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Da kommt Freude auf: (v. l.): Mittenwalds Bürgermeister Adolf Hornsteiner, Star-Geiger Sven Stucke, Alpenwelt Karwendel- Geschäftsführerin Sabrina Blandau und Michael Rapp, stellvertretender Landrat.

Von New York ins Isartal

Star-Geiger plant Musik-Festival

Mittenwald - Die Pläne für ein „Karwendel Music Festival“, das in der Alpenwelt Karwendel etabliert werden soll, hat Star-Geiger Sven Stucke präsentiert. Das mehrwöchige Musikprogramm könnte den Geigenbau in der Region international noch berühmter werden lassen.

Sven Stucke (28) ist ein junger Mann, aber dennoch bereits eine Berühmtheit. Der Magdeburger war vier Jahre alt, als er zum ersten Mal mit seinen Eltern nach Mittenwald kam, um dort Urlaub zu machen. Hier kam er auch das erste Mal mit dem Instrument in Berührung, das ihm Jahre später zu einem Welterfolg verhelfen sollte – der Geige. Im Alter von elf Jahren gab er mit dem Kammerorchester des Telemann Konservatoriums Magdeburg sein Solo-Konzertdebüt. Er erhielt Unterricht in den Meisterklassen renommierter Lehrer und sammelt zahllose internationale Preise sowie Auszeichnungen und erhielt viele namhafte Stipendien. Seither konzertiert er regelmäßig als Solist in Europa, Nordamerika und Asien. Zudem trat er weltweit auf verschiedensten Festivals auf wie dem Gezeitenfestival, Rushmore Music Festival, dem Internationalen Musiksommer in Kiew oder der Chamber Music Society New York.

Dort lernte er die Arbeit eines Artist Direktors kennen und sammelte viele Erfahrungen. Genau mit diesem Wissen im Gepäck stattete er kürzlich Bürgermeister Adolf Hornsteiner in seinem Büro einen Besuch ab. Dieser war begeistert von Stuckes Konzept und sah darin gleich ein gutes Omen: „Heuer ist es genau 333 Jahre her, dass Matthias Klotz die hohe Kunst des Geigenbaus nach Mittenwald brachte“, erinnert sich der Rathaus-Chef. Das Karwendel Music-Festival wäre „ein weiterer Mosaikstein für den Musiksommer“ in der Alpenwelt Karwendel.

Stucke will mit dem Festival neben hochkarätigen Konzerten und Meisterkursen auch neue Innovation in die Region bringen. „Die klassische Musikwelt braucht mehr Künstler mit individuellen Visionen und Stimmen“, sagt er. „Das wollen wir vor allem bei jungen Künstlern fördern.“ Diese würden oftmals nach ihrem Studium vor einer großen Herausforderung stehen, wenn es um die Berufswahl geht. Genau hier will Stucke mit seinem Festival ein Netzwerk schaffen. „Wir möchten keine Einheitsmusiker fördern, sondern die individuelle Kreativität eines jeden vertiefen“, erläutert er. Besonders talentierte Musiker sollen nach dem Festival nach New York eingeladen werden, um dort aufzutreten. Das wäre auch für den hiesigen Geigenbau sehr interessant, wie er meint. Es wäre eine „hervorragende Werbung“, wenn die Geige eines Mittenwalders in der berühmten Carnegie Hall gespielt wird.

Das Festival wird vom 8. bis 21. August in Mittenwald, Krün und Wallgau stattfinden. Dank der guten Kontakte Stuckes kommen mit Viktor Tretjakov und Patinka Kopec „zwei der bedeutendsten Musiker des 20. und 21. Jahrhunderts“ ins Isartal, um dort Meisterkurse zu geben. Des Weiteren werden Benjamin Ramirez, Ute Hasenauer, Natalia Likhopoi, Liyuan Liu oder Peter Hörr unterrichten und auftreten. Die Resonanz ist schon jetzt enorm. Neben 16 angemeldeten Teilnehmern wird auch ein Orchester aus China mit etwa 50 Musikern anreisen. Mögliche Konzertorte wären für Stucke die St. Peter und Paul Kirche in Mittenwald, das Krüner Kurhaus sowie das Haus des Gastes in Wallgau.

Josef Hornsteiner

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