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Zufrieden mit der Premiere: (l.) Philipp Rangger und Wolfang Schwind (r.) mit Moderatorin Sabrina Peer.

Organisatoren rundum zufrieden

Mittenwalder Bergfilmfestival: Premiere geglückt

Mittenwald - Die Premiere für das erste Mittenwalder Bergfilmfestival ist geglückt. In dem restlost gefüllten Gasthof Postkeller zeigten drei junge Tiroler Filmemacher ihre Streifen – und begeisterten das Publikum.

200 Retter, 73 Stunden Dauerstress und drei 800-Meter-Stahlseile – die Bergung zweier Kletterer im Juni 1979 an der Laliderer Nordwand war ein Einsatz, der in die Geschichte einging. Bis dato dürfte es wohl keinen größeren Bergrettungseinsatz in Österreich gegeben haben. Die zwei Garmischer-Partenkirchner Hubert W. (23) und Wolfgang G. (28) wollten an jenem frühen Freitag in die Schmid/Krebs-Führe einsteigen. Allerdings unterschätzten sie den Steig mit Schwierigkeitsgrad VI. „Sie waren nur mit dünnen Langlaufhosen, Pullover und einem leichten Anorak ohne Handschuhe ausgerüstet“, erinnert sich Horst Schneider, damals Seefelder Gendarm der alpinen Einsatzgruppe. Gegen das aufziehende Wetter „in ungeahnter Heftigkeit“ hatten die Burschen keine Chance.

Das Drama gehört der Geschichte an, wurde aber am Freitagabend beim ersten Mittenwalder Bergfilmfestival im überfüllten Postkeller nochmal lebendig. Auf der Leinwand. Mit seiner Dokumentation „In letzter Sekunde“ ging Filmemacher Bernhard Neuner auf Spurensuche. Er interviewte Zeitzeugen und rekonstruierte die Geschehnisse von damals. Seine Informationen setzte er so gut um, dass die Besucherschar, die sich größtenteils aus Alpinisten und Bergwachtmännern zusammensetzte, ins Schwärmen geriet. Darunter auch Mittenwalds Bergwacht-Chef Heinz Pfeffer. Er weiß um die alpinen Gefahren, die sich im Gebirge selbst im Sommer auftun können und war begeistert über die Dokumentation der Laliderer-Wand-Bergung.

Die Besucher bekamen eine bunte Mischung an Film-Unterhaltung geboten. Denn auf die Tragödie folgte der Streifen von Franco Marco Avi. Der Jungspund und Hobby-Snowboarder begleitete eine Gruppe von Snowboardern in dem Kurzfilm „Coming Home“. Stimmungsvoll setzte schließlich Hannes Rangger zwei junge Tiroler Hirten in „Die Zammer Bergnomaden“ in Szene.

Das Konzept von Karwendel TV rund um Wolfgang Schwind und Phillipp Rangger, das das Festival ausrichtete, ging voll auf. „Es war ein sehr interessanter Abend“, bestätigte Pfeffer. Noch glücklicher zeigten sich aber die Macher, die die Veranstaltung als „Kick-Off Event“ für ihr Projekt sahen, vor allem darüber, dass der Postkeller aus allen Nähten platzte. Gute Voraussetzungen für die Zukunft: Das Festival soll nämlich keine Eintagsfliege bleiben.

Josef Hornsteiner

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