„Es war alles großer Mist“

Irrer Streit vor Gericht: 42-Jährige fälscht Unterschrift für künstliche Befruchtung

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Weil Susanne und Peter A. aus der Nähe von Garmisch-Partenkirchen auf natürlichem Wege keine Kinder bekommen konnten, entschieden sie sich für eine künstliche Befruchtung. Nun sah sich das getrennte Paar vor Gericht wieder.

Ein Kind war ihr sehnlichster Wunsch - vier Jahre später sehen sich Peter (37, alle Namen geändert) und Susanne A. (42) vor Gericht wieder. Der Streitgrund ist ausgerechnet ihr drei Jahre alter Sohn. Denn Peter A. war nicht mit dem Kind einverstanden, erklärte er. Deshalb klagt er gegen den Münchner Arzt, der A.s Ex-Frau 2014 künstlich befruchtete - gegen seinen Willen. Kurios: Susanne A. fälschte die Unterschrift ihres Ex-Mannes auf der Einverständniserklärung. Trotzdem: Peter A. wird weiter Unterhalt für das Kind bezahlen müssen. 

Rückblick: Weil Susanne und Peter A. aus der Nähe von Garmisch-Partenkirchen auf natürlichem Wege keine Kinder bekommen konnten, entschieden sie sich für eine künstliche Befruchtung. In der Praxis des Münchner Arztes ließen sie im August 2013 Susanne A.s Eizellen befruchten und einfrieren. Doch in der Ehe kriselte es bereits. Kurz darauf zog Peter aus. Doch Susanne wollte nicht aufgeben. Vor Gericht sagt sie: „In Krisenzeiten sollte es wieder einen Grund zur Freude geben. Ich war optimistisch, dass wir durch ein Kind die Ehe wieder festigen können.“ Peter A. kehrte zurück. „Weil ich dachte, Susanne sei schwer an Krebs erkrankt - und durch eine anstehende Chemotherapie könnte ihr Kinderwunsch für immer zerstört werden“, erklärte er. Zwei Wochen später merkte er aber, dass Susanne gesund war. „Es stellte sich heraus, dass alles großer Mist war“, sagt Peter A. Wieder verließ er seine Frau, zog in eine WG. Diesmal für immer. 

Über Eizellen können Frauen ab der Befruchtung alleine verfügen

Was er nicht wusste: Im November 2013 ließ seine Ex-Frau die Eizellen auftauen und ein erstes Mal einsetzen - ohne Erfolg. Die Unterschrift von Peter A. hatte sie gefälscht. Der zweite Versuch dann Ende März 2014. Im April war Susanne A. schwanger. Peter schimpft: „Ich habe der Arzthelferin am Telefon gesagt, dass ich gegen die Schwangerschaft bin. Doch für die Richter ist dies kein eindeutiger Widerruf. Rein rechtlich hätte der Arzt nicht einmal Peter A.s Einverständnis einholen müssen. Denn über die Eizellen können Frauen ab der Befruchtung alleine verfügen. Urteil am 2. Mai. 

Eigentlich ist eine Samenspende eine anonyme Angelegenheit, zumindest der Eltern. Doch hat ein Kind nicht Anspruch darauf zu erfahren, wer sein Vater ist? Antwort darüber gab im Sommer des vergangenen Jahres

ein Gerichtsurteil.

Johannes Heininger

Rubriklistenbild: © dpa / Ralf Hirschberger (Symbolbild)

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