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Forum für die ältere Generation: Etwa 80 Interessierte erscheinen zur Seniorenbürgerversammlung im Kultur- und Tagungszentrum.

Seniorenbürgerversammlung 

Beuting für Seniorenheim im Murnauer Ortszentrum

Alte Beine brauchen kurze Wege. Diesen Standpunkt vertritt Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum). Er findet: Man muss sich Gedanken machen, wie neue Kapazitäten für Seniorenwohnen im oder am Zentrum geschaffen werden können. Dies betonte der Rathauschef im Rahmen der Seniorenbürgerversammlung.

Murnau – Die Debatte um den Seniorenwohnen Ruhesitz Staffelsee an der Garhöll 1 geht weiter. So schlägt Phillip Zoepf von der Gemeinderatsfraktion Mehr Bewegen in einer Pressemitteilung vor, die Anlage nicht – wie von den Betreibern geplant – in ein 180-Betten-Hotel umzuwandeln, weil eine solche Einrichtung in dieser Größe nicht mit dem Murnauer Tourismusleitbild in Einklang zu bringen sei, sondern in dringend benötigte Betriebswohnungen für die Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik oder die Gastronomiebranche. 

Auch bei der Seniorenbürgerversammlung im Kultur- und Tagungszentrum war der Plan der Betreibergesellschaft ein Thema. „Der Gemeinderat hat sich damit bereits sehr kritisch auseinandergesetzt“, erklärte Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) den rund 80 Zuhörern. Das Verfahren werde länger dauern, prophezeite der Rathauschef, zumal die Gemeindeverwaltung von den Volksvertretern den Auftrag bekommen habe, ein Verträglichkeitsgutachten anzufertigen.

Dann bezog Beuting klar Position: „Unabhängig davon, ob dort ein Hotel hinpasst oder nicht, ist die Garhöll ein schlechter Standort für ein Altenheim. Da hinten ist es völlig abgelegen, und die Senioren und Seniorinnen, die dort wohnen, haben Schwierigkeiten, zu Fuß ins Zentrum zu gelangen. Sie sind auf einen Fahrdienst angewiesen, und das funktioniert auch einigermaßen.“ 

Beuting ließ keinen Zweifel an der Qualität der Einrichtung: Das Seniorenheim werde sehr gut geführt. Aber: „Ein solches Haus gehört ins Ortszentrum, oder nahe ans Ortszentrum heran. Ich glaube, dass wir uns Gedanken machen müssen, wie wir neue Kapazitäten für Seniorenwohnen im oder am Zentrum schaffen können. Alte Beine brauchen kurze Wege.“ In der Diskussionsrunde mit dem Publikum bemängelte eine Zuhörerin, dass auch das „Seehaus“ am Staffelsee, in das die Bewohner des Altenheims an der Garhöll umziehen sollen, ein denkbar schlechter Platz sei: „Sie kommen nicht ins Zentrum, der Weg ist zu steil. Außerdem ist es dort feucht im Winter.“ Des Weiteren stellte der Bürgermeister die drei aktuellen Wohnbauprojekte am Längenfeldweg, der James-Loeb- und der Adalbert-Stifter-Straße mit insgesamt etwa 130 Wohnungen vor, die allesamt auch für Senioren geeignet seien.

Breiten Raum nahmen seine Ausführungen über den Verkehr in der Marktgemeinde ein, der zwischen 2008 und 2018 um 21 Prozent zugenommen hat. Auf wenig Gegenliebe sorgte die Forderung eines Zuhörers, den Verkehr in Murnau mit Einbahnstraßen und der Reduzierung von Parkplätzen zu erschweren. Weitere Wortbeiträge betrafen unter anderem die häufige soziale Isolierung älterer Menschen und die neu gesetzten Sperrpfosten an der Schlossergasse. Auf breite Zustimmung stieß Beutings Ankündigung, dass bald ein Kleinbus den bisherigen, schwach frequentierten Ortsbus ersetzen werde, der per Smartphone-App gerufen werden könne (wir berichteten). 

Der Erste Vorsitzende des Seniorenbeirats, Rainer Paschen, forderte alle Murnauer Bürger auf, den neuen Bus ausgiebig zu testen. Überdies stellte er eine alternative Wohnform für Menschen vor, die in kein Seniorenheim ziehen wollen, jedoch auf Hilfe und Unterstützung angewiesen sind. „Das Konzept basiert auf einer generationenübergreifenden Kooperation, wobei junge und alte Leute unter einem Dach zusammenwohnen und sich wechselseitig helfen – eine echte Win-Win-Situation.“ In München habe sich das Modell bereits bewährt.

Mit dem Seniorenbeirat habe Murnau eine extrem gute Interessensvertretung, schloss Bürgermeister Beuting die Veranstaltung: „Sie sind charmant und penetrant zugleich.“

Heino Herpen

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