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In Premiumlage: Am Murnauer Seidlpark läuft bereits seit Anfang des Jahres der Rückbau von Teilen des Lux-Gebäudes.

5500 Euro pro Quadratmeter

Bauausschuss: Neue Nobel-Wohnungen am Seidlpark

Von 14 Nobel-Einheiten sind bereits fast alle verkauft. 5500 Euro soll der Quadratmeter kosten. Nur keine Tiefgaragen soll es geben, wegen felsigem Untergrund.

Murnau – Das Thema bezahlbarer Wohnraum dominiert seit einigen Monaten die kommunalpolitische Debatte in Murnau. Ein Projekt, das definitiv nicht in diese Kategorie fällt, ist die Realisierung von 14 Einheiten in Edellage am Seidlpark. Der Rückbau von Teilen des vorhandenen Lux-Gebäudes läuft bereits seit Januar, in Kürze soll es mit der Errichtung der neuen Wohnungen losgehen.

Von den 14 Stück sind nach Angaben von Architektin Angela Pfaffenberger mit einer Ausnahme bereits alle vergeben. „Alle Bauherren kommen aus Murnau und der näheren Umgebung“, sagt sie. Die Größe der Einheiten variiert von 50 bis rund 150 Quadratmeter.

5500 Euro pro Quadratmeter

Die Wohnungen werden in Form einer Baugruppe erstellt. Das bedeutet, dass jeder Käufer beziehungsweise Bauherr einen Grundstücksanteil erwirbt. Damit entstehe eine erhebliche Einsparung bei den Notarkosten, heißt es. Dennoch müssen die künftigen Bewohner kräftig Geld investieren. Pro Quadratmeter sind etwa 5500 Euro zu berappen. Notar und Grunderwerbssteuer seien darin enthalten, sagt Pfaffenberger, deren Bruder Besitzer des Areals ist. „Das ist nicht günstig.“ Allerdings gebe es in Murnau mittlerweile „viel teurere Grundstücke“. Die unverbaubare Fläche am Seidlpark hat eine Gesamtgröße von rund 5000 Quadratmeter.

Rolle rückwärts bei den Stellplätzen

Nun rührt sich also endlich etwas an dem historisch bedeutsamen Industriegebäude. Die Kontur bleibt bestehen, ebenso der Stahlbeton-Skelettbau. Im Bauausschuss ging es jetzt nochmals um die Stellplätze. Hier ist eine Rolle rückwärts zu konstatieren. Denn nun sollen doch Carports angelegt werden. Der Grund: Eine Tiefgarage käme zu teuer. Die Antragsteller haben den Boden untersuchen lassen und dabei festgestellt, dass sich unter dem Gelände ein Felsrücken befindet. Eine Tiefgarage wäre „mit erheblichen technischen und wirtschaftlichen Aufwendungen verbunden“, hieß es im Bauausschuss. Pfaffenberger drückt es so aus: „Das wäre uferlos.“ Die Mehrkosten hätte jeder Käufer mittragen müssen. Zur Erinnerung: Im Oktober war bekannt geworden, dass eine solche unterirdische Lösung kommen soll. Zuvor waren Carports vorgesehen, die der Bauausschuss im Juni 2016 ablehnte. Nun sollen doch welche kommen. Allerdings werden die Abstellmöglichkeiten anders angeordnet.

Mitte 2018 können die ersten Bewohner einziehen

Johann Scherrer (CSU) fragte, ob die Verwaltung das Bodengutachten gesehen habe. Marktbaumeister Klaus Tworek verneinte, betonte aber, dass er dem Antragsteller vertraue. „Ich gehe davon aus, dass er das jederzeit vorlegen kann.“ Ernst Ochs (SPD) fand es „sehr bedauerlich, dass die Tiefgarage aus geologischen Gründen nicht möglich ist“.

Das Gremium stimmte der Carport-Lösung am Ende zu. Nun ist das Landratsamt erneut am Zug. Der Umbau wird etwas dauern. Pfaffenberger rechnet damit, dass die Bewohner Mitte 2018 einziehen können.

Roland Lory

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