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Da freut sich jemand: Johanna Jansen erhält von Direktor Josef Holzmann das Zeugnis.

110 Absolventen am Staffelsee-Gymnasium

Abi 2017: Ein besonderer Jahrgang

Geschafft: 110 Schüler haben in Murnau das Abitur bestanden. Sie bekamen jetzt in der Aula der Bildungsstätte die Zeugnisse überreicht.

Murnau – Unbändige Lebensfreude, aber auch ein wenig Wehmut waren am Freitagabend bei der Verleihung der Abiturzeugnisse am Murnauer Staffelsee-Gymnasium zu spüren. Denn wer weiß, ob sich der Jahrgang in dieser Konstellation jemals wieder sehen wird. Eltern, Verwandte und Freunde der 110 Absolventen waren in die Ödön-von-Horváth-Aula gekommen, um das Ereignis gemeinsam zu feiern.

    Von einem „besonderen Jahrgang mit besonderen Qualitäten“, der zudem auch außergewöhnlich groß und erfolgreich sei, sprach Direktor Josef Holzmann.Der Gesamtschnitt lag bei 2,27. Zwei Schüler schafften die Traumnote von 1,0. Nämlich: Nikolas Heinloth und Tim Schütrumpf (wir berichteten). 34 Abiturienten haben eine Eins vor dem Komma.

    Klar, um das Kommende ging es auch bei dieser Feier: „Es ist natürlich wichtig, sich viele Gedanken zu machen über die Zukunft“, sagte Clara Weinzierl, die mit Maximilian Toepfer die Abitturrede hielt. „Trotzdem sollten wir nie vergessen, dass wir jetzt vor dem Sommer unseres Lebens stehen, das Abi in der Tasche, das Leben vor uns. Wir haben es verdient, den Moment zu leben, das jetzt zu genießen und zum Augenblicke zu sagen, verweile doch, du bist so schön.“ Goethes Faust lässt grüßen. Weinzierl und Toepfer garnierten ihre Rede mit zahlreichen Anekdoten – und spickten sie mit viel Humor und Ironie.

    Seitens der Politik war unter anderem Vizelandrat Dr. Michael Rapp (CSU) gekommen, der selbst am Murnauer Gymnasium unterrichtet. „Euch steht vieles offen“, rief er den Abiturienten zu. „Ihr habt ein hervorragendes Rüstzeug an dieser Schule bekommen.“ Das Abi-Zeugnis eröffne enorme Chancen. „Es ist aber keine Lebensversicherung.“ Um die Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium ging es auch. „Das ist zum Wohl aller, auch der Vereine“, betonte Rapp. „Es wäre schön, wenn das eine Zeit lang so bliebe.“ Die Lehrer bräuchten Zeit, um in Ruhe arbeiten zu können. Auch Holzmann begrüßte die Rückkehr zum G9. Die Diskussionen ums G8 seien „unsäglich“ gewesen. Er hoffe, dass das Gymnasium nun „aus den Schlagzeilen verschwindet“. Holzmann erwähnte zudem zehn Themen, mit denen sich die Schüler im W-Seminar befassten. Dazu gehörten Arbeiten über den Schriftsteller Ödön von Horváth, den Seehauser Buchhändler und Verleger Matthäus Rieger, über „Die Verlockung des Todes im Dschihad“ oder auch über die sensorische Prüfung verschiedener Biersorten. Ein Highlight war das P-Seminar, bei dem Schüler in Ausrüstung wie vor 2000 Jahren die Alpen überquerten. Die Aktion im Sommer 2016 fand ein riesiges Medienecho. Der Abiball ging am Samstagabend in der Aula über die Bühne.

Die Preisträger

Urkunden für besonders gute Leistungen: Nikolas Heinloth (1,0), Tim Schütrumpf (1,0), Aaron Randig (1,1), Niklas Seewaldt (1,1), Stephan Rasch (1,2), Maximilian Toepfer (1,2), Luisa Wanger (1,2), dazu gab es einen Büchergutschein über 30 Euro; die 13 besten Schüler bis zum Schnitt 1,5 erhielten Urkunden für das Stipendium e-follows; Preis des Vereins der Freunde des Staffelsee-Gymnasiums für besondere Leistungen auf dem Gebiet der Musik: Johannes Grasegger, Thomas Nebl, Korbinian Neuner, Korbinian Schaur; Preis der Deutschen Physikalischen Gesellschaft: Tobias Buchner, Christoph Großklaus, Stephan Rasch (Buchpreis); Preis des Verbandes der chemischen Industrie: Aaron Randig; Theaterpreis des Vereins der Freunde des Staffelsee-Gymnasiums: Clara Weinzierl; Biologie-Zukunftspreis: Luisa Wanger; Preis der mathematischen Vereinigung: Nikolas Heinloth; Horváth-Stiftungspreis: Tim Schütrumpf, Niklas Seewaldt; Preis der Dr.-Auguste-Schaedel-Dantscher-Stiftung: Franziska Fronhöfer; Studienstiftung des deutschen Volkes (Vorschläge): Tim Schütrumpf, Nikolas Heinloth, Aaron Randig; Preis des Historischen Vereins: Maresa Dotzer, Maximilian Toepfer; Young women in public affairs Award des Zonta-Clubs Murnau: Lea Kölsch.

Roland Lory

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