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Glücklich vereint: das Storchenpaar im Nest auf der Emanuel-von-Seidl-Grundschule. Ein Experte geht davon aus, dass es sich um die gleichen Tiere handelt wie 2015.

Storchenpaar auf der Schule

Klappern, kuscheln, kopulieren

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Murnau - Sie haben sich gefunden: Murnaus Weißstorchenpaar ist vereint. Wenige Tage, nachdem der erste Vogel den Horst auf der Emanuel-von-Seidl-Grundschule besetzt hatte, traf auch der zweite ein. Nun geht es zur Sache.

Michael Schödl vom Landesbund für Vogelschutz (LBV), der das Geschehen im Horst auf dem Schulkamin regelmäßig verfolgt, geht davon aus, dass die Eltern von Muki zurückgekehrt sind. Das Storchenkind war im vergangenen Jahr das erste überhaupt, das in Murnau geschlüpft ist und überlebt hat. Nun soll der Premieren-Nachwuchs Geschwister bekommen. Das Paar, das keine Ringe trägt und deshalb nicht 100-prozentig zugeordnet werden kann, arbeitet jedenfalls fleißig daran, macht einen schwer verliebten Eindruck und schwebt über den Dächern von Murnau offenbar im siebten Himmel: Die beiden Großvögel lassen ihren Frühlingsgefühlen freien Lauf, sie klappern, reiben ihre Schnäbel aneinander und kopulieren. Diese Rituale stärkten die Paarbindung, erklärt Schödl. „Hier geht es auch darum, sich aneinander zu gewöhnen. Die Störche haben sich ja vermutlich ein halbes Jahr lang nicht gesehen.“

Läuft alles nach Plan, bleiben die beiden nun für Monate zusammen, um gemeinsam ihren Nachwuchs groß zu ziehen. Derzeit schlägt sich das Paar tagsüber den Magen voll, um nach dem zehrenden Rückflug aus dem Süden wieder eine gute körperliche Kondition zu bekommen. Nachts bleiben sie gemeinsam am Horst, den sie nun, zu zweit, auch besser gegen Konkurrenten verteidigen können. Beobachter besitzen morgens und abends die größten Chancen, die Tiere anzutreffen. 

Tatsächlich breitet sich im Ort das Storchenfieber wieder epidemiemäßig aus. Schödl etwa erreichen unzählige Anrufe und E-Mails, „mehr noch als im Vorjahr“, sagt der Geschäftsführer der LBV-Regionalgruppe Garmisch-Partenkirchen/Weilheim-Schongau. „Sensibilität und Aufmerksamkeit sind in der Bevölkerung einfach da.“ Die Murnauer freuen sich über die Rückkehrer, die das vierte Storchenjahr im Ort einläuten. Besonders eng ist die Verbundenheit an der Emanuel-von-Seidl-Schule. „Die Kinder sind wie wir Lehrer begeistert“, sagt Rektorin Angelika Bader. Als sie selbst das Paar erstmals kuschelnd auf dem Dach erblickte, „war das ein sehr schöner Anblick“. Jeder identifiziert sich mit den Vögeln, es gelte: „Wir sind die Storchen-Schule.“ Nun hoffen alle, dass es sich um die Eltern Emanuel und Emanuela von 2015 handelt, die auf dem Kamin sitzen – und natürlich „auf Nachwuchs“, sagt Bader. 

Die Entwicklung der Eier nimmt rund drei Wochen in Anspruch. Im Lauf der ersten Aprilwoche könnte also mit dem Gelege zu rechnen sein. Drei bis fünf Eier hegt und pflegt ein Paar im Schnitt. Nach weiteren etwa vier Wochen schlüpfen die Jungen. Jungspund Muki hat mit all dem noch nichts am Hut. Störche, die nicht geschlechtsreif sind, bleiben nach Angaben Schödls im Süden. In der Regel klappt es im dritten, vierten Jahr mit der Fortpflanzung.s

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