+
Diente als Rathaus-Provisorium: der Nordflügel des alten Gemeinde-Krankenhauses.

SPD schlägt Vermietung an Ärzte vor

Altes Gemeinde-Krankenhaus: Tauziehen um Nordflügel

  • schließen

Was soll aus dem Nordflügel des alten Murnauer Gemeinde-Krankenhauses werden, der bislang als Rathaus-Provisorium diente? Mit dem SPD-Vorschlag, darin Arztpraxen unterzubringen, konnte sich der Hauptausschuss nicht anfreunden. 

Murnau – Das Thema Arztpraxen beschäftigt Murnaus Ortspolitik bereits seit Längerem. Denn moderne, barrierefreie Betriebsräume mit ausreichend Parkplätzen vor dem Haus sind in der Marktgemeinde offenbar Mangelware. Die SPD-Fraktion bringt nun in Form eines Antrags einen Vorschlag ein, der ihrer Ansicht nach Abhilfe schaffen könnte: Im Nordflügel des alten Gemeinde-Krankenhauses könnten, so die Idee, Flächen an Mediziner vermietet werden. Der Komplex war während der rund zweijährigen Rathaus-Sanierung zu einem provisorischen Verwaltungssitz umfunktioniert worden. Möglicherweise zieht dort übergangsweise das Bauamt ein, während dessen Büros an der Schlossbergstraße ebenfalls auf Vordermann gebracht werden. Doch spätestens danach wäre der Gebäudetrakt frei.

Die SPD nennt eine ganze Reihe an Argumenten, die ihrer Ansicht nach für das medizinische Nutzungskonzept sprechen. „Den Bedürfnissen der Murnauer Bevölkerung und Arztpraxen nach einer zentralen, ortsnahen und optimierten medizinischen Versorgung wird Rechnung getragen“, schreiben die beiden Gemeinderäte Ernst Ochs und Dr. Elisabeth Tworek in dem besagten Antrag. Durch die Mieteinnahmen könnte man die wirtschaftliche Situation des James-Loeb-Hauses, das das Innovationsquartier der Kommune beheimatet, entscheidend verbessern. Und die Lösung wäre auch im Sinne des Vermächtnisses von James Loeb. Der US-amerikanische Mäzen und Bankier hatte bekanntlich einst den Bau des Gemeinde-Krankenhaus finanziert. Es bestehe Handlungsbedarf, meinte Ochs in der Sitzung des Hauptausschusses. Sonst drohe die Gefahr, dass Murnauer Ärzte in andere Orte abwandern.

Doch eine Mehrheit des Gremiums sprach sich gegen den SPD-Vorstoß aus – und folgte der Ansicht der Verwaltung, die empfiehlt, vom bisherigen Kurs nicht abzuweichen und eine Ansiedlung von Praxen außerhalb des Ortskerns möglichst zu vermeiden. Auch im Kemmelpark wird dies so gehandhabt. Der Hintergrund: Auf diese Weise will man verhindern, dass potentielle Kunden und Kaufkraft aus der Mitte abgezogen werden. „Die Ansiedlung von Ärzten außerhalb des Ortskerns würde die ohnehin schon angespannte Situation im Einzelhandel weiter verschärfen“, heißt es dazu in einer Stellungnahme. Eine endgültige Entscheidung über den SPD-Antrag muss der Gemeinderat fällen.

Wirtschaftsförderer Jan-Ulrich Bittlinger hat jedenfalls ganz andere Pläne für den Nordflügel. Er würde dort gerne den Coworking-Bereich des Innovationsquartiers unterbringen. In diesem können zeitweise Arbeitsplätze angemietet werden.

Unterstützung erhielt Bittlinger in der Sitzung des Hauptausschusses von Michael Manlik (ÖDP/Bürgerforum). Die Einrichtung, mit der die Marktgemeinde neue Branchen anlocken und Arbeitsplätze schaffen will, sei ein „Erfolgsmodell“, sagte er. Für eine medizinische Nutzung – dies habe ein Gutachten ergeben – müssten enorme Investitionen getätigt werden. „Das ist nicht wirtschaftlich“, meinte Manlik. Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) sieht das genauso. Er hält es für sinnvoller, im Ortszentrum Flächen für Ärzte zu schaffen. Doch es gab auch andere Stimmen zu hören. Etwa nach Ansicht von Welf Probst (Freie Wähler) ist der SPD-Vorschlag „überlegenswert“.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Teuflisch lustig: Hermann Giefer auf dem Weg in die Unterwelt
Von Lansing in die Unterwelt: Nun versuchen sich Dohoam-is-dahoam-Darsteller in einer Extraausgabe des Komödienstadels. Mit dabei: Hermann Giefer aus Mittenwald.
Teuflisch lustig: Hermann Giefer auf dem Weg in die Unterwelt
Hitzige Debatte über Mobilfunkmast in Graswang: Bürger lassen nicht locker
Die Situation ist verzwickt, die Rechtslage eindeutig. Gemeinden können sich nicht vor dem Aufstellen von Mobilfunkmasten schützen. Ettal geht‘s da nicht anders. 
Hitzige Debatte über Mobilfunkmast in Graswang: Bürger lassen nicht locker
Bär an Grenze gesichtet - Almwirte fordern Abschuss - Experte: Tier könnte längst in Bayern sein
Ein Braunbär ist an der Grenzen zu Bayern in eine Fotofalle getappt. Es ist bereits die zweite Bären-Sichtung in der Region in diesem Jahr. Ist das Tier gefährlich?
Bär an Grenze gesichtet - Almwirte fordern Abschuss - Experte: Tier könnte längst in Bayern sein
Der Gudiberg ist zurück: zwei Slalom-Wettbewerbe im Jahr 2022
Damit hat wohl keiner gerechnet: Auf dem Gudiberg werden wieder Weltcup-Rennen ausgetragen. 2022 finden dort zwei Slalom-Wettbewerbe statt. Mit dieser Nachricht …
Der Gudiberg ist zurück: zwei Slalom-Wettbewerbe im Jahr 2022

Kommentare