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Die Macher von Monticola: (v. l.) Klaus Laux, Dr. Hubert Holland, Edith Sonnenschein und Dr. Clemens Lunczer.

Hobby-Ornithologen im Oberen Isartal unterwegs

102 Vogelarten in der Region gezählt

Krün - 102 Vogelarten wurden in der Region zwischen Staffelsee und Karwendel gezählt. Das ist das Ergebnis der Verbandstagung von Monticola.

Monticola, der lateinische Name für Steinrötel, ist das Logo der internationalen Vereinigung von Vogelbeobachtern aus den Alpenländern Deutschland, Österreich, der Schweiz und Italien. Seit 1965 treffen sich die Mitglieder jährlich an verschiedenen Orten in Europa zum Jahreskongress. Die 52. Versammlung – getagt wurde auch schon in Garmisch-Partenkirchen (1967), Fall (1999) und Ohlstadt (2003) – hat diesmal in Krün stattgefunden.

Genau 102 Vogelarten, der Steinadler als größter und das Wintergoldhähnchen mit sechs Gramm als kleinster Vogel Europas, wurden von den angereisten Hobby-Ornithologen während ihres einwöchigen Aufenthalts bei diversen Exkursionen in der Region gezählt. „Die Vielfalt der hier herrschenden Biotope spiegelt sich in unseren Ergebnissen wider“, fasste Schriftführer Dr. Clemens Lunczer bei der Tagung im Hotel Alpenhof zusammen. „Alle von uns beobachteten Vögel wie Zitronengirlitz, Alpenbraunelle, Grauspecht, Steinadler und Uhu sind in dieser Gebirgsregion potenzielle Brüter.“

Unterwegs waren die 50 Teilnehmer in kleinen Gruppen – ausgerüstet mit Ferngläsern, Fotoapparaten, Spektiven (Beobachtungsfernrohre) und Notizblöcken. „Wir erkennen die Vögel an ihrem Gesang oder ihren Rufen“, erklärt Edith Sonnenschein. „Meistens hören wir sie schon, bevor wir sie sehen – manchmal auch nicht.“ Die Vogelkundlerin zeichnet als Schriftleiterin für die von Monticola herausgegebenen Jahresausgabe „Zeitschrift für die Vogelwelt der Berge“ verantwortlich. Darin werden auch die Ergebnisse der jährlichen Beobachtungen veröffentlicht.

„Die Vogelwelt hat eine eigene Dynamik“, ergänzt Dr. Lunczer. „Unser Ziel ist die Zusammenführung der Vogelforschung in den Alpenländern, denn Berge und Vögel machen nicht an Grenzen Halt. Unsere Erkenntnisse bilden die Grundlage für weitere Forschungen.“

Unterstützt wurde die von Vorstandsmitglied Klaus Laux organisierte Tagung durch viele Experten aus der Region. Michael Schödl, der Gebietsbetreuer des Landesbunds für Vogelschutz (LBV), begleitete Ausflüge zum Sylvenstein-Speicher, an den Isar-Stausee, zur Fischbachalm und zum Soiernsee, zur Ettaler Mühle und ins Graswangtal. Bei abendlichen Vorträgen referierten Einhard Bezzel – der pensionierte Biologielehrer war bis 1999 Leiter der Staatlichen Vogelschutzwarte in Garmisch-Partenkirchen – über die „Klimaerwärmung in den bayerischen Alpen und den Einfluss auf die Vogelwelt“ und Jochen Fünfstück (LBV) über die hiesige Population der Steinadler. Natur-Fotograf Hans Buchwieser aus Krün stellte sich als Begleiter zur Fischbachalm und Thomas Guggemoos als Führer durch das Murnauer Moos zur Verfügung.

Wolfgang Kunz

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