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Hätten Sie ihn erkannt? Das Schwarzweiß-Foto zeigt den CSU-Landtagsabgeordneten Harald Kühn kurz nach seiner Geburt 1963 im Kreißsaal des Murnauer Gemeinde-Krankenhauses – zusammen mit Hebamme Elli Zöpf.

Menschen Helfen werben für Großveranstaltung 

Babyfoto-Aktion zum Kulturknall-Festival

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Das alte Murnauer Gemeinde-Krankenhaus bietet heuer eine außergewöhnliche Kulisse für das Kulturknall-Festival. Die Veranstalter starten im Vorfeld eine witzige Aktion: Sie suchen Babyfotos von Leuten, die in der ehrwürdigen Klinik zur Welt kamen.

Murnau – In Murnaus Ortsgeschichte spielt das ehemalige Gemeinde-Krankenhaus eine besondere Rolle. 1932 konnte die medizinische Einrichtung dank einer großzügigen Spende des US-amerikanischen Bankiers und Mäzens James Loeb (1867 bis 1933), der viele Jahre in der Staffelsee-Gemeinde lebte, erbaut und eingeweiht werden. Bis Ende 1977 – so lange bestand eine Geburtsabteilung – kamen dort viele Mädchen und Buben zur Welt, zuletzt über 100 pro Jahr. „Waschechte“ Murnauer gibt es seitdem nur noch per Hausgeburt.

Das ehrwürdige Gebäude hat neuerdings – nach Jahren des Leerstands – eine ganz andere Funktion. Bekanntlich sind in dem historischen Bau, der jetzt James-Loeb-Haus heißt, die Gemeindeverwaltung und das Innovationsquartier der Kommune untergebracht – ein Zentrum vorwiegend für Firmen und Startups der Kreativbranche. Der Seehauser Verein Menschen Helfen hatte das Anwesen mit dem parkähnlichen Areal schon seit Längerem als Veranstaltungsort für sein jährliches Benefizfestival Kulturknall auf der Wunschliste. Heuer klappt es endlich: An dem Sommerwochenende, 22. und 23. Juli, steigt dort das kunterbunte Musikfest. Erwartet werden bis zu 5000 Besucher. „Das ist für viele Murnauer ein hochemotionaler Ort – der Kreißsaal Murnaus“, sagt der Vorsitzende Dr. Robert Roithmeier über die einstige Klinik. Dies mache den Charme des Standorts aus. „Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren.“

Der Kartenvorverkauf ist bereits gestartet. Die Tickets gibt es in der Geschäftsstelle des Tagblatts, bei Schreibwaren Köglmayr und in der Buchhandlung Gattner. Die Kulturknall-Macher haben sich dazu eine Verlosungsaktion einfallen lassen: Alle, die in dem Krankenhaus geboren wurden, sind aufgerufen, bis zum 16. Juli Babyfotos von sich per E-Mail an Menschen Helfen (info@kulturknall.de) zu schicken. Unter allen Einsendungen werden zehn Gewinner ermittelt, die jeweils ein Einzel- oder Familienticket erhalten. Alle Wonneproppen-Bilder werden zudem ausgedruckt und zum Festival – ohne Namensangaben – ausgestellt.

Einer der ersten, der solch ein Privatfoto zur Verfügung stellte, war der Landtagsabgeordnete Harald Kühn. Der CSU-Mann aus Murnau, der hier von 1996 bis 2002 Rathaus-Chef war, erblickte am 9. Oktober 1963 das Licht der Welt. Auf der alten Aufnahme ist er zusammen mit Hebamme Elli Zoepf zu sehen. Dass er damit ein Murnauer Original ist, sieht der Volksvertreter gewohnt pragmatisch. „Ich habe am wenigsten dazu beigetragen“, sagt er. Die medizinische Versorgung im Ort sei, obwohl das Gemeinde-Krankenhaus längst Geschichte ist, auf Top-Niveau, betont Kühn mit Blick auf die Unfallklinik, die auch das Zentrum für Innere Medizin des Klinikums Garmisch-Partenkirchen beheimatet.

Er habe „fest vor“, sagt der Ex-Landrat, das Kulturknall-Festival zu besuchen. Menschen Helfen stelle „großartige kulturelle und soziale Aktivitäten“ auf die Beine. Das Fest – es ist heuer die 24. Auflage – sei fester Bestandteil des Kulturkalenders.

Das Programm kann sich sehen lassen: Über 20 Bands und Künstlergruppen haben sich für Live-Auftritte auf zwei Bühnen angekündigt – darunter etwa die Well-Brüder aus’m Biermoos und Kofelgschroa. Hinzu kommt ein attraktives Rahmenprogramm. Auch im Gebäude wird einiges geboten: So präsentieren sich die Kreativen des Innovationsquartiers – und es gibt Wissenswertes über die Geschichte des Hauses zu erfahren. Der Erlös kommt wie immer sozialen Projekten zugute.

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