An der Spitze von Murnau Miteinander: Astrid Bühren. Archiv-Foto: Herpen

Murnau Miteinander: Die Denkfabrik

Murnau - Die Bürgerinitiative Murnau Miteinander hat sich zu einem fleißigen Ideen-Lieferanten gemausert. Die Anerkennung der Gemeinnützigkeit scheint gesichert.

Es sind viele kleine Bausteine, die Murnau lebens- und liebenswerter machen sollen. Angefangen bei der Verkehrssicherheit über die Förderung erneuerbarer Energien bis hin zur Vermittlung von Ehrenamtlichen - um nur einige Beispiele zu nennen. Mit einem regelrechten Feuerwerk an Ideen hat die Bürgerinitiative Murnau Miteinander den Großteil ihres ersten Vereinsjahrs zurückgelegt. Sie mauserte sich in kürzester Zeit zu einem der kreativsten Vereine des Marktes. Etliche Projekte, schätzungsweise um die 20, wurden angepackt oder bereits umgesetzt.

Die größte Hürde scheint jetzt - nach intensiven Verhandlungen mit den Genehmigungsbehörden - genommen: die Anerkennung als gemeinnütziger Verein. Um diesen Status zu erhalten, muss sich die rund 250 Mitglieder starke Gruppierung dem Allgemeinwohl verschreiben und darf keine Form von Wirtschaftsförderung betreiben, etwa in den Bereichen Einzelhandel oder Tourismus. „Dafür gibt es den Verein für Wirtschaftsförderung“, erklärt Astrid Bühren, Erste Vorsitzende von Murnau Miteinander. Die Ärztin betont: „Keiner von uns hat wirtschaftliche Ziele vor Augen. Uns geht es um die Zukunftsentwicklung der Gemeinde und um die Lebensqualität der Bürger.“ Entsprechend musste die Vereinssatzung gestaltet werden. Das neue Regelwerk steht bei der nächsten Mitgliederversammlung am 14. März zur Abstimmung. Die Anerkennung der Gemeinnützigkeit ist sehr wichtig: Zum Beispiel kann dann Murnau Miteinander Spendenquittungen ausstellen - die Voraussetzung, um Sponsoren zu gewinnen. Schließlich sollen eines Tages Projekte mit Geld von Förderern finanziert werden.

Bislang arbeitet Murnau Miteinander recht günstig: Die sieben Teams, in denen um die 100 Aktive mitwirken und die sich Themen-Schwerpunkte wie etwa Ortsgestaltung, Ökologie oder Soziales ausgesucht haben, konzentrierten sich bislang auf Planungen, Info-Veranstaltungen oder Konzepte, die ehrenamtlich zu realisieren sind. Generell begreift sich die Gruppierung als Denkfabrik, die ihre Ideen weitergibt, etwa an die Marktgemeinde. Beispielsweise wurde ein Konzept erarbeitet, wie die Bahnhofstraße attraktiver gestaltet werden kann. Bislang habe die Vorstandschaft noch keinen Vorschlag der Teams abgelehnt, berichtet Zweiter Vorsitzender Christoph Foerst. Wichtigstes Kriterium sei die Machbarkeit.

Aufgaben für 2011 gibt es genug. Ein Hauptanliegen soll das bereits öffentlich präsentierte Strategiepapier zur Schaffung eines Gesundheitsnetzwerkes sein, das den Schwerpunkt auf den zukunftsträchtigen Bereich der Gesunderhaltung legt. Im Februar will Murnau Miteinander das Thema dem Gemeinderat vorstellen. „Wir können nur den Impuls geben. Die nächsten Schritte muss die Gemeinde machen“, sagt Foerst. Weitere größere Projekte sind die Herausgabe eines Seniorenratgebers, speziell auf den Wohnort Murnau abgestimmt, und die Bündelung von Veranstaltungsterminen im Internet. (as)

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