Potentieller Standort für eine Antenne: der Rußbichl (im Hintergrund) nördlich der Gemeinde Uffing. Foto: Lory

Mobilfunkstreit: Die Telekom ist am Zug

Uffing - Nachdem die Telekom im Uffinger Mobilfunkstreit vor Gericht den Kürzeren gezogen hat, muss sie nun auf Grundlage der Standorte planen, die die Gemeinde auswies. Entschieden ist allerdings noch nichts.

„Die Überlegungen hierzu dauern noch an“, sagt Telekom-Pressesprecher Udo Harbers. Unterdessen drängt die Wirtschaft darauf, dass Uffing endlich eine vernünftige Netzabdeckung bekommt.

„Wir können derzeit noch nicht sagen, ob und wie wir einen Mobilfunksender in Betrieb nehmen können“, teilt Harbers mit. Die Telekom spreche natürlich auch mit den anderen Anbietern. Die Gemeinde hatte 2012 für den Uffinger Bereich zwei Stellen ausgewiesen: Zum einen den Rußbichl, zum anderen die Kläranlage. In der Vergangenheit habe die Telekom jedoch immer wieder darauf hingewiesen, „dass bei den von der Gemeinde vorgeschlagenen Standorten die Mobilfunkversorgung nicht oder nur mit Einschränkungen gewährleistet ist“, ergänzt Harbers. Auch zum Sender auf dem Bahnhof, speziell zur Frage wann die Antenne abgebaut wird, kann Harbers noch nichts Neues sagen. „Die Verhandlungen zum Mietvertrag für den Dachstandort dauern noch an.“

Die Telekom wolle klären, ob der Kontrakt vorzeitig beendet werden kann. Sie braucht das Dach nicht mehr. Das Unternehmen hatte den Vertrag mit dem vorherigen Eigentümer geschlossen und dann 2009 begonnen, eine Antenne auf dem Bahnhof zu montieren. Doch die Arbeiten wurden vom Landratsamt gestoppt. Danach wurde jahrelang gestritten, bis Ende August das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig zugunsten der Gemeinde entschied (wir berichteten). Die Antenne darf nicht in Betrieb genommen werden. Es wurde höchstrichterlich festgestellt, dass Kommunen berechtigt sind, eine Standortplanung für Mobilfunkanlagen zu erarbeiten. Bei ihrer Bauleitplanung haben die Gemeinden allerdings zu beachten, dass ein öffentliches Interesse an einer flächendeckenden angemessenen und ausreichenden Versorgung der Bevölkerung mit Mobilfunk besteht.

„Ich hoffe, dass wir jetzt zusammen mit den Mobilfunkbetreibern eine sinnvolle Lösung finden werden, mit der jeder zufrieden sein kann“, schreibt Bürgermeister Rupert Wintermeier (WGU) in der aktuellen Ausgabe des Bürgerblatts, dem unabhängigen Forum für Uffing und Schöffau. Natürlich gebe es auch jetzt wieder Leute, die nun am nächsten zu einer etwaigen Sendeanlage wohnten und die von der Entwicklung wenig begeistert seien. „Ich kann das durchaus verstehen“, sagt Wintermeier. „Aber diese Technik ist nun mal da, und wir nutzen sie auch.“ Immer wieder kämen Bürger ins Rathaus, um sich zu beklagen, dass keine oder nur eine sehr schlechte Verbindung besteht. „Manche Einwohner brauchen diese neue Technik, um ihre Geschäfte erledigen und ihre Arbeit sinnvoll auszuführen, andere nur zur bequemen Konversation.“ Dem könne sich die Kommune nicht verschließen.

Die Wirtschaft, wie die Firma Schweiger GmbH & Co. KG Werkzeug- und Formenbau, wünscht sich, dass in punkto Versorgung etwas vorwärts geht. „Natürlich haben wir Verständnis für die Sorgen und Nöte der Uffinger Bürger in Verbindung mit dem Thema Mobilfunk“, schickt Geschäftsführer Anton Schweiger vorneweg. „Dennoch lässt sich eine funktionierende Netzabdeckung in der heutigen Zeit in den allermeisten Fällen nicht mehr wegdenken. Dies ist gerade für uns als Unternehmen in einem globalen Markt und anspruchsvollen Produkten und Kunden sowie einer geforderten Erreichbarkeit extrem wichtig.“ Deshalb sei es der Firma Schweiger ein großes Anliegen, endlich auch in Uffing kurzfristig eine verlässliche und funktionierende Netzabdeckung zu bekommen. (roy)

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