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Express-Verbindung zwischen Murnau und Rosenheim: Alpenbus kommt auf die Straße

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Von: Andreas Mayr

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Eine Skizze zeigt einen Busfahrplan.
Das Alpenbus-Konzept: Geplant sind die beiden Hauptlinien Murnau-Bad Tölz und Bad Tölz-Rosenheim. Hinzu sollen Zusatz-Fahrten zu den Osterseen und nach Gmund am Tegernsee kommen. © Grafik: MVV Consulting

In etwas mehr als zwei Stunden soll der Alpenbus die Fahrgäste von Murnau nach Rosenheim bringen. Der entscheidende Schritt in diesem Verkehrsprojekt steht nun an: die Finanzierung

Saulgrub – Geträumt wird schon lange: Ein Bus entlang der Alpen, eine Ost-West-Verbindung, die ewig lange Bahnabenteuer via München überflüssig macht. Seit 2018 gibt es konkrete Pläne, nun steht der wichtigste Schritt bevor. Die drei beteiligten Landkreise Miesbach, Bad Tölz-Wolfratshausen und Garmisch-Partenkirchen klären gerade die Finanzierung. Bis Weihnachten sollten alle zugestimmt haben.

Der Kreisausschuss beschied den Antrag einstimmig positiv. Im Schnitt 53 200 Euro würde der Landkreis in den ersten drei Jahren zuschießen. Nur noch das Placet des Kreistags fehlt. Am 16. Dezember tagt er. In derselben Woche bringen auch die Kollegen in Miesbach und Tölz den neuen Alpenbus auf die Straße – wenn alles wie erwartet verläuft.

Alpenbus: Stündlicher Takt zwischen Murnauer und Rosenheim

Vorgesehen ist ein stündlicher Takt zwischen Murnau und Rosenheim. Fahrzeit für die gesamte Strecke: etwas mehr als zwei Stunden. Aufgesplittet wird die Linie in zwei Teilabschnitte. Der westliche Ast führt von Murnau über Penzberg (auch Roche) nach Bad Tölz, von dort geht’s weiter nach Rosenheim. Zudem soll’s eine Alternativroute im Osten über den Tegernsee geben. Durch die Zweiteilung erhalten auch kleinere, lokale Busunternehmen die Chance, sich an der Ausschreibung – sie startet im März 2023 – zu beteiligen.

Neun Busse (davon drei für den Alpenbus West) benötigt man für das Projekt. Sie legen in den fünf Jahren Laufzeit geschätzte 1,35 Millionen Nutzwagenkilometer (also Fahrten mit Passagieren) zurück. Die Tarife orientieren sich an den Preisen des Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV), der bei der Planung unterstützt.

Freistaat fördert Ost-West-Trasse erst einmal mit 60 Prozent der Kosten

Da die Staatsregierung die neue Ost-West-Trasse als „landesbedeutende Buslinie“ eingestuft hat, fördert sie den Aufbau mit viel Geld. In den ersten drei Jahren übernimmt der Freistaat im Schnitt 60 Prozent der Kosten, danach immerhin noch die Hälfte. Auf den Landkreis Garmisch-Partenkirchen entfallen die niedrigsten Summen. 53 200 Euro jährlich haben die Planer kalkuliert.

Dementsprechend lobten alle Seiten den Alpenbus, den es früher bereits gegeben hatte. Landrat Anton Speer (Freie Wähler) hielt die „Queralpenlinie“ für „sehr wichtig“, insbesondere auch mit Hinweis auf die vielen Schüler und Studenten, die nach Rosenheim pendeln. Murnaus Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) lobte Mobilitätsmanagerin Elisabeth Zeitler sowie die Kollegen für den „stetigen Kampf, Murnau als Ausgangspunkt“ zu wählen. Damit schließe man eine große Lücke.

Alleine in Murnau dürften geschätzte 300 Arbeitskräfte beim Pharmariesen Roche in Penzberg (Landkreis Weilheim-Schongau) arbeiten. Beuting schlug vor, den Konzern zu beteiligen, um nochmals Kosten zu reduzieren. Zudem brachte er eine minimale Abwandlung der Route ins Spiel. Mit einem Abstecher ans Unfallklinikum (UKM) und nicht nach Habach (wie geplant) könnte man noch einmal viele Pendler integrieren sowie einige Großweiler, die sich ohnehin nach Penzberg orientieren, gewinnen.

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