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Justitia hat gesprochen im Amtsgericht Garmisch-Partenkirchen.

Eine Rentnerin, drei Delikte

Barmsee-Erlebnis der schmerzhaften Art

Krün - Eine Rentnerin aus Puchheim darf zahlen – und zwar 3600 Euro. Diese Geldstrafe brummte ihr das Amtsgericht auf, weil sie in Krün einen Unfall verursacht hatte.

Eine gebrochene Rippe und schmerzhafte Prellungen am Knie und Schädel – den Unfall vom 12. August 2015 am Barmsee werden der Krüner (61) und seine 14-jährige Enkelin wohl so schnell nicht vergessen. Ausgelöst hatte ihn eine 70-jährige Rentnerin aus Puchheim. Wegen ihres – milde ausgedrückt – ziemlich unkorrekten Verhaltens hatte sie bereits einen Strafbefehl in Höhe von 6300 Euro erhalten. Dagegen legte sie Einspruch ein. Nun kam der Fall vor das Amtsgericht Garmisch-Partenkirchen, das die geforderte Summe auf 3600 Euro reduzierte.

Laut Staatsanwalt Stefan Kolper soll die Frau vergangenen Sommer mit dem Ehemann per Radl an den Barmsee gefahren sein. Doch als ihr auf dem Weg ein Einheimischer auf seinem Roller mit der Enkelin als Sozia entgegenkam, stieg sie ein paar Meter vor ihm ab und ermahnte ihn, dass er dort nicht motorisiert unterwegs sein dürfe. Als der Mann dies bestritt und weiterfahren wollte, kam er auf dem Schotterweg prompt zum Sturz. Er und seine Enkelin erlitten Verletzungen.

Überdies entstand am Roller ein Schaden von 600 Euro. Doch ohne ihre Personalien anzugeben, soll die Frau, die sich überdies auch nicht um die beiden Verletzten gekümmert hat, weitergefahren sein. Macht in Summe: Unfallverursachung und - flucht sowie unterlassene Hilfeleistung.

Die Puchheimerin sah den Hergang im Beisein ihres Münchner Anwalts Wolfgang Schmid natürlich anders. Der Rollerfahrer, argumentierte sie, sei „wahnsinnig schnell“ dahergekommen. Das will sie ihm mit einer Handbewegung signalisiert haben. „Und weil ich Angst bekam, bin ich abgestiegen und habe das Rad in der Hand gehalten.“ Nach dem Disput kippte der Krüner samt Maschine um. „Er fiel ganz langsam, ich hatte mit dem Sturz nichts zu tun, er sagte am Boden liegend noch: ,Ich zeige Sie an’.“ Personalien habe er nicht verlangt.

Dass diese Behauptungen nicht ganz stimmten, erwies sich anschließend: Zunächst wies ein Polizist darauf hin, dass auf dem strittigen Weg Kraftfahrzeuge durchaus gestattet seien. Des Weiteren versicherten beide Unfallopfer, der Sturz sei nur deshalb passiert, weil die Rentnerin beim Anfahren des Rollers ihr Rad direkt vor diesem eingeschlagen haben soll. „Ich musste scharf bremsen“, berichtete der Krüner, „kam prompt zu Fall, der Roller fiel auf mich.“ Beim Weggehen soll die Puchheimerin noch zu ihm gesagt haben: „Das geschieht ihm Recht.“ Ausgewiesen habe sie sich ohnehin nicht. Erst von ihrem hinterher kommenden Mann erhielt er wenigstens die Kurkarte.

Richter Paul Georg Pfluger bot der Angeklagten daraufhin ganz kühl zwei Alternativen an: Entweder den Einspruch zurücknehmen oder mit der Verhandlung weiterfahren, dann sei die Anklage aufgrund der Aussagen der Opfer erheblich schwerwiegender: nicht nur fahrlässige, sondern vorsätzliche Körperverletzung und zudem gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr. Nach kurzer Beratung zwischen Verteidiger und Mandantin entschied man sich für die einfachste Möglichkeit: Beschränkung des Einspruchs auf die Höhe der Strafe. Wolfgang Kaiser

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