Unvernünftiger geht es kaum: Trotz der Unwetterwarnungen befanden sich am Samstagnachmittag noch viele Menschen mit Booten bei Seehausen auf dem Staffelsee. Eine Vermisstenmeldung leitete schließlich einen groß angelegten Rettungseinsatz ein.
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Großes Aufgebot am See: 60 Rettungskräfte waren am Samstag im Einsatz. 

Unwetter-Einsatz am Staffelsee: Rettungskräfte holen Bootsfahrer bei Sturm und Hagel vom See

  • Christian Fellner
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Unvernünftiger geht es kaum: Trotz der Unwetterwarnungen befanden sich am Samstagnachmittag noch viele Menschen mit Booten bei Seehausen auf dem Staffelsee. Eine Vermisstenmeldung leitete schließlich einen groß angelegten Rettungseinsatz ein.

Seehausen –Bei Sturm, Starkregen und Hagel auf dem See – ein Szenario, das nicht nur in Spielfilmen oft ein schlechtes Ende nimmt. Am Samstagnachmittag mussten die Rettungskräfte genau deshalb in Scharen ausrücken, um in Not geratene Wassersportler vom Staffelsee zu holen. Zudem beschäftigte eine Suchaktion nach zwei Stand-Up-Paddlern die Feuerwehren aus Murnau und Seehausen, die Wasserwachten aus Uffing, Seehausen und gar Kochel sowie Einsatzkräfte der Polizei und des Roten Kreuzes bei widrigen äußeren Bedingungen. Das Positive: Nach rund 90 Minuten konnten die rund 60 Hilfskräfte den Einsatz ohne größeren Schaden beenden, alle Personen wurden vom See geholt und nach Hause entlassen. Das Ärgerliche fasst die Polizei treffend zusammen: „Auf dem Staffelsee und Riegsee bestand seit 13.50 Uhr eine Sturmwarnung! Trotz dieser Warnung waren sehr viele unvernünftige Wassersportler auf beiden Seen unterwegs.“

Der Einsatz begann gegen 15.30 Uhr mit dem Hilferuf einer Frau bei der Wasserwacht Uffing: Sie meldete ihren 54-jährigen Ehemann und den Sohn als vermisst. Die beiden Ohlstädter hatten sich mit ihrem Paddle-Board von Seehausen aus auf den Weg zur Insel Wörth gemacht. Als das Gewitter über dem See ausbrach, waren sie noch nicht zurück. Daher informierte die Frau die Wasserretter. Dieser Fall klärte sich recht schnell auf: Gegen 15.55 Uhr traf eine Polizeistreife die beiden Ohlstädter am Ufer bei Seehausen an.

Doch damit nicht genug: Weitere fünf Boote, auch Ruderboote, befanden sich an diesem Unwetter-Nachmittag noch auf dem See. Die Insassen waren teils leicht unterkühlt, definitiv patschnass, nach einer Untersuchung durch den Rettungsdienst konnten sie aber alle den Heimweg antreten. Einen wichtigen Hinweis verkniff sich die Feuerwehr Murnau in dieser Sache nicht: „Warnzeichen, egal ob an Wasser oder an Land, sollten doch bitte berücksichtigt werden. Sie schützen unter Umständen nicht nur ihr eigenes Leben, sondern auch die Gesundheit der Einsatzkräfte.“ 

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