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Überzeugte Rote: Ortsvorsitzender Detlef Hardt (r.) gratuliert den treuen Parteigenossen (v. l.) Hans Dreßl, Michael Kremer, Alfred Kielgas und Bastian Eiter.

SPD zeichnet Mitglieder aus

Rot bis in die Zehenspitzen

Mittenwald - Vor vielen Jahren haben sie Farbe bekannt: Nun zeichnete der Mittenwalder SPD-Ortsverein vier treue Parteimitglieder aus.

Ihrem treuen Genossen Hans haben die Mittenwalder Parteifreunde einmal sogar die Ehrenurkunde bis auf 1630 Metern Höhe hinauf getragen. Schließlich kümmerte sich Hans Dreßl (69) jahrzehntelang als Wirt der Hochlandhütte um durstige und hungrige Bergwanderer. „Man nannte mich den höchstgelegenen Sozialdemokraten“, berichtet der gebürtige Münchner, der am Mittwochabend beim Dämmerschoppen des SPD-Ortsvereins im Gasthof Alpenrose neben drei weiteren Urgesteinen erneut im Mittelpunkt stand.

Diesmal händigte ihm Vorsitzender Detlef Hardt eine Urkunde für 45-jährige Parteizugehörigkeit aus. Genauso viel Durchhaltevermögen bringt Alfred Kielgas (78) mit. Auch er erhielt diese Auszeichnung – natürlich in feuerroter Mappe verpackt – und das obligatorische Flascherl „Genossenwein“ dazu. Dabei ist der gebürtige Düsseldorfer, der erst 2009 mit seiner Frau Arne von Erkrath nach Mittenwald zog, alles andere als der SPD-Prototyp: Der Diplom-Volkswirt trug lange Zeit als Direktor und Regionalleiter bei IBM Deutschland Verantwortung. „Wo steht denn geschrieben, dass einer, der gutes Geld verdient, nicht auch sozial denken kann?“, meint der Rheinländer, zu dem ein Vorgesetzter einmal gesagt haben soll: „Kielgas, Sie sind der einzige Rote, den ich je befördert habe.“ Heute kann der überzeugte Sozi über diese Anekdote lachen und vor allem stolz sein. Kielgas entstammt nämlich einer Arbeitnehmer-Familie und war der erste seiner Sippe, der Abitur und Karriere gemacht hatte. Doch soziale Gerechtigkeit spielte auch als IBM-Regionalleiter immer eine Rolle. „Das liegt bei mir anscheinend in den Genen.“ Doch im Grunde sieht sich der Geehrte als Sozialliberalen. Für ihn gilt nicht nur die Devise „Arbeit für alle“, sondern auch: Wer fleißig ist, soll auch ordentlich verdienen.

Rot bis in die Zehenspitzen ist hingegen Hans Dreßl. „Das ist mir vom Elternhaus in die Wiege gelegt worden.“ Immerhin schuftete sein Vater 45 Jahre bei BMW. Und im Münchner Westend, wo Dreßl aufwuchs, hatten die Sozialdemokraten ohnehin starken Zulauf. Es dauerte allerdings bis zu seinem 25. Lebensjahr, ehe der gelernte Fernmelde-Techniker und spätere Zeitsoldat bei den Gebirgsjägern Farbe bekannte. 1971 – in einer wegen der heiß umkämpften Ostverträge Willy Brandts politisch sehr aufgeheizten Zeit. Lange ist’s her. Dem Tagblatt gegenüber meinte Dreßl einmal: „Die Welt könnt’ schon etwas sozialdemokratischer und aufgeklärter sein.“

Im Gegensatz zu ihm und Kielgas sind Bastian Eiter und Michael Kremer mit ihren 20 Jahren Parteitreue beinahe noch SPD-Backfische. „Ich bin als 21-Jähriger Mitglied geworden, weil mein Lehrer in Penzberg mein politisches Interesse geweckt hat“, erzählt Eiter (41). „Die SPD war damals die Partei, die mit meinen Vorstellungen deckungsgleich war.“ Seit November bekleidet der Wallgauer auch den Vize-Posten im Ortsverein.

Den Mittenwalder Kremer zog es in die SPD, „weil ich schon immer Sympathien für diese Partei hegte“. Bis 2011 führte der 55-Jährige das Lokal Kutsche und arbeitet jetzt als Koch in der Jachenau. „Er war immer engagiert und als Wirt unseres Vereinslokals ein guter Gastgeber“, würdigte Hardt dessen Verdienste. ku/csc

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