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Austausch mit Unternehmern: (v. l.) Peter Wiesendanger (Wiesendanger Medien), Maria Vogl (Agentur für Arbeit Weilheim), Prof. Anne Bergner (Hochschule Coburg), Jan-Ulrich Bittlinger (Wirtschaftsförderer) und am Mikrofon Andreas Weber (Modehaus Echter).

Aktionstag im Murnauer Innovationsquartier

Bessere Chancen in der Berufswelt

Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen, ist nicht immer leicht: Großes Interesse an entsprechenden Themen zeigten daher über 70 Teilnehmer, vor allem Frauen, beim Murnauer Aktionstag „Meine Chance auf dem Arbeitsmarkt der Region“. Dieser wurde von der Initiative Frau und Beruf GmbH und Kooperationspartnern abgehalten.

Murnau –Im Innovationsquartier (IQ) herrschte reges Treiben: Die Interessierten nutzten den Vormittag, um mit 25 Unternehmen, Weiterbildungsinstitutionen sowie Beratungsstellen in einen intensiven Austausch zu gehen über offene Stellenangebote, Möglichkeiten zur beruflichen Weiterbildung und zum Wiedereinstieg sowie über Vorstellungen auf Bewerber- wie auf Unternehmerseite. „Toll, dass so etwas gemacht wird“, war es immer wieder von den Besucherinnen zu hören.

„Grandios“ war auch das Fazit von Wirtschaftsförderer Jan-Ulrich Bittlinger. Und darum soll es zukünftig jedes Jahr im November einen derartigen Aktionstag im IQ geben. Sowohl in den Vorträgen als auch in den Einzelgesprächen wurde deutlich, dass die Herausforderungen zu den Themen Arbeit und Beruf eine von Familien, Unternehmen und Politik gemeinschaftlich zu bewältigende Sache ist. In seinem Begrüßungswort betonte Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum), wie wichtig es für das Familiengleichgewicht sei, „dass beide Partner ihren Anteil selbstbewusst an der Arbeit haben“. In anschließenden Gesprächen zeigte sich allerdings, wie schwer es oft ist, Familie und Beruf zu vereinbaren.

Unternehmen brauchen hier neue Denkansätze. Prof. Anne Bergner von der Hochschule Coburg spricht von „neuen Formen der Kinderbetreuung als soziale Innovation“. Hierfür bedarf es wiederum Unterstützung durch die Politik. Christian Bär, Chef des Murnauer Nobelhotels Alpenhof, erzählte zum Beispiel, dass er mit anderen Unternehmern ein Angebot zur Kinderbetreuung plane.

Drei erfolgreiche Wiedereinsteigerinnen vermittelten Mut und gaben Tipps. Nachdem sie ihre Zeit der Familie und dem Ehrenamt gewidmet hatte, wollte sich Katrin Negura wieder einer beruflichen Herausforderung stellen. „Wichtig ist, sich über seine Kompetenzen klar zu werden“, erzählte die Sekretärin. Ariane Brandt-Jarofke hat mit einer einzigen Bewerbung die Stelle bekommen, in der sie nun all ihre Fähigkeiten anwenden kann. „Ohne Frau und Beruf hätte ich nicht den Mut gehabt, den Schritt zu gehen“, meinte die Pädagogin. Sonja Staab, die in eine völlig neue Berufsrichtung gegangen ist, zeigte auf, wie wichtig das Dranbleiben auch bei Absagen ist: „Jedes Bewerbungsgespräch ist anders.“

An den Informationsständen konnten Wiedereinsteigerinnen über familienfreundliche Möglichkeiten in ihrem Betrieb berichten. Es wurde deutlich, dass lebenslanges Lernen immer mehr in den Fokus rückt, insbesondere vor dem Hintergrund der Digitalisierung. „Up to date bleiben, ist Grundvorraussetzung“, sagte Maria Vogl von der Agentur für Arbeit in Weilheim.

„Eine Mitarbeiterin in der Elternzeit hat alle vier Wochen vorbeigeschaut und sich informiert, was läuft“, erzählte der Murnauer Unternehmer Peter Wiesendanger, der in der Medienbranche den rasanten Entwicklungen in einem hohen Maße unterworfen ist.

Birgit Schwarzenberger

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