+
Bauen, bauen, bauen: Die Marktgemeinde Murnau hat einige kostspielige Großprojekte wie hier die Rathaus/Strütthaus-Sanierung bereits begonnen, andere stehen in den Startlöchern. 

Mitarbeiter mit zahlreichen Bauvorhaben konfrontiert

An der Belastungsgrenze: Verstärkung fürs Murnauer Bauamt

  • schließen

Die Liste der öffentlichen Projekte in Murnau, die bereits realisiert werden oder geplant sind, ist lang. Die Folge: Die Verwaltung muss ihr Personal aufstocken – mit einem Hochbau-Experten. Und sie setzt dabei auf ein modernes Arbeitsplatzmodell.

Murnau – Ein Blick auf Murnaus so genannte Prioritätenliste, die eine Art Investitionsfahrplan für die nächsten Jahre darstellt, genügt, um zu erkennen: Die Marktgemeinde nimmt richtig viel Geld in die Hand für eine ganze Reihe an Bauvorhaben. Einige, wie die Rathaus-Sanierung oder die Neugestaltung der Bahnhofstraße, sind bereits angelaufen. Andere kommen erst noch: Die Kommune will in den Wohnungsbau einsteigen, die Feuerwehr braucht dringend ein neues Gerätehaus – und eventuell muss auch für den Bauhof ein neues Domizil errichtet werden, um nur einige Beispiele zu nennen. In der Ortspolitik wurden daher in der jüngsten Vergangenheit immer wieder Stimmen laut, die auf eine Überlastung der Rathaus-Verwaltung hinwiesen. Vor allem das Bauamt bekommt die Fülle an Arbeiten zu spüren.

Nun wird offenbar reagiert. Der Markt sucht einen Diplom-Ingenieur der Fachrichtung Architektur oder Bauingenieurwesen – einen Hochbau-Spezialisten, der Marktbaumeister Klaus Tworek zur Seite steht. Für Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) steht fest: „Wir brauchen eine Entlastung im Bauamt.“ Der Gemeinderat gab für die Personalie schon grünes Licht, die Position ist ausgeschrieben. Beuting spricht von einer „hochqualifizierten Stelle“, die auch entsprechend vergütet werde. Wird sie besetzt, steigt die Anzahl der Mitarbeiter im Bauamt von derzeit 12 auf 13 an. Insgesamt hat der Markt rund 220 Mitarbeiter. Theoretisch könnte man die benötigten Leistungen auch von externen Fachbüros „zukaufen“. Beuting ist allerdings davon überzeugt, dass es auf Dauer günstiger kommt, einen eigenen Fachmann im Haus zu haben.

Stellt sich die Frage: Nimmt sich Murnau vielleicht einfach zu viel vor? Diese Kritik ist im Politbetrieb immer wieder zu hören. Nein, meint Beuting. „Das sind alles Pflichtprojekte“, sagt er. Man könne diese nicht auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschieben. Und Wunschvorhaben seien bei den Planungen noch gar nicht berücksichtigt, bemerkt der Politiker – offenbar in Anspielung auf einen möglichen Hallenbad-Bau.

Interessant ist: Das besagte Stellengesuch wartet mit einem Arbeitsplatzmodell auf, das im öffentlichen Dienst noch nicht sehr verbreitet sein dürfte. Die Rathaus-Verwaltung spricht in einer Pressemitteilung stolz von einer „Vorreiterrolle“, die der Markt im Landkreis übernehme. Es handelt sich um ein Desk-Sharing-Modell, also eine Organisationsform mit einem gemeinsam genutzten Schreibtisch. In der Praxis bedeutet dies, dass sich Mitarbeiter eine Stelle teilen und ihre Arbeitszeiten flexibel gestalten können. Auch an Heimarbeit wird gedacht. Für Beuting ist entscheidend, damit die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu fördern. Die Verwaltung wolle ein Zeichen setzen und auf die Bedürfnisse von Familien eingehen, sagt er. Zudem sollen Frauen, die als Mütter auf Teilzeitangebote angewiesen sind, die Möglichkeit erhalten, einen höherwertigen Job zu besetzen.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Gästeglück auf drei Rädern
Der Mittenwalder Kranzberg ist um eine Attraktion reicher: Ab sofort können Erholungssuchende, die es mal rasant wollen, mit den sogenannten Mountaincarts ins Tal …
Gästeglück auf drei Rädern
Kein Traumergebnis für Tunnelgott Dobrindt
60, 70 oder 80 Prozent? Lediglich die Höhe von Alexander Dobrindts Mega-Triumph in Oberau schien im Vorfeld der Bundestagswahl spannend zu sein. Am Ende siegte die …
Kein Traumergebnis für Tunnelgott Dobrindt
So geht‘s nach dem Bad Kohlgruber Bürgerentscheid weiter
Der Bürgerentscheid in Bad Kohlgrub hat ein deutliches Ergebnis gebracht. Doch wie geht es nun weiter? Darüber muss sich der Gemeinderat Gedanken machen.
So geht‘s nach dem Bad Kohlgruber Bürgerentscheid weiter
Farchanter Hotel-Pläne kommen auf den Tisch
Die Farchanter haben entschieden: Das neue Hotel an der Frickenstraße kann kommen. Mit dem Votum der Bürger ist auch der klare Auftrag zum Weiterplanen verbunden. Den …
Farchanter Hotel-Pläne kommen auf den Tisch

Kommentare