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Platzmangel: Das Gebäude der Seidl-Grundschule, in dem auch die Musikschule untergebracht ist.

Antrag an Gemeinderat

Mehr Bewegen: Neue Standorte für Musikschule und Kinderhort

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In Murnau sind Räume ein knappes Gut. Das gilt auch für öffentliche Einrichtungen. Mehr Bewegen bringt jetzt ein Konzept ins Spiel, mit dem gleich zwei Platzprobleme gelöst werden sollen – ganz ohne Neubau. Der Vorschlag: Die Musikschule zieht in die alte Post – und macht Platz für die Unterbringung der Hortkinder.

Murnau – Wo sollen die Mädchen und Buben des gemeindlichen Horts untergebracht werden? Diese Frage bereitet den Murnauer Ortspolitikern seit längerer Zeit Kopfzerbrechen. Denn die aktuelle Handhabung ist nur eine Übergangslösung. Aufgrund des Platzmangels können die insgesamt 43 Hortkinder nach dem Unterricht nicht unter einem Dach betreut werden. Eine Gruppe ist im Kindergarten Drachennest angesiedelt und eine weitere in der benachbarten Seidl-Grundschule – aus pädagogischer Sicht nicht ideal. Es war daher bereits einNeubau im Gespräch  – ein Thema, das aber letztlich vertagt wurde. Zuerst will man abwarten, wie sich mit Blick auf einen möglichen Rechtsanspruch auf eine Hortbetreuung die gesetzlichen Rahmenbedingungen und damit die Aussichten auf Zuschüsse entwickeln.

Mehr Bewegen greift nun den Dauerbrenner in Form eines Antrags an den Gemeinderat auf – und schlägt ein weitreichendes Immobilien-Projekt vor, das sicherlich für Diskussionsstoff sorgen wird. Fraktionschef Phillip Zoepf, der das entsprechende Schreiben verfasst hat, spricht von einer „großen Rochade“ und ist davon überzeugt, dass es nur Gewinner geben wird. Der entscheidende Punkt: Nach seinen Vorstellungen könnte die Camerloher Musikschule, bislang in der Seidl-Schule beheimatet, das historische Postgebäude beziehen. Das markante Bauwerk gegenüber dem Kultur- und Tagungszentrum (KTM) befindet sich nach Tagblatt-Informationen im Eigentum der Kommune und ist derzeit noch an die Deutsche Post vermietet. Die Musikschule habe mit ihren aktuell über 1000 Schülern die Kapazitätsgrenze erreicht, argumentiert Zoepf. Er ist davon überzeugt: „Die Umsiedlung der Musikschule an den Ödön-von-Horváth-Platz hätte mehrere positive Effekte.“ Parkplätze im Umfeld seien dort ausreichend vorhanden. Und: „Eltern, die ihre Kinder zum Musikunterricht bringen, können im nahen Ortszentrum Erledigungen tätigen, was zu einer Belebung des Ortskerns führt und auch den Horváth-Platz wieder ein Stück näher an den Ortskern bringt.“ Natürlich müsste man das Postgebäude „ertüchtigen“, fügt Zoepf hinzu.

In die freigewordenen Räumlichkeiten in der Seidl-Schule könnten dann, so das Kalkül, die Hortkinder einziehen. „Ein Anbau oder gar ein Neubau ist somit nicht notwendig“, resümiert Zoepf. Dies sei angesichts der anstehenden Großprojekte im Ort mit Abstand die „kostengünstigste Variante“.

Doch damit nicht genug: Der Mehr-Bewegen-Vorsitzende und seine Mitstreiter liebäugeln außerdem mit einer Veränderung im KTM, die ebenfalls Teil des Antrags ist. Die Gemeinde-Bücherei soll demnach ins Untergeschoss des Hauses verlegt werden, um im Erdgeschoss mehr Möglichkeiten für das Tagungsgeschäft zu schaffen.

Und was sagt man im Rathaus zu diesen Gedankenspielen? Das vermietete Postgebäude stehe derzeit nicht zur Verfügung, heißt es. Und weiter: „Man muss zunächst prüfen, ob die bestehenden Räumlichkeiten für die jeweilige Nutzung auch tatsächlich ausreichen würden und welche Umbaukosten damit verbunden wären.“ Auch in Sachen Bibliothek müsse erst abgeklärt werden, teilt die Verwaltung mit, „inwieweit die Flächen für die Nutzung einer Bücherei ausreichen würden und ob eine Nutzung im Untergeschoss Sinn macht.“

Musikschulleiter Thomas Köthe zeigt sich indessen aufgeschlossen: Er begrüße „jede Initiative, die zur Lösung der bestehenden Raumproblematik führt“.

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