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Möglicher Standort für das Wohnheim: der Bahnhofsplatz 3, wo derzeit noch eine ehemalige Bahn-Immobilie steht.

Immobilienkrise in Murnau

Auf Gemeinde-Grundstück: Azubi-Wohnheim statt Bahn-Gebäude

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Murnau sucht einen Ausweg aus der Wohnraumkrise: Neben den bereits angestoßenen Projekten gibt es mittlerweile ein ganzes Bündel weiterer Ideen. Nun kommt ein Vorschlag des ÖDP/Bürgerforums hinzu: ein Wohnheim für Auszubildende und junge Erwachsene.

Murnau – Junge Menschen, die einen Beruf erlernen, müssen häufig mit einem kleinen Gehalt auskommen. Das erschwert die Suche nach einer Unterkunft ungemein – gerade in Orten wie Murnau, wo Wohnen ein Luxus ist. Auch die hiesigen Betriebe leiden unter der Immobilienkrise: Sie haben mitunter große Probleme, in Zeiten des Fachkräftemangels Personal zu finden. Gerade aus der Gastronomie und Hotellerie sind diesbezüglich Klagen zu hören. Zu hohe Mieten können dabei ein handfester Standortnachteil sein.

Hier setzt ein Antrag der Bürgermeisterpartei ÖDP/Bürgerforum an, der in der nächsten Sitzung des Gemeinderats am Donnerstag, 23. Januar, behandelt wird. Mit den beiden bereits gestarteten Wohnbauprojekten an der Adalbert-Stifter-Straße und am Längenfeldweg sowie mit dem geplanten Genossenschaftsmodell auf dem James-Loeb-Areal sei für Familien, Paare und Alleinstehende schon viel auf den Weg gebracht worden, erklärt Gemeinderätin Anna Schlegel-Herz, die das Schreiben verfasst hat. Nachholbedarf hat ihrer Ansicht nach die Gruppe der jungen Erwachsenen und Auszubildenden, die erstmalig eigenen Wohnraum benötigen, aber nichts Bezahlbares finden. „Die tun sich schwer“, sagt Schlegel-Herz. Aus diesem Grund plädieren sie und ihre Fraktionskollegen für den Bau eines Wohnheims auf einem gemeindeeigenen Grundstück. Die Verwaltung soll, darauf zielt der Antrag ab, nach geeigneten Flächen Ausschau halten und prüfen, welche Fördertöpfe angezapft werden können. Vielleicht kommt – wie beim Längenfeldweg-Vorhaben – ein Programm des Freistaats zum Tragen, das üppige Zuschüsse und zinsgünstige Darlehen bietet.

Die Ortspolitikerin hat auch schon einen möglichen Standort ins Auge gefasst: den Bahnhofsplatz 3. „Dieser bietet sich an“, findet Schlegel-Herz – und verweist auf die verkehrstechnisch günstige Lage in der Nähe des Bahnhofs. Auf dem Grund steht noch ein altes, leerstehendes Haus, in dem einst Bahn-Mitarbeiter wohnten. Die Kommune kaufte vor einigen Jahren der Deutschen Bahn die Immobilie ab. Schlegel-Herz spricht sich für einen Abriss und anschließenden Neubau aus. Die Marktgemeinde als Bauherrin könnte dort in ihren Augen etwa acht bis neun kleinere Apartments sowie Gemeinschaftsräume schaffen – und zu vergünstigten Konditionen an Berufseinsteiger vermieten. Schlegel-Herz denkt an eine Kaltmiete von um die sieben Euro pro Quadratmeter.

Das wäre für Murnauer Verhältnisse in der Tat ausgesprochen günstig. Denn im Neubaubereich sind mittlerweile 12 bis 13 Euro üblich. Für die 29 Wohnungen, die die Marktgemeinde am Längenfeldweg errichtet und die demnächst im Zuge eines Bewerbungsverfahrens vergeben werden sollen, hat sich der Gemeinderat kürzlich auf eine gestaffelte, von der Einkommenssituation abhängige Kaltmiete in Höhe von acht, neun und zehn Euro verständigt. Das Gremium folgte damit einem Vorschlag der Verwaltung und verwarf eine Empfehlung des Hauptausschusses, der die Mietpreise jeweils einen Euro niedriger angesetzt hätte.

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