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Heimatverbunden: die Murnauer Gebirgsschützen im vergangenen Jahr beim Patronatstag in Bichl, rechts Hauptmann Georg Mair. 

Großveranstaltung der Gebirgsschützen

Bataillonsfest kommt heuer nach Murnau

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Murnaus Gebirgsschützen fiebern einem Großereignis entgegen: Mitte Juli sind sie Ausrichter des 26. Bataillonsfests. Dazu werden rund 1500 Teilnehmer und mehrere tausend Zuschauer erwartet. Höhepunkt ist ein Festzug durch das Ortszentrum.

Murnau – Die bayerischen Gebirgsschützen haben ihren festen Platz in der Traditionspflege. Ihre Geschichte reicht bis ins Mittelalter zurück, als sich wehrfähige Männer zur Landesverteidigung zusammenschlossen. Heute verstehen sich die Mitglieder als Hüter bayerischer Volkskultur – eine Rolle, die sie mit einem militärischen Auftritt einnehmen. Bei offiziellen Anlässen erfüllen sie zudem häufig Repräsentationsaufgaben. Heimat, Religion und Familie – das sind die Werte, die hochgehalten werden.

Im Freistaat gibt es 47 Kompanien, die wiederum in fünf Gaue beziehungsweise Bataillone unterteilt sind. Das Bataillon Werdenfels ist besonders stark aufgestellt. Es gibt gleich neun Kompanien – und zwar in Garmisch, Partenkirchen, Mittenwald, Eschenlohe, Bad Kohlgrub, Murnau, Ohlstadt, Wallgau und Oberammergau.

Zu den Höhepunkten im Veranstaltungskalender zählen die Bataillonsfeste, die alle zwei Jahre in unterschiedlichen Orten stattfinden. Heuer im Sommer ist Murnau an der Reihe. Das letzte Mal war dies in den 1990er Jahren der Fall. „Wir freuen uns sehr darauf“, sagt Hauptmann Georg Mair. Solche Festlichkeiten stärkten das Miteinander. 2017 hatte Oberammergau zu dem Treffen eingeladen.

Seit dem vergangenen Jahr ist in Murnau ein eigens einberufener Ausschuss mit der Vorbereitung beschäftigt. Inzwischen steht das Programm. Der Termin ist am 13. und 14. Juli – also während der Volksfestzeit. Dies hat den Vorteil, dass das Festzelt genutzt werden kann. Höhepunkte sind ein Abend mit Ehrungen, ein Feldgottesdienst und ein großer Umzug durch den historischen Markt. „Für das Fest erwarten wir circa 1500 Gebirgsschützen und Marketenderinnen, Spielleute und Musikanten“, berichtet Mair.

Eingeladen sind nicht nur die Kameraden aus dem Bataillon Werdenfels, sondern auch Delegationen befreundeter Kompanien. Diese gibt es nicht nur in Bayern, sondern im gesamten Alpenraum, vor allem im benachbarten Tirol. Mair geht davon aus, dass – wenn das Wetter passt – mehrere tausend Schaulustige den farbenprächtigen Umzug verfolgen werden. Jedenfalls wurden schon mal rund 2500 Festzeichen geprägt. Als Schirmherrin konnte Ilse Aigner (CSU), Präsidentin des Bayerischen Landtags, gewonnen werden. Für sie und weitere Ehrengäste wird im Obermarkt eine Tribüne aufgebaut, von der man dann den Umzug gut verfolgen kann.

Die Murnauer Gebirgsschützen, die rund 150 Mitglieder zählen, wurden 1987 wiedergegründet. Ihre Wurzeln gehen ins 18. Jahrhundert zurück, die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1758. Das Vereinsheim ist das rund 200 Jahre alte, aufwändig und mit viel Eigenleistung sanierte Gerberhaus unterhalb der St.-Nikolaus-Kirche. Die Montur der Gebirgsschützen orientiert sich an der alten Murnauer Tracht. Als Waffe dient das historische Gewehr K98, das im Ersten Weltkrieg zum Einsatz kam.

Die Mitglieder rücken regelmäßig zu Feierlichkeiten aus. Dazu zählen neben den besagten Bataillonsfesten auch die Patronatstage und die Alpenregionstreffen. Ein Höhepunkt war 2017 eine Amerika-Reise zusammen mit dem Jugend- und Blasorchester. Die Murnauer marschierten sogar bei der Steubenparade in New York mit. Ein Problem haben die Gebirgsschützen allerdings damit, Nachwuchs zu gewinnen. Das Durchschnittsalter liegt bei um die 60 Jahre.

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