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CSU: Poller am Obermarkt sollen weg

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Von: Roland Lory

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Umstritten: die Poller am Obermarkt.
Umstritten: die Poller am Obermarkt. © Lory

Die CSU hat beantragt, die Poller am Obermarkt zu beseitigen. Die Verwaltung sagt, dass sich die Aufstellung der Pfosten bewährt habe.

Murnau – Ein gutes Jahr ist es her, dass im Murnauer Obermarkt aufgestellte Poller die Gemüter erregten. Es geht um den Bereich direkt gegenüber der Traditionsbäckerei Meister & Erl. Die inoffizielle Kurzparkzone an dieser Stelle, die viele für schnelle Einkäufe nutzten, war Geschichte, nachdem die Pfosten verankert worden waren. Die Gemeinde verwies damals unter anderem auf die Sicherheit der Fußgänger.

Charme des Marktes gefährdet?

Nun greift die CSU-Fraktion im Marktgemeinderat das Thema auf. Sie stellt den Antrag, die elf Poller unverzüglich zu beseitigen. Begründung: Der Einbau sei ohne Absprache mit dem Gemeinderat beziehungsweise dem Verkehrsausschuss erfolgt. „Es stellt sich uns die Frage der Sinnhaftigkeit und Notwendigkeit einer solchen Maßnahme. Der komplette Obermarkt ist mit einem eingeschränkten Halteverbot versehen und bedarf somit keiner solchen unangebrachten, für uns ästhetisch fragwürdigen Sperrung.“ Die Christsozialen finden nicht, dass Verkehrsteilnehmer, insbesondere Fußgänger, gefährdet werden. „Durch solche Maßnahmen verliert der Markt, auch touristisch gesehen, seinen Charme eines historischen Ortskernes.“

CSU: Verkehrsüberwachung einschalten

Fraktionschef Rudolf Utzschneider erklärt auf Tagblatt-Nachfrage, dass die Situation im Obermarkt „nicht perfekt“ gewesen sei, „weil Autofahrer zum Teil ihr Auto auf dem Gehsteig abgestellt haben“. Doch wenn „Verkehrsteilnehmer die Regeln nicht beachten, dann gibt es dafür Einrichtungen, um das zu ahnden“. Im Fall von Murnau sei das die Verkehrsüberwachung, die auch dafür bezahlt werde. „Der Markt Murnau kann nicht an jede Stelle, an der sich Autofahrer nicht an die Regeln halten, Poller für mehr als 10 000 Euro vergraben“, findet Utzschneider. „Das ist finanziell nicht darstellbar.“ Nach Angaben der Gemeinde haben die Pfosten am Obermarkt jedoch nur 3850 Euro gekostet.

Bäckerei nicht eingebunden

Wenig begeistert von den Pollern sind auch die Verantwortlichen der Bäckerei. „Uns hat es geärgert, dass vorher keiner etwas gesagt hat“, sagt Geschäftsführerin Elisabeth Erl. „Von heute auf morgen waren die Poller da. Wir waren von den Socken.“ Nach Erls Aussage hatte das Aufstellen der Pfosten Folgen. „Geschäftlich haben wir das gemerkt.“ Die Bäckerei stellte eine 30-Stunden-Kraft aus. Was Erl wundert: „Es ist 20 Jahre gegangen, da hat keiner was gesagt.“ Der Traditionsbetrieb bäckt seit über 100 Jahren und mittlerweile in der fünften Generation in Murnau.

Gemeinde: Es hat sich bewährt

Die Gemeinde zieht ein positives Fazit: „Die Aufstellung hat sich bewährt, der Gehweg ist nun dauerhaft freigehalten von widerrechtlich geparkten Fahrzeugen“, sagt Rathaussprecherin Annika Röttinger. An der Möglichkeit zum Halten von Fahrzeugen habe sich durch die Poller nichts geändert. „Es ist nach wie vor zulässig, bei der vorhandenen Zonenbeschilderung dort am Fahrbahnrand zu halten.“

Beuting offen für Gespräche

Zu von der CSU vorgebrachten Kritikpunkten sagt Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum): „Über die Ästhetik und Gestaltung der Poller können wir gerne miteinander sprechen, ich bin immer offen für Gespräche. Was den Charme angeht, so finde ich persönlich nicht, dass die zugeparkte Verkehrssituation vor der Aufstellung der Poller besonders charmant gewesen ist.“ Und warum wurden die Bäckerei und die Gremien nicht eingebunden? „Hierbei handelt es sich um eine Angelegenheit der laufenden Verwaltung“, betont der Bürgermeister. „Wir sind als Gemeinde rechtlich dazu angehalten, für die Sicherheit der Menschen in unserem Ort zu sorgen.“

„Positive Rückmeldungen“

Die Gemeinde hat laut Röttinger „durchweg positive Rückmeldungen erhalten. Die Sicherheit der Fußgänger ist nun dauerhaft gegeben. Eltern mit Kinderwagen und Rollstuhlfahrer können den Gehweg uneingeschränkt benutzen“. Die Hausbewohner könnten nun ihr Grundstück wieder betreten und verlassen, wann sie wollen und müssten nicht warten, bis ein dort auf dem Gehweg geparktes Fahrzeug direkt vor dem Grundstückszugang weggefahren ist.

Nicht alles dem Autoverkehr opfern

Als positiv stuft die Poller auch Ronald Linder ein. Dem gebürtigen Murnauer, der in Eichstätt lebt, gehört das Wohnhaus, das an den Pfosten steht. Er fragt sich, ob es sein müsse, „dass das Geschäftsinteresse einer Bäckerei im Mittelpunkt steht“. Linder findet: „Man muss umdenken.“ Es sollte seiner Meinung nach nicht alles dem Autoverkehr geopfert werden. Der Immobilieneigentümer versteht nicht, dass man nicht die 200 Meter vom Parkplatz am Kemmelpark zu Fuß zur Bäckerei gehen kann.

CSU will Konzept für alle Beteiligten

Die CSU erachtet es hingegen als wichtig, „dass es ein Konzept gibt, das für alle Beteiligten eine möglichst akzeptable Lösung bietet“.

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