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Die neue Reservisten-Kompanie vor dem „Muli-Denkmal in Mittenwald.

Auslandseinsatz in Mali ab 2017

Verstärkung für die Gebirgsjäger

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Mittenwald - Das Gebirgsjägerbataillon 233 aus Mittenwald stellt wieder eine Reservisten-Kompanie auf. Sie soll die Stellung halten, wenn die aktiven Soldaten ins Ausland müssen. 

Die Edelweiß-Kaserne in Mittenwald bekommt Nachwuchs. Aber anders als man denkt. Denn statt junger aktiver Soldaten kehren altgediente zurück ins Nest. Sie sind aus einem ganz besonderen Grund wieder eingeflattert: Denn das Gebirgsjägerbataillon 233 erhält nicht etwa Verstärkung von einzelnen Reservisten, es wurde eine eigene Kompanie ins Leben gerufen.

Zum ersten Appell sind die Männer bereits angetreten. Vor ihrem neuen Chef. Das Gesicht ist manch einem in Mittenwald bereits vertraut: das von Major Torsten Athenstaedt. Er hatte drei Jahre lang die ehemalige sechste und jetzige Ausbildungs- und Unterstützungskompanie geführt, ehe er 2013 aus dem aktiven Dienst ausgeschieden war.

Nicht der einzige, der sich für die Arbeit im Isartal entschieden hat. Nach der Laufbahn in der Fallschirmjägertruppe landeten nun auch der neue Kompaniechef, Oberstabsfeldwebel Hermann-Otto Bohrmann und der Kompanietruppführer, Stabsfeldwebel Theodor Kaes, in der Edelweiß-Kaserne.

Seit Wochen haben sie zu zweit in einer Reservedienstübung die Indienststellung vorbereitet. Heißt konkret: Sie richteten die Büros ein, verfassten Konzepte und verschickten Einladungen. „Es wurden alle angeschrieben, die wir kennen“, bestätigt Presse-Offizier Hauptmann Jonathan Alberts. „Wer Lust hat, kann kommen.“ 30 Reservisten sind es derzeit, Platz sei für 120. Und ihre Aufgaben sind breit gefächert. Sie übernehmen zum Beispiel Urlaubsvertretungen und halten in der Heimat die Stellung, wenn für die aktiven Soldaten der Auslandseinsatz ruft. Außerdem unterstützen sie die Ausbildung. Und die beginnt in wenigen Monaten. Vom 30. Mai bis zum 3. Juni 2016 werden zunächst die Ausbilder auf den neuesten Stand der Gebirgsjägertruppe gebracht, um dann für die Herausforderungen der Soldaten gewappnet zu sein.

Das werden einige sein. Auf die Mittenwalder Einheit kommt in Zukunft viel Arbeit zu. „Wenn wir uns die Aufträge der nächsten Jahre anschauen, wird schnell klar, dass das Bataillon unsere Reservisten braucht“, betont Oberstleutnant Marc-André Walther, Kommandeur des Gebirgsjäger-Bataillons. Damit bezieht er sich nicht nur auf die aktuellen Aufgaben, darunter die Flüchtlingshilfe, sondern auch auf Auslandseinsätze. Neben Krisenregionen wie Afghanistan, dem Kosovo und Irak, in die die Soldaten bisher schon ausrücken mussten, steht ein weiteres Gebiet im Raum. „Wir werden zusätzlich wohl in Mali eingesetzt“, sagt Alberts. Voraussichtlich ab 2017. Der bewaffnete Konflikt im Norden des Landes brodelt seit 2012. Westliche Staaten, insbesondere Frankreich, sind seit 2013 beteiligt.

Deshalb war es fast absehbar, dass sich wieder eine Reservisten-Kompanie – die letzte wurde im Dezember 2007 aufgelöst – bildet. „Das war eine Entscheidung auf ministerieller Ebene“, teilt Alberts mit. Bereits Anfang 2015 stellte Hellmut Königshaus, Wehrbeauftragter des Deutschen Bundestags, in seinem Jahresbericht klar, dass die Bundeswehr an ihre Leistungsgrenze gestoßen ist. Die Investitionen fließen in die Auslandseinsätze, gespart werde in der Heimat. Der Bedarf an den Reservisten ist demnach nicht von der Hand zu weisen. Sie halten den Betrieb aufrecht, wenn die aktiven Soldaten ausfliegen.

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