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Einst wie heute: 1924 hat Gabriele Münter dieses Bild von der Murnauer Marktstraße gefertigt.

Kunstauktion

„Marktstraße“ unterm Hammer

Murnau - Ein Bild von Gabriele Münter wird in München versteigert. Es soll mindestens 140000 Euro kosten.

Murnau – Die Namen hochkarätiger Künstler sind im Katalog des Auktionshauses Ketterer Kunst München für die Versteigerung von 7. bis 10. Dezember zu lesen. Neben Emil Nolde oder Marianne von Werefkin auch Gabriele Münter. Versteigert werden soll ihr signiertes, 1924 im Markt Murnau gefertigtes, zirka 50 auf 30 Zentimeter großes Öl-auf-Malpappe-Werk „Murnau – Hauptstraße am Sonntag im Mai“. Dieses stammt aus Privatbesitz und wird zu einem Startpreis von 140 000 Euro angeboten.

„Ach, wenn ich könnte“, sagt Dr. Sandra Uhrig, Leiterin des Schloßmuseums Murnau, und seufzt. Ihr ist dieses Münter-Werk wohlbekannt. „Das ist ein sehr schönes Bild, es war bei uns im Museum 2012 auch schon einmal ausgestellt.“ Doch Uhrigs Budget für Ankäufe beschränkt sich auf 5000 Euro pro Jahr. „Das reicht nur für kleinere Sachen, höchstens mal für ein Hinterglasbild.“ Wenn sie ein hochkarätiges Gemälde erwerben will, ist sie immer und stets auf die Unterstützung von Stiftungen, Förderkreis oder Privatmäzenen angewiesen. Auch das 2014 gekaufte Münter-Bild „Dorf mit grauer Wolke“ (1939) konnte nur auf diese Art und Weise für das Schloßmuseum gesichert werden.

Das aktuelle Werk, das nun zur Versteigerung steht, stamme aus der Periode nach Kandinsky, also aus Münters so genannter späterer Zeit in den 1920er Jahren, erklärt Uhrig. „Spannender sind die Werke bis 1914. Diejenigen aus den 1920er Jahren werden nicht so sehr gesammelt.“ Das Veräußern solcher Werke komme immer häufiger vor. „Man bemerkt nun einen Generationenwechsel. Wenn immer mehr Menschen durch beispielsweise Erbschaften Miteigentümer an einem solchen Gemälde werden, umso mehr steigt die Wahrscheinlichkeit, dass es verkauft wird.“

Sensationell wäre es natürlich, wenn nun jemand das besagte Werk im Dezember ersteigern und es dem Schloßmuseum als Dauerleihgabe zur Verfügung stellen würde, findet Uhrig. Damit könnten zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden, zumal Gemälde aus Sicherheitsgründen in einem Museum sehr gut aufgehoben seien. „Das ist mit ein Grund, warum sich viele Eigentümer für eine Dauerleihgabe entscheiden.“

Michaela Sperer

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