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Ziehen an einem Strang: (v.l.) Lehrer Johannes Riedelsheimer, Maximilian Weig (Leiter Schultheatertage) sowie Josef Holzmann, Direktor des Staffelsee-Gymnasiums.

Theatertage der bayerischen Gymnasien in Murnau

Ein Festival, das zusammenschweißt

Murnau -  Kulturfreunde können sich den Juli 2018 schon mal vormerken. Dann werden nämlich die Theatertage der bayerischen Gymnasien in Murnau stattfinden.

Theater, das kann man wohl sagen, ist ein Steckenpferd der Murnauer. Ob Bauerntheater oder freies Theater, Sommerfrischler oder Soloabende – in Murnau wird viel und gerne gespielt und geschaut. In einer zunehmend digitalisierten Lebenswelt herrscht anscheinend ein großes Bedürfnis nach analogen Erlebnissen. Deshalb wird 2018 ein ganz besonderes Jahr für die Aktiven: Dann werden nämlich die Theatertage der bayerischen Gymnasien im Markt stattfinden.

Die Veranstaltung, zu der jeweils etwa zehn herausragende Schultheaterproduktionen aus ganz Bayern eingeladen werden, finden seit 1957 an immer anderen Veranstaltungsorten statt. Johannes Riedelsheimer, der seit mehreren Jahren Gruppen am Staffelsee-Gymnasium leitet, war selbst schon mit seinen Schülern zu Gast auf den jährlich stattfindenden Tagen, bei denen Festival und Fortbildung miteinander kombiniert werden. Und dabei reifte die Idee, diese doch auch mal nach Murnau zu holen. Nun hat auch die Fördergemeinschaft für das Schultheater an den bayerischen Gymnasien, die das Festival veranstaltet, sich für Murnau entschieden.

Der Leiter der Schultheatertage, Maximilian Weig, reiste jetzt zum ersten Mal nach Murnau, denn die Gemeinde erwartet auch ein logistisches Großereignis. Rund 250 Schüler aus ganz Bayern werden in den Ort kommen. Übernachten werden sie voraussichtlich in der Schule. Deshalb galt der erste Besuch Weigs auch dem Direktor des Staffelsee-Gymnasiums, Josef Holzmann, der das Projekt unterstützt und sich schon jetzt darauf freut, Schule wieder einmal auf ganz besondere Art und Weise zu gestalten. „So eine Veranstaltung auszurichten bedeutet für alle Beteiligten viel Arbeit“, erklärte Weig, „aber sie hat auch viel Potential für eine Schule und das Kollegium. So ein Festival schweißt auch zusammen.“

Für die Vorbereitungen will Riedelsheimer deshalb die interessierten Kollegen gewinnen. Und natürlich sollen die Schüler eingebunden werden. Es wird mehrere Praxisseminare geben, in denen sich die Schüler selbst mit der Vorbereitung der Veranstaltung beschäftigen. Drei von ihnen traf Weig bei seinem Besuch in Murnau schon mal. Paula von Roland, Felicitas Einzmann und Laurin Hilsdorf haben selbst schon als Schauspieler an Theatertagen teilgenommen und erinnern sich gerne an die tolle Atmosphäre, als sie mit dem Stück „Jugend ohne Gott“ in Unterhaching spielten. Für sie steht bereits jetzt fest, dass sie dabei sein werden, wenn es darum geht, das Festival auf die Beine zu stellen. 

Anschließend machten Riedelsheimer und Weig eine Besichtigung der möglichen Spielstätten. In erster Linie werden das wohl das Kultur- und Tagungszentrum sowie die Ödön-von-Horváth-Aula des Gymnasiums sein. Und da beide Lehrer regelmäßig praktisch mit Schülern arbeiten, waren sie schnell dabei, sich über die technischen Möglichkeiten der Bühne, über Beleuchtung und Auftrittsmöglichkeiten auszutauschen.

Für Riedelsheimer ist es ein Wunsch, dass die Theatertage vom 18. bis 21 Juli 2018 auch über die Schule hinaus zum Ereignis für Murnau werden. Kooperationen, zum Beispiel mit der Horváth-Gesellschaft, wären möglich, und schon jetzt hat er Visionen davon, wie in weniger als zwei Jahren, Schülern aus ganz Bayern die Murnauer Fußgängerzone mit Leben erfüllen – doch bis dahin ist noch viel zu tun.

Heribert Riesenhuber

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