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Gefürchtet: der Asiatische Laubholzbockkäfer, ein eingeschleppter Baumschädling.  

Asiatischer Laubholzbockkäfer 2018 in Murnau nicht mehr aufgetaucht

Durchatmen im Kampf gegen gefürchteten Baum-Schädling

Der Kampf gegen den Asiatischen Laubholzbockkäfer (ALB) in Murnau ist nicht zu Ende – doch er zeigt Wirkung. 2018 fanden die Experten im neuralgischen Gebiet weder weitere dieser Insekten noch Hinweise auf einen Befall.

Murnau – Ein erster Verdacht war im Oktober 2016 gemeldet worden – und Experten der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) traten daraufhin sofort in Aktion. Sie rückten mit einem ALB-Spürhund in Murnau aus. Bereits beim ersten Vor-Ort-Termin entdeckten sie eindeutige Zeichen: Der Asiatische Laubholzbockkäfer hatte Murnau erreicht. An mehreren Laubbäumen im Bereich des alten Volksfestplatzes fanden die Spezialisten Ein- und Ausbohrlöcher sowie frische Eiablagen des Käfers. Auf breiter Front lief die Bekämpfung des aus Asien eingeschleppten Schädlings an, der gesunde Bäume befällt. Unter anderem richtete man eine Quarantänezone ein, nahm Fällungen sowie wissenschaftliche Untersuchungen vor und platzierte Lockstofffallen, um dem Käfer Herr zu werden.

Zweieinhalb Jahre später zieht Elke Zahner-Meike von der LfL ein positives Fazit: 2018 sei kein Asiatischer Laubholzbockkäfer im betroffenen Gebiet mehr gefunden worden, auch Befallsmerkmale habe es keine mehr gegeben, erklärt sie in einer Pressemitteilung.

Seit Februar sei die Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) wieder mit einem Zweierteam in Murnau vor Ort, so Zahner-Meike. Der Gebietsbeauftragte Klaus Köhler und sein Stellvertreter Philipp Neumann „führen die intensiven Maßnahmen gegen den ALB weiter“, führt Zahner-Meike aus. Sie betont jedoch: Die getroffenen Regelungen der Allgemeinverfügung gelten – mit einer geringfügigen Anpassung der Quarantänezone in Richtung Norden – nach wie vor. Ihren Worten zufolge blieben 2018 sowohl die Schnittgutkontrollen als auch das Bodenmonitoring sowie die Pheromonfallen ohne Befund. Ergänzt wurden die Vorkehrungen, indem man Fangbäume in der Befallszone pflanzte, Schilder an den Grenzen der Quarantänezone platzierte, Pflanzenpässe für den Transport von Hackschnitzeln erstellte und registrierte Betriebe kontrollierte, die den Pflanzenpass einsetzten. Tatsächlich hielt sich im vergangenen Jahr nicht jeder an die Vorgaben. Es sei „vereinzelt zu Ordnungswidrigkeiten und Verwarnungen“ gekommen, erklärt Zahner-Meike, weil die in der Allgemeinverfügung festgelegten Regeln, vor allem in Bezug auf Brennholz, nicht eingehalten worden seien. Sie untermauert: „Nur eine konsequente Umsetzung aller Maßnahmen kann eine erfolgreiche Ausrottung des Schädlings gewährleisten.“

Vertreter des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Weilheim haben alle Waldflächen 2018 ein- bis viermal durch ein Bodenmonitoring kontrolliert. Weder bei diesen Überprüfungen noch in den Pheromonfallen im Wald tauchten weitere Hinweise auf den ALB auf. Aktuell läuft in Murnau bis Ende März ein sogenanntes Kronenmonitoring im 300-Meter-Bereich der Fokuszone. Kletterfirmen kontrollieren die Wirtsbäume in diesem Gebiet auf ALB-Befallsmerkmale. Zudem erstellte man in der 300- bis 500-Meter-Fokuszone ein vollständiges Baumkataster, welches die Basis für das Kronenmonitoring im Frühjahr bildet. Auch in der diesjährigen Flugsaison des Käfers, die etwa von Juni bis Oktober läuft, werden Fangbäume und Fallen regelmäßig gecheckt. Schnittgutkontrollen ziehen sich übers ganze Jahr.

Weiter ist heuer ein Sammelmonitoring geplant. Dabei handelt es sich um eine großflächige, mehrtägige Bodenüberwachung, die LfL-Mitarbeiter und ALB-Spürhunde gleichzeitig vornehmen. Eine Kletterfirma untersucht den Waldbereich der Fokuszone, zudem werden auch dort wieder Pheromonfallen aufgehängt. Schnittgutkontrollen und Bodenmonitoring laufen ganzjährig auf allen Waldflächen.

Zu einer Informations-Veranstaltung über den Asiatischen Laubholzbockkäfer laden die Marktgemeinde Murnau und die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) für Donnerstag, 25. April, ein. Beginn ist um 19 Uhr im Kultur- und Tagungszentrum. Weitere Informationen zum ALB gibt es auch im Internet – unter anderem unter der Adresse www.lfl.bayern.de/alb

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