„Positive Weiterentwicklung“: Wie Landrat Harald Kühn (M.) sehen Schulleiter Dr. Frederik Habel (l.) und Bürgermeister Adolf Hornsteiner einem Ausbau entgegen. sehr

Mittenwalder Geigenbauschule: Erweiterung, die nächste?

Mittenwald - Der Anbau an der Mittenwalder Geigenbauschule ist noch nicht abgeschlossen, da gibt es schon die nächsten Erweiterungspläne: Die Schule soll einen weiteren Ausbildungszweig erhalten.

Seit Dr. Frederik Habel im Jahr 2006 die Leitung der Mittenwalder Geigenbauschule übernommen hat, geht es mit der Einrichtung steil aufwärts. Die Zahl der Ausbildungszweige hat sich erhöht, es gibt mehr Lehrer und Schüler, inzwischen wird groß angebaut - ein Fünf-Millionen-Euro- Projekt. Nun hieß es im Kreisausschuss des Kreistags, dass die „Staatliche Berufs- und Berufsfachschule für Musikinstrumentenbau“, wie sie offiziell heißt, um einen weiteren Zweig ergänzt werden soll: Ziel ist es, künftig die Ausbildung zum Holzinstrumentenbauer anzubieten.

„Der Bedarf ist da“, betont Habel. Regelmäßig erhalte die Schule Anfragen: Sei es von Menschen, die an der Lehre interessiert sind, oder Firmen, die Fachleute brauchen. „Es werden dringend Arbeitskräfte gesucht“, weiß der Rektor. Derzeit ist er in intensiven Verhandlungen mit dem Bayerischen Kultusministeriums.

Nun erhielt er Unterstützung von den Kreisräten. Sie sprachen sich einstimmig dafür aus, für den Fall der Fälle Haushaltsmittel bereitzustellen. Der Landkreis müsste als Sachaufwandsträger rund 24 000 Euro jährlich für den laufenden Betrieb ausgeben. Zunächst würden 30 000 Euro benötigt, um eine zusätzliche Lehrwerkstatt einzurichten. Noch ist alles Zukunftsmusik - die erst in zwei Jahren spielen würde. Vorausgesetzt, das Ministerium stimmt zu.

„Bislang stehen dem Vorhaben alle positiv gegenüber“, sagt Habel über die bereits geführten Gespräche. Zu den Befürwortern gehört auch Mittenwalds Bürgermeister Adolf Hornsteiner (CSU). Der neue Schulzweig würde in seinen Augen sehr gut der demografische Entwicklung seines alternden Ortes entgegenwirken. Nach den Plänen Habels würden vier Schüler pro Jahrgang unterrichtet. Bei drei Schuljahren wären also stets zwölf zusätzliche Auszubildende an der Einrichtung, die bislang 156 Schüler aus ganz Deutschland zählt. „Wir wissen nicht, ob es gelingt“, sagte Landrat Harald Kühn (CSU) zu dem geplanten Ausbau. Dieser wäre aber auf jeden Fall eine „positive Weiterentwicklung“, die auch gut für Mittenwald ist. (nah)

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