Doch immer wieder machte ihm das Wetter zu schaffen. Oft schüttete es aus Kübeln.

Zwar hatte Wurmer zahlreiche Rennen in das Luttensee-Gebiet gebracht, fast jedes Wochenende war etwas geboten. Doch was ihm dieses Jahr deutlich abging, war die Bundeswehr mit ihren Skiausbildungen. „Da waren heuer fast keine da“, bestätigt der Liftbetreiber. Nach Eigenrecherchen sind diese aber auch nicht in ein benachbartes Skigebiet ausgewichen, weshalb er ein dickes Fragezeichen dahinter setzt. Auch sonst fehlte es an Gästen an allen Ecken und Enden.

Nun will sich Wurmer in den nächsten Wochen mit der Gemeindeführung an einen runden Tisch setzen. Eine Lösung muss her: „Ich muss wissen, wohin die Reise geht.“ Denn er weiß, dass die Kraft der Liftbetreiber-Familie „langsam ausgeht“ – zumindest in finanzieller Hinsicht. Denn motiviert seien die Wurmers nach wie vor. „Doch wir brauchen nun zwei gute Winter, um den heurigen wieder auszugleichen.“ Doch die klimatischen Vorzeichen dafür stehen aktuell nicht sonderlich gut.

Deshalb müsste Wurmer für die nächste Saison Konsequenzen ziehen, sollten die Gespräche zu „keinen zielführenden Ergebnissen“ führen. „Dann könnte es passieren, dass das Skigebiet reduziert werden muss.“ Beispielsweise würden dann nur mehr die unteren Lifte betrieben werden, um zumindest den Familien noch das Skifahren zu ermöglichen. Denn ganz aufgeben will er das Skigebiet nicht, dafür liegt ihm persönlich zu viel am „Skiparadies“. „Wenn ich beispielsweise einen dreijährigen Mittenwalder Nachwuchsläufer nach einem Skirennen auf das Podest heben darf, wo er sich kaum halten kann, aber voll Freude dabei ist“ – dann geht Wurmer einfach das Herz auf.

Doch wie sieht es bei den anderen Mitnutzern des Kranzbergs aus? Für Christian Witting vom Gasthof Wildensee haben sich zwar die Weihnachtsferien aufgrund des schönen Wetters gelohnt. „Da hatten wir viele Wanderer hier oben.“ Insgesamt aber zieht er für die gesamte Saison ein negatives Fazit. „Gut war’s heuer nicht“, weiß der Wildensee-Wirt.

Die Sorgenfalten bei Josef Brummer von der Gaststätte Sankt Anton waren hingegen nicht so tief wie bei seinen Kollegen. „Das schöne Wetter über die Weihnachtsferien hinweg hat uns sehr gut getan“, bilanziert er. Brummer und seine Belegschaft profitierten vor allem von den Wanderern, die größtenteils über den Kranzberg-Sessellift nach oben fahren. Danach hatte Brummer zwar weniger Kundschaft, dafür aber auch „weniger Ausgaben“, die ein starker Winter sonst mit sich gebracht hätte. Josef Hornsteiner

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