Der Fall wurde am Amtsgericht verhandelt.
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Der Fall wurde am Amtsgericht verhandelt.

Verhandlung am Amtsgericht

Afghane benimmt sich völlig daneben - Geldstrafe ist die Folge

Ein 25-jähriger Afghane ist am Amtsgericht Garmisch-Partenkirchen zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Er hatte in Murnau unter anderem eine Frau belästigt und Polizisten beschimpft.

  • Ein 25-jähriger Mann hat sich in Murnau gehörig danebenbenommen.
  • Hierfür bekam er jetzt am Amtsgericht die Quittung.
  • Der Afghane wurde zu einer Geldstrafe von 1750 Euro verurteilt.

Garmisch-Partenkirchen – Richter Dr. Benjamin Lenhart sprach deutliche Worte: „Sie haben sich in drei Situationen völlig unmöglich benommen.“ Der Angeklagte (25) belästigte am frühen Morgen des 20. Oktober 2019 im Murnauer Kultur- und Tagungszentrum zunächst eine junge Frau, beleidigte anschließend die Türsteher. Auf der Fahrt in die Dienststelle beschimpfte er auch noch die Polizisten mit den unflätigsten Worten. Der afghanische Staatsbürger erhielt wegen Beleidigung in drei Fällen einen Strafbefehl über 60 Tagessätze à 45 Euro (2700 Euro). Dagegen legte er Einspruch ein, es kam zur Verhandlung vor dem Amtsgericht Garmisch-Partenkirchen.

Viel Wodka intus

Über den Dolmetscher ließ der Angeklagte, der im Staffelseegebiet lebt, verlauten, dass er niemanden habe beleidigen wollen. „Ich habe noch nie in meinem Leben Probleme mit der Polizei gehabt“, berichtete der 25-Jährige. Richtig erinnern könne er sich an den Abend im Kultur- und Tagungszentrum nicht mehr. Er habe nur runterkommen wollen, viel Wodka getrunken. Der Pegel stieg auf rund 2,0 Promille. Was genau passierte, schilderte eine Polizistin. Die Beamten waren gegen 3 Uhr zum Einsatz wegen einer randalierenden Person gerufen worden. Der Beschuldigte stand beim Eintreffen der Streife am Eingang Richtung Kurpark, die Sicherheitskräfte hatten ihn gefesselt. „Er hat uns ständig beleidigt“, berichtete die Polizistin (40). „Er hat sich wieder beruhigt, aber dann ging’s wieder los.“ Kräftige Schmähungen auf Deutsch waren ihm offensichtlich geläufig. Auf der Fahrt ins Präsidium, auf dem Weg zur Zelle schimpfte er weiter.

Mann will Ausbildung machen

Rechtsanwalt Michael Röhrig legt drei Schriftstücke vor. Sein Mandant habe mittlerweile die Fachambulanz der Caritas besucht. „Er trinkt jetzt nur noch am Wochenende sein Feierabendbier“, versicherte der Verteidiger. Zudem hatte der Angeklagte ein Entschuldigungsschreiben an die Polizei in Murnau geschickt, in dem er sein Fehlverhalten bedauert. Darüber hinaus verlas Röhrig einen Schriftsatz des Landratsamts, in dem es heißt, dass der Beschuldigte eine Ausbildung machen könne, falls die Tagessatzhöhe nicht so hoch wie im Strafbefehl ist. Der Afghane gab an, in einer Murnauer Metzgerei eine Lehre machen zu wollen.

Mehrere Menschen beleidigt

Staatsanwalt Martin Lahl hielt dem Beschuldigten zugute, dass er bislang straffrei durchs Leben gegangen war und bei seinen Untaten alkoholbedingt enthemmt war. Gleichwohl habe er mehrere Menschen beleidigt. Lahl hielt eine Strafe von 60 Tagessätzen à 35 Euro für angemessen. Röhrig sah seinen Mandanten auf einem guten Weg. „Er war damals nicht der, der er jetzt ist.“ Um dem Angeklagten die Chance zu einer Metzgerlehre zu geben, forderte der Verteidiger eine Geldstrafe zu 40 Tagessätzen à 35 Euro.

Denkwürdiger Auftritt

Lenhart reduzierte zwar die Tagessatzhöhe auf 50 Tagessätze à 35 Euro (1750 Euro), blickte in der Urteilsbegründung aber nochmals auf die Verfehlungen des Angeklagten am frühen Morgen vor eineinhalb Jahren zurück: „Was war das für ein Auftritt!“. Der Richter hält es für jedoch wünschenswert, dass der Afghane eine Ausbildung machen kann und vermerkte dieses Detail explizit im Urteil als Empfehlung für die Verwaltungsbehörde.

Alexander Kraus

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