Überraschende Wende? Bericht über erste GroKo-Gespräche 

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In Reih und Glied: Autos an der Ampel an der Ausfahrt von der Kemmelallee.

Debatte um Ausfahrt vom Kemmelpark

Staut sich’s oder nicht?

Murnau - Der Verein Murnau Miteinander kämpft für eine Aufweitung der Abbiegespur an der Kemmelallee. Kämmerer Hubert Süß hält einen solchen Schritt derzeit nicht für nötig.

Das Thema lag in Murnau schon vor ein paar Jahren auf dem Tisch. Doch nach der Umstellung der Ampelschaltungen an der B 2 ist die Verlängerung der Abbiegespur von der Kemmelallee auf die Weilheimer Straße zurückgestellt worden. Nun stand die Angelegenheit im Verkehrsausschuss auf der Tagesordnung. Doch der Punkt wurde abgesetzt. Der Grund: Die Murnauer Grundstücks-Verwaltungs GmbH (MGV) soll sich damit befassen.

Dass die Sache überhaupt wieder zur Sprache kommt, liegt am Verein Murnau Miteinander. Man halte die Verlängerung für „dringendst erforderlich“, betont Bernd Metzger, der im Team Ortsgestaltung & Verkehrsplanung aktiv ist. Der Verein hatte 2016 im Rahmen eines „Runden Tischs“ angeregt, die Abbiegespur aufzuweiten, indem man den Gehweg verlegt. Damit könnten sich die Fahrzeuge nebeneinander aufstellen und unabhängig von der Ampelschaltung in die Weilheimer Straße einfahren.

Bis dato ist es nämlich so: Die Kemmelallee weitet sich erst kurz vor der Ampelanlage an der Einmündung in die Weilheimer Straße. Nur ganz vorne an der Haltelinie haben zwei Fahrzeuge nebeneinander Platz. Alle dahinter stehen in einer Reihe. Rechts Richtung Reschkreuzung abzubiegen, ist erst dann möglich, wenn der Linksabbieger ebenfalls Grün bekommt. „Zu den Stoßzeiten bilden sich immer wieder lange Rückstaus in das Kemmelgelände“, heißt es in der Sitzungsvorlage für den Verkehrsausschuss.

Hubert Süß, Kämmerer und MGV-Geschäftsführer, sieht das jedoch nicht so. „Die Erfahrung zeigt, dass der Verkehrsabfluss aus dem Kemmelpark auf Grund der neuen Ampelschaltung, auch in Stoßzeiten bei einem Rückstau bis zu den Einkaufsmärkten, bestens funktioniert.“ Eine Notwendigkeit für eine Verlängerung der Rechtsabbiegespur sei aus der täglichen Beobachtung momentan nicht zu erkennen. Daher lehnt Süß sie zum gegenwärtigen Zeitpunkt ab. Gegenüber dem Tagblatt sagte er, dass auch viele Besucher seine Einschätzung teilten.

Man sollte aus Süß’ Sicht abwarten, bis das ehemalige Militärareal vollständig bebaut ist und die Stromnetzkonzession übertragen ist. Denn im Bereich der Kemmel-Anbindung sind Leitungen verlegt. Darüber hinaus sollte nach Süß‘ Dafürhalten „gründlich geprüft werden, ob eine Änderung der Anbindung eine Änderung des Bebauungsplans ,Zufahrt Kemmelpark‘ erfordert“. Außerdem werde die Weilheimer Straße langfristig in ihrer verkehrlichen Bedeutung herabgestuft werden. Dann könnten sich für Murnau „andere Möglichkeiten für die Anbindung des Kemmelparks ergeben“. Zum Beispiel ein Kreisverkehr.

Das Ordnungsamt betrachtet eine Aufweitung hingegen als „vorteilhaft, da dies zum schnelleren und besseren Abfluss“ an der Kemmelallee beitrage „und der Verkehrsfluss auf der B 2 dadurch kürzer unterbrochen wird und sich Rückstaus minimieren würden“. Allerdings müssten Bäume und Sträucher entfernt werden. Das Staatliche Bauamt Weilheim hat den Ausbau übrigens bereits genehmigt.

Wie MGV-Geschäftsführer Süß am Donnerstag mitteilte, soll das Thema heuer im Aufsichtsrat der Gesellschaft behandelt werden.

Roland Lory

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