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Wenn schon, denn schon: Der Mohrenplatz-Wirt hat einen hohen Anspruch. Das Ambiente um den Eisplatz mit Hütten, Windlichtern und Tannengrün soll perfekt wirken.

Das Wintermärchen startet am 5. Dezember

Eisplatz in der Fußgängerzone

Garmisch-Partenkirchen - Am 5. Dezember beginnt in Garmisch-Partenkirchen die Eissaison. Mitten in der Fußgängerzone. Mohrenplatz-Wirt Andreas Fischer lässt sich das einiges kosten.

Wer es reizvoll findet, mitten im Garmischer Zentrum unterm Sternenhimmel umgeben von lichtfunkelnden Tannenbäumen auf den Kufen zu gleiten oder mit seinen Spezln beim Weißwurst-Frühschoppen den Eisstock zu schwingen, muss nicht mehr lange auf die Erfüllung solcher Wünsche warten. Am 5. Dezember eröffnet Andreas Fischer, der Wirt vom Gasthaus Mohrenplatz, fast vor der Haustür eine Eisbahn mit allem Drum und Dran. Wenn der Gastronom erzählt, was er alles vorhat, klingt das nach einem zauberhaften Wintermärchen.

15 mal 18 Meter große Eisfläche

Um die 15 mal 18 Meter große Eisfläche gruppieren sich demnach bis zum 10. Januar Schmankerl-Eck, Wärmehütte und Glühwein-Alm, man kann Schlittschuhe und Eisstöcke ausleihen, sich an der frischen Luft austoben oder dem Treiben bei Reiberdatschi, Grünkohl mit Mettwurst, Kaierschmarrn oder gegrillten Würstln einfach nur zuschauen. Fischer und seine rechte Hand Silke Schmidt wollen alles bis ins Detail richtig und gut machen.

Es hat lange gedauert, bis aus der Idee Wirklichkeit wurde. Die Garmischer Werbegemeinschaft liebäugelte vor vielen Jahren damit und zog den Kurpark in Erwägung. Es blieb beim Wunschdenken. Als Fischer 2007 am Mohrenplatz sein Wirtshaus eröffnete, kam ihm gleich wieder in den Sinn, was ihn vor 20 Jahren im eleganten Skiresort Beever Creek in Colorado so beeindruckt hatte. Mit so einem Eisplatz wollte er auch den Garmisch-Partenkirchnern und ihren Gästen die kalte Jahreszeit versüßen. Als er damit beim damaligen Bürgermeister Thomas Schmid vorstellig wurde und es um die Kostenfrage ging, hatte der Rathauschef Bedenken. „Er wollte die Partenkirchner nicht benachteiligen“, sagt der Wirt.

Auf der Suche nach Werbepartnern

Dann gab Tourismusdirektor Peter Nagel einen neuen Anstoß. Man könnte doch so ein Eisspektakel von einer Agentur bestellen. Fischer erkundigte sich und entschied, das Projekt auf eigenes Risiko anzupacken: „Meine Frau Barbara war erst skeptisch. Als wir dann in Penzberg den Eisplatz gesehen haben, der so g’steckt voll war, dass keiner hätte umfallen können, hat sie gesagt: Mach’s.“

Mut zum Risiko: Andreas Fischer setzt auf Eis.

Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer war gleich angetan. Hoffnung auf finanzielle Unterstützung durch die Gemeinde machte sie dem Gastronom aber nicht. Der stürzte sich im Januar 2015 in die Planung, ließ eine Broschüre erstellen und ging damit in den umliegenden Geschäften auf die Suche nach Werbepartnern. Was ihn ermutigte: „Alle finden es eine gute Sache und machen mit.“ Nur eine Cafébetreiberin gab ihm einen Korb: „Die wollte zwar mitreden. Aber auf die Werbetafel wollte sie nicht.“

Dann begann der monatelange Weg durch die Ämter. Unzählige Stellungnahmen waren einzuholen, viele Auflagen sind zu erfüllen. Zweimal musste er umplanen. Erst Mitte Oktober erhielt Fischer die schriftliche Genehmigung. Jetzt weiß er, wie viel Arbeit hinter so einem Vorhaben steckt. „Mit so einem Aufwand“, sagt er, „hätten wir nie gerechnet.“

Wirt rechnet mit mindestens 65.000 Euro Kosten

Im Moment rechnet der Wirt mit Kosten von 65 000 Euro plus. Ein Drittel davon, hofft er, steuern die Werbepartner bei, auch durch Bandenwerbung. Ein Drittel will er durch Eintritt und Verleih von Schlittschuhen und Eisstöcken einnehmen. Den Rest soll der Gastrobereich bringen. Der künftige Eisplatzbetreiber baut auch auf die Hiesigen: „Es wäre wichtig, dass sie das eisige Angebot annehmen, damit es eine längerfristige Sache werden kann.“

Kann ihm das Wetter einen Strich durch die Rechnung machen? „Bis 15 Grad plus ist das kein Problem“, weiß Fischer. Sechs Mann für die täglich dreimalige Eisaufbereitung hat er schon angeheuert. Am 25. November beginnt die auf Echteisbahnen spezialisierte Firma aus Reutte mit dem Aufbau.

Schön langsam löst sich die Anspannung bei Fischer. „Sicher werden wir am Anfang nicht alles richtig machen und Lehrgeld zahlen müssen“, sagt er voraus. Aber jedes Mal soll es besser werden.

Eva Stöckerl

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