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Startklar für die 24-Stunden von Bayern - das Organisationskomitee (v.l.): Bap Koller (Bayern Tourismus GmbH), Sabrina Blandau (Geschäftsführerin Alpenwelt Karwendel) und Jürgen Wiesneth (Projektleiter Veranstaltung / Marketing).

68 Kilometer so weit die Füße tragen

Endspurt bei den 24 Stunden von Bayern

Oberes Isartal - Der Rucksack ist gepackt – in weniger als zehn Tagen steht mit den „24 Stunden von Bayern“ der größte Veranstaltung der Alpenwelt Karwendel 2016 bevor. 

Ein Tag hat 24 Stunden. Acht Stunden davon wird gearbeitet, fünf Stunden genießt man die Freizeit und gegen 23 Uhr wird meist ins Bett gegangen – schließlich wiederholt sich am nächsten Morgen dieser Rhythmus, wenn um 6.30 Uhr der Wecker klingelt. Doch was passiert, wenn das durchbrochen wird? Und man um Mitternacht erst mal eine Stärkung in der Wallgauer Maxhütte zu sich nimmt, nachdem man bereits seit über 16 Stunden auf den Beinen ist? Oder kurze Zeit später den Mannen vom Holzhackerverein bei ihrer Arbeit über die Schulter schaut, obwohl man zur gleichen Zeit normalerweise tief und fest schläft? Oder um 3 Uhr die Finzklamm durchquert und zwei Stunden später mit anderen ein Uferfest am Krüner Grubsee feiert?

Dem inneren Rhythmus entgegenwirken und einfach weitergehen, Schritt für Schritt, 68 Kilometer lang und die Müdigkeit in den Knochen überwinden. Dann hat man das eigentliche Ziel der „24 Stunden von Bayern“ erreicht. So weit die Füße tragen. „Es gibt keine Platzierungen nachher“, erklärt Mitorganisator Bap Koller aus München. Sondern es geht um das Erleben mit allen Sinnen zu jeder Uhrzeit, die ein ganzer Tag hergibt. Am Dienstag stimmte Koller die rund 300 Teilnehmer an den 65 Stationen im Krüner Kurhaus mit einer Generalprobe auf das Großereignis am 25./26 Juni ein.

Beginn ist bereits am 24. Juni mit einem Sommerfest an der Mittelschule Mittenwald. Dort werden die rund 444 Teilnehmer ihre Startnummern entgegennehmen und für einen vollen Tag in eine andere Welt eintauchen. Am Samstag gibt Olympiasiegerin Magdalena Neuner um 8 Uhr den Startschuss. An der Leutaschklamm werden die Wanderfreunde aus verschiedenen Nationen von den Karwendelchor-Minis begrüßt. Am Gletscherschliff gibt die Musikschule ein Konzert, ehe in der Geisterklamm die Steinrösler Sänger aus Tirol und die Musikkapelle Leutasch die Olympiaregion Seefeld präsentieren. Auf der Ederkanzel wird zum „grenzfreien Hoagascht“ geladen, ehe der Ausrichter der 24 Stunden von Bayern 2015 aus dem Spessart ein Räuberlager aufschlägt.

So geht es weiter – über den Ferchensee bis zum Schloss Elmau und „Das Kranzbach“. Gegen Abend verläuft die Tour wieder durch Mittenwald, wo die Kolpingsfamilie ab 16.30 Uhr ihre Pilgerschänke am Obermarkt öffnet. Dann führt die Nachtstrecke nach Krün und Wallgau, ehe auf den Buckelwiesen dann ab 4 Uhr der Sonnenaufgang genossen werden darf.

Zu sehen gibt es also massig. Über 99 Aktionen sind an 65 Stationen geplant. Nun muss nur mehr das Wetter passen. „Das ist unsere einzige Sorge“, sagt die Geschäftsführerin der Alpenwelt Karwendel, Sabrina Blandau. Denn das „Date mit 444“ komme nur dann richtig zur Geltung, wenn sich die Bergwelt des Isartals in voller Pracht zeigt. Sollte Petrus nicht mitspielen: „Dann“, so Koller, „haben wir Shuttlebusse im Einsatz“. Zudem werden die Mittenwalder und Krüner Bergwacht mit einem „Besenwagen“ das Schlusslicht bilden.

Josef Hornsteiner

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