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Historische Aufnahme: die Zotzenmühle um 1910.

Feierliche Einweihung am Sonntag

Mühlenweg: Spannender Blick in Historie 

Uffing - Die Bedeutung der Uffinger Mühlen für das Dorfleben ist nicht zu unterschätzen. Mit der Wasserkraft konnte man Holz sägen, Getreide mahlen, Öl gewinnen und Strom erzeugen. Am Sonntag, 17. Juli, wird nun nach längerer Planung der Mühlenweg feierlich eingeweiht.

 „Es gibt sechs Info-Tafeln an den ehemaligen Mühlenstandorten, die man leicht erreichen kann“, sagt Franz Huber, Leiter des Heimatmuseums und Vorstandssprecher der Teilnehmergemeinschaft der Dorferneuerung Uffing. 

Der Wanderweg beginnt an der Kotreßmühle und verläuft dann entlang der Ach, wobei die Aumühle, die Humplmühle, die Zotzenmühle, die Vogelmühle und die Humplsäge weitere Stationen bilden. Im Bereich der Zotzenmühle, die 1941 abgebrochen wurde, wurde ein Pavillon aufgebaut, der als Infozentrum fungiert. Daneben werden wichtige Mühlenteile ausgestellt – etwa ein Kammrad, ein Wehr, alte Mühlsteine und ein Eichpfahl. Dabei handelt es sich um eine Einrichtung, die den höchsten zulässigen Wasserstand bezeichnet, der durch Aufstauen des Wassers erreicht werden darf. 

Der Weg ist circa zwei Kilometer lang. Huber schätzt, dass es ungefähr eine Stunde dauert, die Strecke zu gehen – wenn man sich die Tafeln durchliest und am Infozentrum Halt macht. Huber hat sich intensiv mit der Historie der Uffinger Mühlen beschäftigt, in Archiven recherchiert und auch die Nachkommen der Besitzer kontaktiert. Die Idee für den Wanderweg war in den Arbeitskreisen entstanden, die sich zu Beginn des Dorferneuerungsprojekts trafen. 

Bürgermeister Rupert Wintermeier (WGU) freut sich, dass das Vorhaben realisiert werden konnte. „Das ist sicher eine Bereicherung des bestehenden Wegenetzes.“ Die Mühlen seien einst wichtige Punkte im Ort gewesen. Der Weg kostet nach Hubers Angaben alles in allem „gute 30 000 Euro“. 

Die Gemeinde ist finanziell ziemlich außen vor. Denn die Rut- und Klaus-Bahlsen-Stiftung hat sich bereit erklärt, 15 000 Euro zu übernehmen. Dem Vorsitzenden Professor Dr. Burkhard Huch gefällt am Mühlenweg, dass damit Erholung und Erinnerung an eine Tradition verknüpft werden. Er ist sich sicher: „Der Weg wäre im Sinne von Klaus Bahlsen gewesen.“ Der Keksfabrikant (1908 bis 1991) ist Uffinger Ehrenbürger. Die Bahlsen-Stiftung hat in dem Staffelsee-Ort schon mehrere Vorhaben unterstützt. 

Die andere Hälfte der Kosten trägt das Amt für ländliche Entwicklung. Dort ist Reinhard Pfaffinger tätig, Vorstandsvorsitzender der Teilnehmergemeinschaft Uffing. Er hat den Weg schon inspiziert – und ist angetan. „Es ist recht schön geworden.“

Das Programm:

10 Uhr: Feldmesse am Zotzenmühlgelände – Achleitenweg – (bei schlechtem Wetter in der Kirche St. Agatha) mit anschließender Weihe des Mühlenweges durch Dekan Robert Walter; 11 Uhr: Grußworte von Bürgermeister Rupert Wintermeier, Franz Huber (Teilnehmergemeinschaft), Professor Dr. Burkhard Huch (Rut- und Klaus-Bahlsen-Stiftung, Professor Dr. Reinhard Mook; 11.30 Uhr: Frühschoppen (bei schlechtem Wetter im Gasthof zur Post); 12.30: Geführte Begehung des Mühlenweges; musikalische Umrahmung durch die Blaskapelle Uffing. Hinweis: Am Zotzenmühlgelände gibt es keine Zufahrts- und Parkmöglichkeit, daher ergeht die Bitte, mit dem Rad oder zu Fuß zu kommen. Auswärtige Gäste sollten in der Kirch- oder Hauptstraße parken. Anlässlich der Einweihung erscheint übrigens ein 31-seitiges Heft über die Geschichte der Uffinger Mühlen.

Roland Lory

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