Dunkle Wolken sind über einem Hochspannungsmast zu sehen.
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Dunkle Wolken sind über einem Hochspannungsmast zu sehen (Symbolfoto).

Netzbetreiber will bis März alles unter Dach und Fach haben

Bayernwerk treibt Erneuerung des Murnauer Umspannwerks voran

  • Roland Lory
    vonRoland Lory
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Das Bayernwerk treibt die Erneuerung des Murnauer Umspannwerks voran. Der Netzbetreiber will bis März alles unter Dach und Fach haben.

  • Nach dem Ende der Verlagerungsdebatte forciert das Bayernwerk das Projekt „Erneuerung des Murnauer Umspannwerks“.
  • Allerdings wird noch eine Einhausung geprüft.
  • Für den Markt Murnau wäre diese Lösung ein kostspieliges Unterfangen.

Murnau – „Es isch, wie es isch, und jetzt isch over.“ Dieser Satz, den Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) im Zusammenhang mit Trumps Niederlage bei den US-Präsidentschaftswahlen formulierte, gilt auch für die Verlagerung des Murnauer Umspannwerks. „Over“, also vorbei ist es mit dem Projekt. Es ist geplatzt.

Verschiedene Gründe für Scheitern

Die Gründe sind unterschiedlich. Grundeigentümer, die sich wehrten, spielen sicher eine Rolle. Der Protest aus Froschhausen auch. Zudem hatte man nicht den Eindruck, dass der gesamte Marktgemeinderat die Verlegung an den Ortsrand wirklich wollte.

Bayernwerk forciert Projekt

„Für uns ist vor allen Dingen wichtig, dass eine Entscheidung getroffen wird und wir die Erneuerung des Umspannwerks vorantreiben können“, sagt Maximilian Zängl, Pressesprecher des Bayernwerks, zum Ende der Murnauer Verlagerungsdebatte. Der Netzbetreiber will ihm zufolge spätestens im März 2021 alles „unter Dach und Fach“ haben, um dann unverzüglich mit der Planung für die Erneuerung des Umspannwerks zu beginnen. Zwei vorhandene Masten werden dabei von 29 auf 36 Meter erhöht, ein dritter kommt hinzu.

Einhausung wird geprüft

Doch es wird noch eine Einhausung am Bestandsstandort an der Dr.-Schalk-Straße geprüft. So beschloss es der Marktgemeinderat mehrheitlich vor Weihnachten. Seitens der Kommune ist Karl Steingruber, Leiter der Gemeindewerke, damit befasst. Er wird sich mit den Planern des Bayernwerks zusammensetzen. „In der Vergangenheit haben wir eine Einhausung am bestehenden Standort bereits andiskutiert“, sagt Zängl. „Wir haben diese Möglichkeit aber nicht weiter verfolgt, da wir uns bislang auf die Prüfung eines neuen Standorts konzentriert hatten.“

3,5 Millionen wären für Murnau fällig

Im Gemeinderat war von 3,5 Millionen Euro die Rede, die den Markt Murnau eine Einhausung des Knotenpunkts an der Dr.-Schalk-Straße kosten würde. Zängl kann aktuell keine belastbare Kostenschätzung nennen. „Ohne Detailprüfung können wir auf Basis vergleichbarer Projekte jedoch abschätzen, dass die genannte Größenordnung in die richtige Richtung geht.“

Ein Umspannwerk in Spatzenhausen?

Dass die Verlegung des Umspannwerks vom Tisch ist, kommentierte ein Nutzer auf merkur.de so: „Oh Mann, viel Luft um nix.“ Was einen anderen Nutzer zu der Bemerkung veranlasste: „Vor allem auch deswegen, weil das Umspannwerk auch in Spatzenhausen gebaut hätte werden können.“ Wäre das theoretisch denkbar? „Überlegungen dazu sind uns bislang nicht bekannt, deshalb können wir hierzu keine Aussagen treffen“, sagt Zängl. „Theoretisch und grundsätzlich ist vieles technisch machbar.“ Aber jeder Platz habe seine eigenen Herausforderungen. „Das sieht man daran, dass wir in den letzten Jahren mehrere Standorte untersucht haben.“ Aufgrund der jeweiligen Kostensituation und mangelnder Akzeptanz konnte jedoch keine alternative Stelle bestimmt werden. „Wir gehen ehrlicherweise davon aus, dass auch jeder weitere Standort an den gleichen Kriterien scheitern wird.“

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