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Hartgesottene Rocker in Weihnachtsstimmung: (v. l.) David Kaminski (30, Gesang und Gitarre), Chris Grassl (24, Gitarre), Marcel Kanizaj (17, Bass) und Maxi Baumann (20, Schlagzeug).

Das Gegenstück zum volksmusik-geprägten Isartal

Stoner-Rock auf mittenwalderisch

Mittenwald - Hart, härter, Stoabüüz: Die Mittenwalder Heavy-Metal-Band singt lockere Lieder in Mundart. Ihr größter Hit handelt aber von einem ernsten Thema - von Tierquälerei 

Vier junge Kerle sitzen am Wohnzimmer-Tisch. Auf einer Sternchen-Tischdecke liegen Weihnachtsplätzchen, es gibt Tee aus Nikolaus-Tassen. Ganz schön kuscheliges Ambiente. Eigentlich sind David Kaminski (30), Chris Grassl (24), Marcel Kanizaj (17) und Maxi Baumann (20) Härteres gewohnt. Zumindest musikalisch. Denn sie gehören zu einer der exotischsten Kombos im Isartal. Unter dem Namen „Stoabüüz“ rocken die vier unter der Leitung von Frontmann David Kaminski seit 2012 die Bühnen der Region – mit sogenanntem Stoner-Rock.

Noch ist „Stoabüüz“ ein eher unbeschriebenes Blatt. Alles begann vor drei Jahren in dem Mittenwalder Lokal Wolpi. Aus einer Bierlaune heraus wurde beschlossen – damals noch dabei Max Biebl und Berni Rauch – eine Band zu gründen, die recht untypisch für das volkstümlich geprägte Mittenwald ist.

Kaminski war damals schon ein alter Hase im Geschäft. Seine erste Jugend-Gruppe „Loamsiada“ war der heutigen Band Stoabüüz recht ähnlich. „Nur nicht so professionell“, sagt er. Dann zog es ihn in die dunkleren Ecken des Rocks: der „Death-Metal“ hatte es ihm angetan. So gehörte er von 2007 bis zur Stoabüüz-Gründung der Gruppe „Sybian“ an. Mit Sprüchen wie „wir singen deutsch, versteht aber eh kein Mensch“ machten sie sich sehr schnell sympathisch unter Metal-Anhängern.

Am Verständnis hat sich bis heute nicht viel geändert. Allerdings liegt das nicht mehr an dem tiefen Gegröle, sondern vielmehr an der bairischen Mundart des Sängers. Denn die Lieder werden allesamt im Isartaler Dialekt gesungen. „Die Leute mögen diesen Klang“, sagt Kaminski. Die englisch-sprachigen Fans auf ihrer Youtube und Facebook-Seite feiern ihre Musik. „Sie verstehen zwar den Text nicht, aber ihnen gefällt das Mittenwalderische.“ Es sei die perfekte Mischung aus sanften Tonlagen und hart rollendem „r“.

Ob die Texte nun verstanden werden oder nicht, ist deshalb Nebensache. Als tiefgründig würde die Band sich sowieso nicht bezeichnen. „Wir haben einen ernsten Sound mit lockeren Inhalten“, erzählt Gitarrist Chris Grassl. Meistens beschränken sich ihre Texte dabei auf wenige Sätze oder Wörter. „Wir hören etwas wie „scheiß da nix, dann feit da nix“ und denken uns: Ok, das könnten wir in unser Repertoire aufnehmen.“ Und das kommt an: Ihr erstes Lied „a Hoibe geat nou“ gefiel einem Berliner so gut, dass er die Kombo auf einem Fest ansprach, ob sie nicht in zwei Jahren auf seinem Geburtstag spielen könnten.

Ihr bisher erfolgreichstes Werk „Luitascher Gams“ hat schon fast 2000 Aufrufe auf der Videoplattform. Thematisiert wurde der Jagdskandal von 2013, als ein Video mit einem russischen Jäger auftauchte, der eine noch lebende Gams über ein Steinfeld schliff. Die Musikvideos von Stoabüüz sollen eben doch ein wenig zum Nachdenken anregen.

Josef Hornsteiner

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