Gut frequentiert: die Reschstraße in Murnau vor der Evangelischen Christuskirche. 
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Gut frequentiert: die Reschstraße in Murnau vor der Evangelischen Christuskirche. 

Start ist um 9 Uhr am Volksfestplatz

„Ausbremst is!“: Fahrrad-Demo am Samstag in Murnau

  • Roland Lory
    vonRoland Lory
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Nach Wallgau, Grainau und Kochel ist am Samstag, 5. September, Murnau an der Reihe. Unter dem bekannten Motto „Ausbremst is!“ demonstrieren Radler für die Verkehrswende im Oberland.

  • Die nächste Aktion des Bündnis „Ausbremst is!“ steht bevor.
  • In Murnau findet am Samstag, 5. September, eine Fahrrad-Demo statt.
  • Kurzzeitige Sperrungen und Umleitungen sind möglich.

Murnau – Petra Daisenberger ist schon klar, dass in Murnau die Ausflügler zuletzt nicht in dem Maß aufgetreten sind wie in anderen Gemeinden der Region. Chaotische Zustände wie zum Beispiel in Grainau gab es in der Staffelsee-Gemeinde nicht. „Wir sind wahrscheinlich in einer komfortableren Lage als andere Orte.“ Doch „Ausbremst is!“ sei eine solidarische Aktion. „Wir wollen zeigen, dass im gesamten Landkreis zu viel Verkehr ist“, betont Daisenberger. Sie ist Veranstalterin der Murnauer „Ausbremst“-Demo am Samstag, 5. September. Als Privatperson, wie sie betont. Daisenberger ist seit Kurzem Sprecherin im Ortsverband der Murnauer Grünen.

Um 9 Uhr geht es los

Für sie ist es das erste Mal, dass sie eine solche Veranstaltung plant und organisiert. „Spannend ist es schon.“ Doch sie ist zuversichtlich. „Wir sind gut aufgestellt.“ Die „Demotour für die Verkehrswende im Oberland“ startet um 9 Uhr in Murnau am Volksfestplatz. Von dort führt die Route über die Reschstraße Richtung Bahnhof.

„Die Nase voll von Blechkolonnen“

Um was geht es dem Bündnis speziell in Murnau? Es setzt sich für den Halbstundentakt auf der zweigleisig ausgebauten Strecke Garmisch-Partenkirchen-München ein, fordert eine bessere Infrastruktur für Fahrradfahrer und Fußgänger, den Abbau von Gefahrenstellen auf Fahrradwegen (zum Beispiel an der Kohlgruberstraße) und will sichere Fahrradstraßen, E-Ladestationen und manches mehr. „Murnau braucht, wie andere Orte am Staffelsee und im Blauen Land, einen neuen sanften Tourismus“, heißt es in einer Pressemitteilung. Erreichbar sei dies durch einen zuverlässigen, gut ausgebauten Personennahverkehr und eine Verkehrsinfrastruktur, in der Fahrradfahrer und Fußgänger Vorfahrt haben. „Wir wollen Zukunft und haben die Nase voll von Blechkolonnen und allen damit verbundenen Nachteilen.“ Daisenberger sagt: „Es ist wirklich wichtig, dass wir was machen. Das geht nur, wenn wir überparteilich rangehen.“ Die Klimakatastrophe werde nicht besser, „wenn wir alle im Auto sitzen“. Der Kreisverband Garmisch-Partenkirchen des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) ist Teil des Bündnisses „Ausbremst is!“ und unterstützt Daisenberger. Die verkehrspolitischen Ziele decken sich.

Rückendeckung von Bürgermeister Rolf Beuting

Der Murnauer Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) befürwortet das Anliegen der Ausbremst-Demos. „Es ist offensichtlich, dass die Schwerpunktsetzung auf den PKW-Verkehr in eine Sackgasse führt.“ Die Ergebnisse dieser Politik könnten an zahlreichen Stellen im Landkreis Garmisch-Partenkirchen betrachtet werden. „Das zeigen die Demonstrationen auch ganz deutlich.“

Gemeinde setzt Radverkehrskonzept schrittweise um

So weit sie zuständig ist, arbeitet die Gemeinde Murnau laut Beuting aktiv daran, alternative Verkehrsmöglichkeiten zu verbessern. „In vielen Bereichen ist der Markt Murnau jedoch von Entscheidungen übergeordneter Behörden abhängig.“ 2017 hatte die Kommune ein Radverkehrskonzept erstellt, „dessen Maßnahmen wir konsequent schrittweise umsetzen“.

Polizei will flexibel agieren

Wegen der Fahrrad-Demonstration kann es am Samstagvormittag in Murnau zu kurzzeitigen Sperrungen und Umleitungen kommen. Die Polizei will die Angelegenheit „relativ flexibel“ handhaben.

Auch interessant: Demo gegen den Verkehrskollaps in Kochel

Bei einer Razzia in Saulgrub konnten die Beamten der Polizeiinspektion Murnau den größten Drogenfund dieses Jahres sicherstellen.

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