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Perfekter Gastgeber: Alpenhof-Chef Christian Bär im neuen Eingangsbereich des Fünf-Sterne-Hauses.

Neue Betriebsstruktur vereinbart

Alpenhof Murnau: Christian Bär steigt mit ein

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Hoteldirektor Christian Bär krempelte Murnaus Alpenhof ordentlich um – und bindet sich jetzt noch enger an die Nobelherberge. Der 46-Jährige übernahm vom Eigentümer, der Unternehmensgruppe Tengelmann, die Betreibergesellschaft und pachtete langfristig die Immobilie.

Murnau Über drei Jahre ist es nun her, dass Christian Bär die Stelle als neuer Chef des Murnauer Alpenhofs antrat. Unter seiner Regie bekam das Fünf-Sterne-Haus, das sich in herrlicher Lage am Rande des Murnauer Mooses befindet, eine bemerkenswerte Frischzellenkur verpasst. Das Konzept der Modernisierung trägt Früchte. Die jährlichen Übernachtungszahlen ziehen laut Bär merklich an – kletterten von rund 28 000 (2013) auf aktuell 33 000. Ziel sind 40 000. „Das Haus trägt sich“, resümiert der Manager stolz. Das war anscheinend nicht immer so: Der Alpenhof galt früher als Prestigeobjekt, das wirtschaftlich nicht auf eigenen Füßen stehen konnte. Auch kursierten Gerüchte über angebliche Verkaufsabsichten. „Das ist vom Tisch“, stellt Bär klar.

Das Hotel gehört zum Immobilien-Imperium der Tengelmann-Gruppe, hinter der die Familie Haub steht. Die Eigentümer aus Mülheim an der Ruhr haben offenbar vollstes Vertrauen in den gebürtigen Münchner, der im Staffelsee-Gebiet aufgewachsen ist und sich hier zu Hause fühlt. Jedenfalls wurden jetzt die Bande noch enger geknüpft, wie Bär in einem Pressegespräch erklärte.

Er ist demnach nicht länger Angestellter in leitender Position, sondern stieg als selbstständiger Hotelier in das Unternehmen Alpenhof ein. „Es haben sich zwei Parteien gefunden, die eine Partnerschaft für die Zukunft eingegangen sind“, sagt Bär – und nennt das Ganze eine „Win-win-Situation“. Für ihn sei dieser Schritt eine „riesengroße Chance“. Es sei schon immer sein Traum gewesen, ein eigenes Hotel zu haben. Und der Alpenhof ist nicht irgendeins, sondern eine der feinsten Adressen in der Region mit über 100 Mitarbeitern.

Über Geld und Details will der Spross einer bekannten Familie – sein Onkel ist Ski-Legende Christian Neureuther aus Garmisch-Partenkirchen – nicht sprechen. Nur soviel: Der Alpenhof befindet sich laut Bär weiterhin im Eigentum einer Tochter der Tengelmann-Gruppe, der Trei Real Estate GmbH. Er kaufte dieser „nur“ die Firma ab, die das Hotel betreibt, und schloss einen langjährigen Pachtvertrag. Er ist nun geschäftsführender Gesellschafter, so der offizielle Titel, der Alpenhof Murnau Hotelgesellschaft mbH. Von der Trei Real Estate war keine Stellungnahme zu den neuen Strukturen zu bekommen.

Wie berichtet, läutete Bär einen mutigen und radikalen Kurswechsel ein: Der Alpenhof, dem früher ein eher biederes Image anhaftete, steht zwar weiterhin für Luxus, gibt sich aber betont bodenständig und regional. „Wir sind authentisch“, fasst Bär seine Philosophie zusammen. Der Hotelchef setzt zum Beispiel auf eine regionale Küche mit hochwertigen und frischen Produkten – und nicht mehr auf Gourmet-Kunst, die einst sogar mit einem Michelin-Stern geadelt war. Auch verzichtete er bei der Klassifizierung freiwillig auf den Zusatz Superior. Der Grund liegt auf der Hand: „Wir sprechen auf diese Weise ein viel größeres Gäste-Potential an.“ Zielgruppen sind vor allem Ruhesuchende und Teilnehmer an Workshops, die das Umfeld mit der schönen Landschaft und Murnaus Kulturangebot schätzen.

Tengelmann investierte kräftig, unter anderem in einen neuen Eingangsbereich samt Hotelbar und eine moderne Küche. Geplant ist eine Erweiterung, dann soll der Betrieb über mehr als 100 Zimmer (inklusive Gästehaus Moosberg) verfügen. Und Bär hat noch weitere Ideen, würde gerne den Wellness-Bereich im Freien und den Garten neu gestalten. Der Alpenhof-Chef hat dabei ein klares unternehmerisches Ziel: „Wir sind dabei, das Potenzial von Jahr zu Jahr zu verbessern.“

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