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Enge freundschaftliche Beziehung zu Franz Josef Strauß

Mittenwalder Gebirgsschützen feiern 60. Wiedergründungsfest

Mittenwald - Der legendäre bayerische Ministerpräsident Franz Josef Strauß war ihr Ehrenoffizier und sogar New York statteten sie einen Besuch ab: Die Mittenwalder Gebirgsschützenkompanie blickt auf 60 bewegende Jahre zurück. Und hat allen Grund zum Feiern.

Wenn der Schlipfer Schorsch die rund 50 Ordner durchblättert, die bei ihm daheim stehen, ist er vor allem eines: stolz. Georg Wörnle sein ganzes Leben fotografisch festgehalten, abgeheftet und gewissenhaft notiert. Der 95-Jährige ist der älteste noch lebende Mittenwalder Gebirgsschütze. „Ich hoffe, ich bin fit genug um am Wochenende beim Fest mit dabei zu sein“, sagt Wörnle. Er spürt das Alter. Trotzdem ist es ihm ein Herzenswunsch, mit den Gebirgsschützen von Freitag bis Sonntag, 20. Mai bis 22. Mai, ihr 60. Wiedergründungsfest in Verbindung mit dem 24. Bataillonsfest am Bahnhofsplatz zu feiern. Für den Ehrenbataillonskommandanten und Ehrenhauptmann der Schützenkompanie wäre es die größte Freude überhaupt. 

Noch gut kann er sich an den 7. Juli 1956 erinnern. Ein geschichtsträchtiger Tag in Mittenwald. Denn in der Schießstätte am Burgberg belebte der Schlipfer Schorsch gemeinsam mit seinen Kameraden der Königlich privilegierten Feuerschützengesellschaft eine uralte traditionelle Vereinigung: Die Mittenwalder Gebirgsschützenkompanie. Wörnle und Willi Hochholdinger (81) sind die beiden letzten Gründungsmitglieder, die bis heute der Kompanie treu geblieben sind. Unter ihrem ersten Kommandanten Georg Rieger (Schmuzer) wurde bereits zwei Wochen nach dem Startschuss mit 24 Gebirgsschützen am 22. Juli 1956 zur Fahnenweihe nach Partenkirchen ausgerückt. Zügig formte sich aus dem überschaubaren „Haufen“ eine große und einflussreiche Truppe. In ihrer blauen Montur schreiben sie sich Tradition, Kirche, Heimat und Brauchtum auf die Fahnen. So waren es auch die Mittenwalder, die 1960 zum ersten Mal zum „Grenzlandtreffen der Gebirgsschützen“ eingeladen hatten. Mit Folgen: Dadurch wurden die Gebirgsschützen „die Begründer des heutigen Alpenregionstreffens“, wie der amtierende Hauptmann Roland Spornitz mit Stolz verkündet. 

Viel ist in den vergangenen Jahrzehnten passiert. Stets wurde die Freundschaft mit der Speckbacher Schützenkompanie aus Absam sowie der Kompanie „Blasius Trogmann“ aus Untermais hoch gehalten. 1980 gelang es Wörnle als Hauptmann, dass die Mittenwalder an der Steuben-Parade in New York teilnehmen konnten. Ein weiterer unvergesslicher Tag, der nicht zuletzt aufgrund der freundschaftlichen Beziehung zwischen den Schützen und dem ehemaligen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß möglich geworden ist. 1975 wurde Strauß zum Ehrenoffizier ernannt, was eine „große Welle an neuen Mitgliedern auslöste“, wie sich Wörnle erinnern kann. Nach seinem Rücktritt nach über 26 Jahren als Hauptmann im Jahr 1986 folgte ihm Emil Schandl (Stuck) ins Amt. Dieser verstarb allerdings 1997 mit nur 53 Jahren. Schandls Nachfolger wurde Roland Spornitz, der bis 2003 erstmals den Posten des Hauptmanns innehatte. Nach Sepp Seitz (Biffle) und Hans Galsterer ist Spornitz nun seit 2010 erneut der Kommandant der Mittenwalder Gebirgsschützenkompanie.

So wird gefeiert

-Freitag, 20. Mai:

Ab 19 Uhr feierliche Eröffnung im Festzelt am Bahnhofsplatz mit einem Volksmusikabend. Zum Doppeltanz spielen die Hallgrafen Musikanten sowie die Mittenwalder Gletscherschliff-Musi auf.

-Samstag, 21. Mai:

Ab 17.45 Uhr marschieren die Schützen mit der Musikkapelle und den Ortsvereinen samt Fahnenabordnungen vom Dekan-Karl-Platz zum Kriegerdenkmal. Dort wird den verstorbenen Mitgliedern mit einer Kranzniederlegung gedacht. Um 19 Uhr beginnt der Festabend am Bahnhofsplatz. Dort werden nach der Übergabe der Bataillonsstandarte von der Kompanie Wallgau an die Kompanie Mittenwald auch die verdienten Schützen geehrt, dann spielt die Kapelle auf.

-Sonntag, 22. Mai:

Das 24. Bataillonsfest stellt den Höhepunkt da. Bereits um 6 Uhr marschiert der Trommlerzug der Gebirgsschützen zum Weckruf durch Mittenwald. Um 9.30 Uhr zieht der Kirchenzug vom Bahnhof in die Kuranlage Puit. Pfarrer Michael Wehrsdorf zelebriert den Festgottesdienst. Um 11.30 Uhr beginnt der große Festumzug durch Mittenwald, zu dem von den Gastgebern viele hunderte Schützen aus Bayern, Tirol und Südtirol erwartet werden.

Josef Hornsteiner

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