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Sehr gefragt: Im Großweiler Kindergarten St. Georg wird im Herbst eine dritte Gruppe gebildet. 

Außergewöhnlich viele Neuanmeldungen

Ansturm auf Großweiler Kindergarten

Ein zentrales und nicht unumstrittenes Thema im Gemeinderat Großweil ist derzeit der gewaltige Schuldenberg. Doch auch in Sachen Kindergarten wird sich das Gremium wegen der vielen Anmeldungen eventuell Gedanken machen müssen.

Großweil – Der Großweiler Gemeinderat hat den Haushaltsplan 2019 mit einem Gesamtvolumen von 6,4 Millionen Euro zwar einstimmig verabschiedet. Doch es nicht alles eitel Sonnenschein. So gibt es Bedenken, dass die Kommune auch nach dem Verkauf landwirtschaftlicher Flächen noch Schulden hat. In diesem Sinne äußerte sich Ratsmitglied Karl Steingruber (Freie Wählergemeinschaft): „Man muss aufpassen.“ Die Gemeinde erwarb für knapp 3,5 Millionen Euro von einer Erbengemeinschaft eine 50 Hektar große Landwirtschaft samt Hofstelle. Die Schulden sind deshalb erheblich. Ende 2019 betragen sie voraussichtlich 3,8 Millionen Euro.

Heuer seien nicht alle Schulden abbaubar, sagte Bürgermeister Manfred Sporer (CSU/Dorfgemeinschaft) und verwies auf Darlehen mit unterschiedlichen Laufzeiten. Außerdem verkaufe die Gemeinde nicht alle diese Grundstücke. Sie will welche als Ausgleichsflächen verwenden. Ende des Jahres werden laut Sporer grob ein Drittel der Areale den Eigentümer gewechselt haben. Für die Hofstelle im Ortsteil Zell gibt es einen Interessenten. Dabei handelt es sich um eine Schreinerei. Die Entscheidung des Gemeinderats steht hierzu noch aus.

Doch nicht nur der Schuldenberg beschäftigt Steingruber, sondern auch der Kindergarten. Denn für diesen gibt es sehr viele Anmeldungen, so dass eine dritte Gruppe gebildet werden muss. Steingruber und Zweiter Bürgermeister Frank Bauer (Freie Wählergemeinschaft) baten per Antrag die Verwaltung, Belegungszahlen für die kommenden Jahre zu eruieren. „Wir wissen, dass dies nur eine Annahme sein kann, doch nur mit der Grundlage von Daten ist es den Gemeinderatsmitgliedern möglich, die richtigen Maßnahmen bei der Erweiterung des Kindergartens zu treffen.“ Geliefert bekamen Steingruber und Bauer aktuelle Geburtenzahlen. Konkrete Daten bezüglich der Belegung seien „ein Ding der Unmöglichkeit“, betonte Sporer gegenüber dem Murnauer Tagblatt. Eine Hochrechnung wäre allerdings denkbar, räumt er ein.

Den Kindergarten besuchen derzeit 53 Zwergerl. 14 wechseln heuer in die Schule. Es gibt 28 Neuanmeldungen für das kommende Kindergartenjahr. „Für Großweil ist das enorm“, sagt Sporer. Wenn über einen längeren Zeitraum mehr Kinder die Einrichtung besuchen, müsse man sich bauliche Maßnahmen überlegen. Steingruber findet hingegen, dass der Gemeinderat sich frühzeitig damit auseinandersetzen muss. „Wir behandeln die Themen erst, wenn sie uns vor die Füße fallen“, beklagt er – und spricht sich dafür aus, „mehr miteinander zu arbeiten als gegeneinander“. Er nennt eine weitere potentielle Baustelle: „Das Freizeitheim gehört eigentlich komplett saniert.“ Steingruber beantragte darüber hinaus, dass ein Sanierungskonzept für die Wasserversorgung erstellt wird. Laut Sporer ist die Verwaltung an eine Firma herangetreten, um ein Angebot einzuholen.

Roland Lory

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