Mitten in Ebersberg: Wohnhaus steht in Flammen - Großeinsatz läuft

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Streitpunkt Postgasse: Die Pläne für eine Neugestaltung sorgen unter den Anliegern für Unruhe. 

Einstimmige Entscheidung im Bauausschuss 

Ausbau der Murnauer Postgasse: Ein Jahr Aufschub

Eigentlich sollte die Postgasse im Herzen Murnaus bereits nächstes Jahr ein neues Gesicht erhalten. Doch nun wird das Bauprojekt auf 2021 verschoben. Der Bauausschuss kam mit dieser Entscheidung den Anliegern entgegen, die große Bedenken haben.

Murnau – Die Murnauer Postgasse soll erst im Frühjahr 2021 ausgebaut werden, und nicht wie ursprünglich vorgesehen 2020. Das Vorhaben hatte bei den Anliegern für Unruhe gesorgt, weil sie durch die neue Gestaltung mit einer durchgehenden Straßendecke ohne Gehsteige Probleme bei Starkregen befürchteten. Nachdem die Eigentümer der anliegenden Gebäude bereits im Dezember 2017 über die Ausbau-Absicht informiert worden waren, konnten sie die vom Architekturbüro Professor Ludwig Schegk entworfenen Planungsentwürfe zu Beginn des Jahres 2018 im Bauamt einsehen. Zusätzlich fand eine Anliegerversammlung statt, bei der die Betroffenen die Gelegenheit hatten, Anregungen und Bedenken zur Planung zu äußern, die daraufhin überarbeitet wurde.

Nun wurde im Bauausschuss, der von Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) geleitet wurde, dem Wunsch, das Bauprojekt aufgrund des zu erwartenden Besucherstroms im Passionsjahr 2020 zu verschieben, entsprochen. Stattdessen soll 2020 die Hagener Leite ausgebaut werden, was erst für 2021 vorgesehen war. „Der vom Architekturbüro vorgelegte Planentwurf passt nicht zu Murnau“, bemängelte die Zweite Bürgermeisterin Dr. Julia Stewens (Freie Wähler) in der Sitzung: „Er gefällt mir überhaupt nicht.“ Ohne große weitere Diskussion entschieden sich die Gremiumsmitglieder mit zehn zu null Stimmen für die Verschiebung des Vorhabens.

Anlieger und ehemaliger CSU-Fraktionschef Wolfgang Köglmayr, der das Sitzungsgeschehen aufmerksam verfolgte, zeigte sich darüber erleichtert. „Ich finde es gut, dass der Bürgermeister die Argumentation der Bürger aufgenommen hat“, sagte der Inhaber des Hotels zur Post und Teilbesitzer des Lenggrieser Hauses im Tagblatt-Gespräch. „Die größte Problematik bei der Planung ist einerseits das Oberflächenwasser, aber auch das so genannte Hangwasser, das unter der Oberfläche läuft“, erklärte der Murnauer, der das betroffene Gelände seit frühester Kindheit kennt. „Ich glaube, dass wir mit dem einen Jahr Aufschub die Fragen und Bedenken der Anwohner in aller Ruhe klären können und eine Lösung finden, mit der wir alle vernünftig leben können.“ Voraussetzung dafür sei, dass alle Beteiligten ehrlich miteinander redeten, betonte Köglmayr.

Große Sorgen bereitet auch Heidi Grant, Inhaberin der Anwesen Untermarkt 2 und Postgasse 1, die künftige Führung des Regenwassers. „Früher war die Fahrbahn in der unteren Postgasse asphaltiert. Und es gab hohe Randsteine“, sagte sie. „Seit die Randsteine dort abgebaut wurden, läuft das Wasser jetzt bis an die Häuser heran. Obwohl wir erst kürzlich die Sockel unserer Gebäude neu verputzen ließen, gibt es jetzt schon wieder Abplatzungen.“ Bei Wolkenbrüchen verwandelt sich die Postgasse nach ihren Worten in einen regelrechten Wasserfall. „Der ganze Kies wird aus den Pflasterritzen herausgewaschen, landet in den Gullys und muss von der Gemeinde kostenintensiv wieder aufgesandet werden.“ Zu ihrem Bedauern sehen die von der Marktgemeinde vorgelegten Pläne auch in der oberen Postgasse die Entfernung der Gehsteige vor: „Keiner kann mir eine genaue Prognose geben, was dann mit dem Wasser dort werden soll“, ärgert sie sich. „Die Hausgemeinschaft Postgasse 3 und 5 mit 22 Eigentümern, zu denen ich auch zähle, hat ihre Tiefgarage für einem höheren sechsstelligen Betrag saniert“, so Grant weiter. „Wenn dann die Gehsteige wegfallen, läuft das Wasser vermutlich durch die Kellerschächte wieder in die gerade trockengelegte Garage“, befürchtet sie. Fest steht: Das Kapitel Postgasse ist noch lange nicht abgeschlossen.

Heino Herpen

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