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Dr. Gudrun Ströer sprach vor rund 100 Zuhörern auf der Schongauer Corona-Demo.

100 Besucher

Bei Corona-Demo in Schongau: Kohlgruber Ärztin berichtet von Polizei-Razzia

Zur bereits 13. Demonstration für Freiheit, Grundrechte und Selbstbestimmung haben am Samstag gut 100 Personen auf dem Schongauer Marienplatz demonstriert. Eine Rednerin steht derzeit in den Schlagzeilen.

Schongau Die 68-jährige Dr. Gudrun Ströer , die in Bad Kohlgrub eine Praxis für Energie- und Präventionsenergie betreibt, hatte vergangene Woche Besuch von der Polizei, die sowohl ihre Praxisräume als auch ihre Wohnung durchsucht hatte. Grund: Sie wurde verdächtigt, Atteste an Personen ausgestellt zu haben, die vom Tragen eines Mund- und Nasenschutzes befreien – und zwar gegen eine Spende für die Aktionsgemeinschaft „Leben in Freiheit“.

„Wo seid ihr, ihr Denunzianten?“

Demnach habe sie mit ihren Attesten Mitmenschen unterstützt, die darum gebeten hatten, sagt sie. „Wo seid ihr, ihr Denunzianten?“ Ströer zitierte aus der bayerischen Ärzteordnung, wonach der Arzt nichts über das Wohl des Patienten stellen dürfe. Dann begann sie, aus ihrem mehrblättrigen Manuskript vorzulesen. Sie sprach über eine Hetzjagd und Drohungen. „Ich bin weder ein Antisemit noch eine Reichsbürgerin“ – letzterer Verdacht war aufgekommen, weil sie mit Dr. Uwe Erfurth (73) zusammenlebt, der zuletzt vor allem durch seine Aktivitäten als Kopf der Murnauer Corona- Demos und nach polizeilicher Einschätzung als vermeintlicher Anhänger der Reichsbürgerbewegung aufgefallen war.

Ärztin spricht von Rufschädigung

Ströer referierte über die Aktion der Polizei und den damit verbundenen Einzelheiten. „Hier wollte man ein Exempel statuieren“, ist sich die Ärztin sicher. Man wolle Menschen dazu bringen, nicht aufzumucken, sowie deren Rückgrat brechen und ihren Ruf schädigen. Morgens um acht seien acht schwer bewaffnete Polizisten in ihre Praxis eingedrungen, berichtete sie. Die Beamten hätten alles beschlagnahmt, auch ihren Rechner mit den ausgestellten Attesten. Ebenso sei das Spendenkonto abgefragt worden. In Markus Söders Bayern werde Recht gebeugt. Innenminister Joachim Hermanns Bußgeldkatalog mit seinen Auflagen sehe nach einer Diktatur aus.

Rolf Kron, Arzt aus Kaufering, bezeichnete sich bei seinem Vortrag als „Gesundheits-Messias und Impfaufklärer“. Für ihn ist Corona eine harmlose Schnupfenkrankheit, die Maske hält der Arzt für unsinnig und gesundheitsschädlich. Einzig eine ABC-Maske könnte Schutz bieten. Die Mund-Nasen-Masken machten krank und wirkten schädlich auf die Psyche. Kron bedauerte, „dass es Ärzte leider nicht nötig haben mit uns auf die Straße zu gehen“.

Andreas Grimm aus Burggen hatte diesmal die Veranstaltung organisiert. Er sehe im Maskenzwang einen verordneten Ausnahmezustand, das sei eine Beeinträchtigung der Freiheit. Grimm bat die Demo-Teilnehmer aber auch des Öfteren, den 1,5-Meter Abstand einzuhalten. 

Walter Kindlmann

Lesen Sie auch: Die Polizei-Razzia in Bad Kohlgrub und die erste Corona-Demo in Schongau Anfang Mai 

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