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8000 Quadratmeter Platz: Das Areal an der Kellerstraße, auf dem die Gebäude für Feuerwehr und BRK entstehen sollen. 

Gemeinderat bringt Großprojekt auf den Weg

Alter Volksfestplatz in Murnau: Ein Areal für zwei Blaulicht-Organisationen

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Diese Entscheidung hatte sich abgezeichnet: Auf dem alten Murnauer Volksfestplatz am Rewe-Markt soll ein Rettungszentrum mit separaten Gebäuden für die Feuerwehr und die BRK-Wache entstehen. Der Gemeinderat brachte jetzt das Großprojekt auf den Weg.

Murnau – Das Thema beschäftigt Murnaus Ortspolitik bereits seit Längerem: Die Freiwillige Feuerwehr braucht dringend ein neues Zuhause. Das bisherige am Viehmarktplatz platzt bekanntlich aus allen Nähten und entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen. Beim Bayerischen Roten Kreuz an der Seidlstraße sieht es ähnlich aus. Nun steht fest: Der alte Volksfestplatz an der Kellerstraße, der der Kommune gehört, soll als Gemeinschaftsareal genutzt werden. Darauf verständigte sich der Gemeinderat mit breiter Mehrheit. Lediglich die Zweite Bürgermeisterin Dr. Julia Stewens (Freie Wähler) hatte Bedenken und stimmte dagegen.

Zur Erinnerung: Im Juli hatte das Gremium den Grundsatzbeschluss gefasst, das Feuerwehrgerätehaus auf dem Gelände am Rewe-Markt zu errichten. Offen blieb allerdings die Frage, ob sich dort zusammen mit dem BRK eine Art Blaulicht-Campus realisieren lässt. Es kam die Sorge auf, solch eine Kombi-Lösung könnte das Entwicklungspotential der Floriansjünger einschränken.

Doch derlei Befürchtungen sind mittlerweile vom Tisch. Denn in einem vorberatenden Arbeitskreis, der aus Vertretern der Feuerwehr, der Verwaltung und des Gemeinderats besteht, hatten BRK-Funktionäre erklärt, dass lediglich die hauptamtliche Wache, also der Rettungsdienst, eine neue Unterkunft benötigt – und nicht die gesamte Ortsgruppe. Der Flächenbedarf liegt bei 1000 Quadratmetern – also ein verhältnismäßig kleiner Teil des insgesamt rund 8000 Quadratmeter großen Platzes. Und es sollen zwei getrennte Gebäude entstehen. Das BRK muss den Grund kaufen oder pachten – und selbst bauen. Der Arbeitskreis steht dieser Variante positiv gegenüber und sprach eine entsprechende Empfehlung aus, der nun der Gemeinderat folgte.

CSU-Gemeinderat Michael Hosp, selbst bei der Feuerwehr aktiv, zeigte sich zufrieden. Er mahnte jedoch in der Sitzung an, bei der Umsetzung des Vorhabens Feuerwehrhaus-Bau, für das die Gemeinde zuständig ist, keine Zeit zu verlieren. Denn: „Es eilt sehr.“ Auch Freie-Wähler-Chef Welf Probst drängte darauf, Gas zu geben.

Es gibt allerdings einen Haken: Bevor der erste Stein für den Komplex, in dem möglicherweise auch eine öffentliche Tiefgarage entsteht, gesetzt werden kann, muss auf dem Areal eine ehemalige Deponie mit tonnenweise Müll und Unrat ausgebaggert und entsorgt werden – eine aufwändige und vor allem teure Prozedur. Damit könne frühestens im Herbst 2020 begonnen werden, hieß es in der Sitzung, die mehrere Feuerwehr-Mitglieder um den Vorsitzenden Michael Montag verfolgten. „Wir machen das so schnell wie möglich“, kündigte Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) an. Aber das Ganze müsse mit Fachbehörden abgesprochen und ausgeschrieben werden. „Das braucht eine gewisse Zeit“, sagte der Rathauschef.

Hauptthema der Sitzung war eigentlich der Haushaltsentwurf für 2020. In dem rund 43,4 Millionen Euro schweren Etat spielt aber das Feuerwehrhaus eine Rolle. Für nächstes Jahr sind zwar nur erste Planungskosten in Höhe von 300 000 Euro vorgesehen. Die Investition wird aber die Gemeinde in den kommenden Jahren fordern. Denn es stehen geschätzte Gesamtkosten in Höhe von 8 Millionen Euro im Raum. Bemerkenswert: Die Kämmerei plant, diese Summe – und die für den Ersatzbau der Kindertagesstätte St. Nikolaus (7,5 Millionen Euro) – ohne Kreditaufnahme zu stemmen. Ein ehrgeiziges Ziel, das im Gemeinderat eine gewisse Verwunderung aufkommen ließ. Allerdings gibt es zwei Unsicherheitsfaktoren: die Höhe der Zuschüsse und die konjunkturelle Entwicklung, die einen wesentlichen Einfluss auf die Steuereinnahmen hat.

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