+
So sehen Sieger aus: Beste Floristin mit dem besten Strauß. Johanna Bocksberger freut sich sichtlich über dieses Ergebnis.

Sie macht ihren Beruf mit Herzblut

Die beste Floristin Oberbayerns lernte in Murnauer Betrieb

Die Liebe zu Blumen wurde ihr quasi in die Wiege gelegt. Doch um Oberbayerns beste Floristin zu werden, gehört noch viel mehr dazu, wie Johanna Bocksberger aus Obersöchering weiß. Die 18-Jährige erzielte bei der praktischen Abschlussprüfung der Floristen vor der IHK für München und Oberbayern das beste Ergebnis.

Murnau/Obersöchering – Blumen und Pflanzen waren im Leben von Johanna Bocksberger schon immer allgegenwärtig. Schließlich betreiben ihre Eltern die Gärtnerei und Floristik Bocksberger in Obersöchering. „Der Mama hab ich von klein auf beim Gestecke binden zugeschaut“, verrät sie dem Tagblatt. „Und später durfte ich sogar schon im Laden aushelfen“.

Diese jahrelange Erfahrung hat sich während ihrer Ausbildung zur Floristin und bei ihrer Abschlussprüfung ausgezahlt. Die Oberbayerin hatte harte Mitbewerber, 41 Auszubildende stellten sich der Abschlussprüfung am 19. und 20. Juli im Neuen Blumengroßmarkt in München. Die angehenden Floristen mussten einen gebundenen Strauß, ein Gesteck, ein bepflanztes Gefäß, sowie einen Hochzeits-, Tisch-, Raum- oder Trauerschmuck präsentieren. Alle haben bestanden. Aber Bocksbergers Werke stachen mit 99 von 100 Punkten ganz besonders hervor.

„Die Arbeit mit Blumen hat mir schon immer Spaß gemacht“, sagt sie. In der elterlichen Gärtnerei fand sie Inspiration und legte den Grundstein für ihre Ausbildung. „Da hatte ich viele Möglichkeiten mir etwas abzuschauen“. Doch sie wollte sich nicht sofort festlegen und absolvierte verschiedene Praktika, beispielsweise als Goldschmiedin und Laborantin. Aber die kreative Arbeit mit Blumen bereitete ihr die meiste Freude. Im August 2015 begann sie ihre Ausbildung. Nicht etwa im elterlichen Betrieb: „Mir war wichtig woanders hinzugehen, um auch mal etwas Neues kennenzulernen.“ Und so kam die damalige Schülerin zu Blumen Müssig am Rathaus (Untermarkt 11) in Murnau. „Die haben mich super auf die Prüfung vorbereitet“, lobt sie das Unternehmen. Auch ihr Ausbilder Andreas Müssig würdigt die Zeit mit ihr: „Wir alle waren total begeistert von Frau Bocksberger“.

Am Tag der Prüfung selber war sie natürlich aufgeregt. Aber mit ausreichend Improvisationstalent – falls was schief geht – und der richtigen Portion Glück, meisterte sie die gestellten Aufgaben. „Man muss scho’ mit Herzblut dabei sein, sonst kimmt nix Gscheites bei raus“, sagt die sympathische junge Frau mit bayrischer Mundart.

Bundesweit kämpft ihr Berufsstand mit zurückgehenden Bewerbern. 2006 traten insgesamt 2520 Azubis eine Floristenlehre an, 2016 waren es nur noch 1084 – weniger als die Hälfte. In Oberbayern sieht es ähnlich aus. In den Landkreisen Garmisch-Partenkirchen und Weilheim-Schongau gibt es derzeit acht Ausbildungsbetriebe mit neun Azubis.

Auch Bocksberger orientiert sich um, aber den Pflanzen bleibt sie treu. Im September beginnt sie eine Gärtnerlehre im Allgäu. „Ich möchte mich einfach etwas breiter aufstellen“, nennt sie ihre Beweggründe. Eine Aufgabe, die sie bestimmt genau so gut meistern wird. Aber erst mal geht es in den wohlverdienten Urlaub.

Christopher Schüttler

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Mittenwalder Asylbewerberheim evakuiert
 Gasgeruch hat am Weidenweg einen Einsatz ausgelöst. 38 Bewohner musste die Flüchtlingsunterkunft verlassen. Doch der Grund für den Gestank war nicht der vermutete. 
Mittenwalder Asylbewerberheim evakuiert
Wankfestival: 1700 Tickets werden noch verkauft
Die Besucher wird‘s freuen: Das Bergfestival am Wank kann im Freien stattfinden. Die Wetterprognosen fallen gut aus. 
Wankfestival: 1700 Tickets werden noch verkauft
Café Alpenblick auf Zukunftskurs
Die junge Generation packt an, krempelt ein wenig die Räumlichkeiten um: Während erste Arbeiten schon beendet sind, hat die Familie Holzer noch viel mit dem Gebäude vor. 
Café Alpenblick auf Zukunftskurs
Partenkirchner Festwoche: Retro-Abende füllen das Zelt
Und schon sind sie wieder vorbei. Zehn Tage Festzelt am Schützenhaus. Die Bilanz ist insgesamt positiv. Der Trachtenchef, der Wirt und die Polizei sind zufrieden. Trotz …
Partenkirchner Festwoche: Retro-Abende füllen das Zelt

Kommentare