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Gemeinsame Sache machen in St. Nikolaus Art Capella und Brass Joker.

Kirchenkonzert in St. Nikolaus

Ein außergewöhnliches Experiment 

Ein solches Konzert gibt es nicht jeden Tag: Der Chor Art Capella und das Bläserquintett Brass Joker sind jetzt gemeinsam in der Murnauer Pfarrkirche St. Nikolaus aufgetreten.

Murnau – Als der Murnauer Chor Art Capella Mitte der 80er Jahre aus einem Schulchor heraus entstand, soll er dank des Musiklehrers Siegfried Hasler schon damals außergewöhnlich gut gewesen sein. Vor über 20 Jahren kristallisierte sich eine Besetzung heraus, in der der Chor noch heute besteht.

Dass dieser auf hohem Niveau agiert, bewies man bei einem gemeinsamen Konzert mit dem Murnauer Bläserquintett Brass Joker in der Pfarrkirche St. Nikolaus. Beide verbindet eine langjährige Freundschaft. „Schön, dass sie uns bei diesem Experiment begleiten“, freute sich Sängerin und Moderatorin Angela Biermann. Durch die außergewöhnliche Zusammensetzung kamen die Freunde der Chor- und der Blasmusik gleichermaßen auf ihre Kosten. Die Ensembles trugen teils eigene Stücke vor oder präsentierten Arrangements des Chorleiters Manfred Böhm, der hierfür einige Werke umgeschrieben hatte. Mal ersetzten die Bläser begleitend zum Gesang die Orgel, mal mischten sie sich mit autarken Stimmen in den Chorklang. So entstand ein großes Spektrum mit Werken der Renaissance und zeitgenössischen Stücken. Brass Joker setzte zwischen den choralen Gesängen immer wieder Akzente mit beseelenden Stücken aus Renaissance und Barock. Nach den ersten gemeinsamen Klängen des vierstimmigen Ave Maria von Malcolm Archer war klar, wie gut die Ensembles miteinander harmonieren. Hier konnte man bereits ein erstes „göttlich“ in den Kirchenbänken flüstern hören.

Doch das war erst der Anfang. Siebenstimmig arrangiert zeigte sich etwa die Motette Libera nos von John Sheppard, die auf einem gregorianischen Gesang basiert. In dieser von Böhm umgeschriebenen Form handelte es sich um eine Erstaufführung. Langsam tragend waren hier die langen Noten in der Bassstimme gesetzt. Leise beginnend und stetig anschwellend präsentierten die Ensembles sogar zehnstimmig das Ave Maria von Morten Lauridsen. „Diese schwer zu charakterisierende und heitere Komposition vermittelt den Eindruck, dass alle Fragen der Welt schon beantwortet sind“, deutete Biermann.

Besonders intim sangen Art Capella Sleep von Eric Whitacre. Dem meditativen und sogleich aufwühlenden Charakter des Stückes konnte man sich nicht entziehen. Ebener Gesang leitete zunächst die Abendruhe ein, ließ dann durch mehrere Gesangschichten Bilder im Kopf umherschwirren und Dämonen in der Nacht auftauchen, bevor in lang ausklingenden Tönen endlich die Nachtruhe kam. Mit dem Song of Praise von Knut Nystedt boten die Ensembles mit Klanghölzern und Schellen ein würdiges und zugleich fröhliches Finale. Bei dem großen Applaus, den die Künstler ganz zu Recht für ihre Darbietung ernteten, durfte eine Zugabe nicht fehlen. So wurden die Zuhörer verabschiedet mit einem jubelnden Laudate dominum.

Beate Berger

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