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Bald Unterkunft für Asylbewerber? Der Freistaat Bayern meldet zumindest Bedarf an.

Verwaistes Verwaltungsgebäude als stille Reserve

Weiteres Flüchtlingsheim in Mittenwald?

Mittenwald - Der verwaiste Haupttrakt der ehemaligen Standortverwaltung Mittenwald könnte bald neue Bewohner haben. Das bayerische Sozialministerium meldet Bedarf an – für Asylbewerbern.

Das weitläufige Gelände der ehemaligen Mittenwalder Standortverwaltung (StOV) an der Tiefkarstraße – manche vermuten dort einen sagenumwobenen Nazi-Schatz, andere sehen darin eine wirtschaftliche Entwicklungsmöglichkeit par excellence. Doch es könnte auch neue Heimat für Menschen sein, die vor Krieg, Not und Elend geflüchtet sind.

Wie Rathauschef Adolf Hornsteiner (CSU) bei der Bürgerversammlung in der vollbesetzten TSV-Halle seinen erstaunten Zuhörern bestätigte, soll der seit längerem verwaiste Verwaltungstrakt der Bundeswehr-Zivilbehörde, die schon geraume Zeit dem Dienstleistungszentrum in Landsberg am Lech angegliedert ist, möglicherweise als weitere Aufnahme-Einrichtung für Flüchtlinge dienen.

Das bestätigt auch die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) in Bonn, die seit kurzem das 4,6 Hektar umfassende Gelände von der Bundeswehr übernommen hat. „Für das Gebäude 1 (Verwaltungsgebäude) mit entsprechendem Umgriff hat das bayerische Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration Bedarf zur Asylbewerber-Unterbringung angemeldet“, teilt BImA-Sprecher Guido Déus mit. „Angaben zum konkreten Flächenbedarf sowie eine Zeitangabe wurden der BImA seitens des Staatsministeriums noch nicht mitgeteilt.“

Vieles hängt natürlich vom weiteren Zustrom der Migranten ab, der seit der Schließung der Balkanroute natürlich deutlich abgeebbt ist. Daher ist es aktuell schwer möglich, eine Prognose zu geben, wann und ob es überhaupt Bedarf für die stille Reserve an der Tiefkarstraße gibt.

Momentan leben in den beiden anderen Asyl-Unterkünften am Weidenweg (80) und beim Gerber (20) rund 100 Neubürger aus sämtlichen Krisenregionen dieser Welt.

Immerhin: Bei etwa 90 Prozent der StOV-Fläche hat die Gemeinde Erstzugriffsrecht. „Ein wesentlicher Zukunftsbaustein“, findet der Bürgermeister. Dort besteht laut Hornsteiner „die einmalige Chance, Baurecht zuschaffen“ – und zwar vornehmlich für „nicht störendes Gewerbe“ und sozialen Wohnungsbau, der nicht zuletzt wegen der Migrantenflut bald aktueller denn je werden könnte.

Dass das brachliegende Filetgrundstück, das noch dem Bund gehört, gerade aus wirtschaftspolitischen Gesichtspunkten immens wichtig für Mittenwald ist, sieht auch Gemeinderat Josef Schandl (Freie Wähler) so. Bei der Aussprache über den Landesentwicklungsplan (LEP, fachübergreifendes Zukunftskonzept der Staatsregierung für die räumliche Ordnung und Entwicklung Bayerns) stellte er fest: Das CSU-Kabinett habe richtigerweise erkannt, dass eine entsprechende Neustrukturierung der Kommunen wichtig ist. „Und die Schwesterpartei tut in die Standortverwaltung Asyl-Unterkünfte rein.“ Was durchaus nach Kritik am Merkel-Kurs klang. Aber der „Freiberger-Sepp“ irrt. Denn der Antrag auf Umnutzung des StOV-Gebäudes als mögliches Flüchtlingsheim stammt – wie eingangs erwähnt – von der bayerischen CSU-Staatsregierung.

Christof Schnürer

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