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Gefährlich oder nicht? Die neue Mobilfunktechnologie 5G ist hochumstritten. 

5G-Gegner machen mobil

Aktion in Murnauer Fußgängerzone: Menschenkette gegen Mobilfunk

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Der Widerstand formiert sich: Um 5G zu stoppen und im Landkreis ein Zeichen gegen die umstrittene Mobilfunktechnologie zu setzen, wollen Aktive am kommenden Samstag von 10 bis 12 Uhr in Murnaus Fußgängerzone eine Menschenkette bilden. Ärger bereitet auch der Sendemast in Seehausen.

Murnau/Seehausen – 5G: Eine Ziffer- und Buchstabenkombination, die auf einer Sprechanlage oder auf einem Klassenzimmerschild stehen könnte. Niemand würde dem größere Aufmerksamkeit zollen. Doch was so harmlos aussieht, birgt Sprengkraft: Bei 5G handelt es sich nach LTE, UMTS und WLAN um die neueste Mobilfunk-Generation. Sie arbeitet mit hochfrequenten Wellen und ermöglicht extrem schnelle Datenübertragungsraten. Aus Sicht von Kritikern ist sie mit kaum abschätzbaren Gefahren für die Gesundheit verbunden.

In Murnau startet deswegen eine Aktion: Am kommenden Samstag, 18. Januar, wollen Aktive in der Fußgängerzone – unterhalb des Gasthauses Griesbräu – von 10 bis 12 Uhr eine Menschenkette bilden. „Die Bevölkerung muss endlich aufwachen. Die Situation ist viel gefährlicher, als die meisten denken. Vielen ist 5G noch nicht einmal ein Begriff“, ärgert sich Sabine Brenner von der Bürgerinitiative „Stoppt 5G“. Zusammen mit den rund 20 anderen Aktiven, die sich bislang angemeldet haben, will sie deswegen in Murnau ein Zeichen setzen. „Wir werden alle schwarz gekleidet sein und tragen Schilder mit entsprechenden Aussagen am Körper – groß genug, dass jeder es lesen kann.“ Die neue Mobilfunk-Generation, die in Deutschland flächendeckend eingeführt werden soll, bezeichnet die Huglfingerin als „Supergau für die Gesellschaft“. Schlaf- und Konzentrationsstörungen, Tinnitus, Kopfschmerzen bis hin zu Krebserkrankungen: Das Risikopotenzial sei gigantisch. Brenner hofft, dass möglichst viele Gegner an der Aktion teilnehmen: „Jeder kann sich spontan in die Gruppe einreihen und mitmachen.

Auch in Seehausen ist man alles andere als erfreut über das, was derzeit in Sachen 5G passiert. Konkret über das Fehlen von Kommunikation. Denn ohne die Gemeinde vorab darüber zu informieren, hat der Netzwerkbetreiber Vodafone Mitte vergangenen Jahres einen Mobilfunkmast im Ort einfach mit 5G-Technologie bestückt. „Das wurde uns erst Ende des Jahres mitgeteilt“, ärgert sich Seehausens Bürgermeister Markus Hörmann (CSU) im Tagblatt-Gespräch. Zwar besteht bei der Aufrüstung von Sendemasten mit dieser Technologie keine Genehmigungspflicht, und beteiligen kann sich eine Gemeinde an den entsprechenden Verfahren auch nicht. „Doch einfach so vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden, quasi aus dem Fernseher davon zu erfahren, das ist schon sehr seltsam. Bis kurz vor Weihnachten waren wir noch blank.“ Der Rathauschef fordert Aufklärung von wissenschaftlicher Seite und will so bald wie möglich eine öffentliche Informationsveranstaltung mit Experten und Ämtern anberaumen. Intensive Gespräche dazu liefen derzeit. „Mir ist es wichtig, verlässliche Informationen zu bekommen – ob und wie gefährlich 5G ist und wie die Bestückung unseres Masts mit dieser Technologie juristisch zu bewerten ist.“ Die Gefahr von Wildwuchs solcher Anlagen im Ort indes sieht Hörmann nicht, da es nur eine Fläche dafür gebe.

Auch eine Unterschriftenaktion lief bis vor Kurzem. Rund 350 Seehauser hätten sich eingetragen, sagt Brenner. Die Namen fließen in eine Petition mit dem Titel „Stoppt 5G in Deutschland und im All“ ein, die sich an verschiedene maßgebliche Behörden richtet.

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