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Künftiger Wehr-Standort? Ein Arbeitskreis hat den alten Volksfestplatz für einen Neubau empfohlen.

Nun muss der Murnauer Gemeinderat entscheiden

Arbeitskreis plädiert für neuen Feuerwehr-Standort

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Die Empfehlung fiel einstimmig aus: Der Arbeitskreis, der sich mit dem künftigen Standort des Murnauer Feuerwehr-Gerätehauses befasste, hat sich für einen Umzug auf den alten Volksfestplatz ausgesprochen. Voraussichtlich noch im Juli wird der Gemeinderat einen Beschluss fällen.

Murnau – Die Verwirklichung eines Murnauer Großprojekts rückt einen Schrittnäher: der Neubau des Gerätehauses der Feuerwehr. Das rund 40 Jahre alte Gebäude der Retter am Viehmarktplatz ist nicht mehr zeitgemäß, zudem benötigen diese mehr Platz. Es muss gebaut werden. In diesem Zug kam die Frage auf: Soll die Wehr an Ort und Stelle bleiben oder auf den alten Volksfestplatz am Rewe-Markt umziehen? Ein Arbeitskreis, der als vorberatendes Gremium aus Vertretern des Gemeinderats, der Verwaltung und der Feuerwehr bestand, hat in einer Sitzung mit dem Architekten Thomas Grubert (Penzberg) – dieser erstellte eine Machbarkeitsstudie und verglich die Varianten – einstimmig für einen Standort-Wechsel plädiert. Es handelt sich dabei um eine Empfehlung an den Gemeinderat, der die Entscheidung fällen muss. Die Beratung soll voraussichtlich in der Juli-Sitzung erfolgen. Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) findet, man sei es den ehrenamtlichen Kräften „schuldig“, dass das Feuerwehrhaus den aktuellen Arbeitsstättenrichtlinien entspreche und die Anforderungen an das moderne Arbeitsgerät erfülle. „Wir haben gelernt, dass die Umsetzung dieser Anforderungen am Viehmarktplatz kaum erfüllbar sind, auch wenn es allen Beteiligten nicht leicht fällt, sich von diesem Standort zu trennen.“

Wehr-Kommandant Florian Krammer, der die Empfehlung mitgetragen hat, bestätigt: „Wir haben alles durchgesprochen und festgestellt, dass es keinen Sinn macht, den alten Standort weiter zu verfolgen.“ Dieser sei „nicht zukunftsfähig, weil er zu wenig Platz bietet und wir zu eingeschränkt sind“. Auf dem alten Volksfestareal sieht Krammer genügend Entwicklungsfläche – auch dann noch, wenn vielleicht in 20 Jahren eine weitere Halle nötig sein sollte. „Und wir können so bauen, wie es die Norm erfordert“, betont er.

Sein Vorgänger auf dem Kommandaten-Posten weiß um diese Tatsache – und doch war Michael Hosp, nun Feuerwehr-Referent des Gemeinderats, lange Zeit „hin und her gerissen“ in dieser wichtigen Frage. Im Arbeitskreis sprach auch er sich letztlich für das gemeindeeigene, ohne die Böschungsbereiche 5500 Quadratmeter große Areal neben dem Rewe-Markt aus, das in seinen Augen „eine kleine Nasenlänge vorne liegt. Die Vorteile des neuen Standorts, der Entwicklungschancen bietet, überwiegen die des alten“, stellt Hosp klar. Für den Viehmarktplatz spricht im Moment vor allem die Lage: „Die Anfahrbarkeit für die Feuerwehrleute ist einer der großen Pluspunkte“ – und ein Nachteil beim alten Volksfestgelände, zumindest bis Murnau über die anvisierte Umgehung verfügt. „Danach ist es umso besser“, sagt Hosp. Der neue Standort bietet ihm zufolge nicht nur den Platz, den die Wehr benötigt, sondern lässt auch eine klare Kalkulation der Zuschusshöhe zu.

Skepsis herrscht bei Krammer und Hosp, was einen gemeinsamen Blaulicht-Campus mit dem BRK am alten Volksfestareal betrifft. Das Rote Kreuz in Murnau hat ähnliche Probleme wie die Wehr: Sein Haus an der Seidlstraße ist in die Jahre gekommen, zudem fehlt es an Platz. Das BRK setzt hier aufs Campus-Modell. Krammer und Hosp befürchten, der Feuerwehr könnte bei dieser Variante auf lange Sicht am neuen Standort wiederum zu wenig Platz für Entwicklungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Die Feuerwehr, sagt Krammer, tendiere zu einer Einzellösung.

Die Rathaus-Verwaltung lässt diese Frage zum aktuellen Zeitpunkt noch offen: „Inwieweit auf dem Standort noch weitere Rettungseinrichtungen untergebracht werden können, ist in einem zweiten Schritt zu klären“, erklärt Jan-Ulrich Bittlinger, zuständig für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Zunächst biete das alte Volksfestgelände angesichts seiner Lage, seiner Anbindung, aber auch durch seine Topografie großes Potenzial.

Spricht sich der Gemeinderat grundsätzlich für diesen Standort aus, macht man sich an die Planungsgrundlagen. Aus Sicht der Verwaltung sei dies die Untersuchung der Altlasten-Thematik, die Erarbeitung der Rahmenbedingungen der Finanzierung und die Abstimmung der mit einer Förderung verbundenen Auflagen, so Bittlinger. Bis das neue Gebäude steht, kann es dauern. Denn: „Mit der Standortentscheidung werden sich viele weitere Überlegungen verbinden“, sagt Bittlinger – etwa wie man für einen Ersatz der entfallenden Stellplätze sorgen könne. „Beim Rathaus-Umbau hat es von den Vorüberlegungen zum Projekt bis zur jetzt anstehenden Fertigstellung sieben Jahre gedauert.“ Einen ähnlichen Zeitrahmen halte man, falls die Finanzierung gesichert ist, „auch für die Neuerrichtung des Feuerwehrhauses für realistisch“.

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