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Beuting fürchtet „Mobilfunk-Hotspot“ am Maria-Antonien-Weg - Gemeinderat ändert Regelwerk

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Von: Roland Lory

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Könnte eventuell ein Standort für den Behördenfunk werden: der Wasserhochbehälter am Maria-Antonien-Weg in Murnau.
Könnte eventuell ein Standort für den Behördenfunk werden: der Wasserhochbehälter am Maria-Antonien-Weg in Murnau. © Bartl

Bisher sind am Maria-Antonien-Weg in Murnau keine funktechnischen Anlagen erlaubt. Das ändert sich nun. Der Marktgemeinderat hat dafür den Weg frei gemacht.

Murnau – Um den Mobilfunkstandard 5G ist es in der Region Murnau ziemlich ruhig geworden. Anders sieht es mit dem Behördenfunk aus. Derzeit gibt es einen Interimsstandort an der Kellerstraße. Der Mast ist nicht zu übersehen. Doch der Markt Murnau ist auf der Suche nach einer dauerhaften Lösung. Ein Büro erstellt gerade ein Gutachten. Die Lokalpolitiker befassten sich zudem im Bauausschuss mit einem Antrag von Lorenz Brey (CSU) und Simon Pittrich (ÖDP/Bürgerforum). Der Vorstoß zielt darauf ab, auch am Maria-Antonien-Weg Antennenanlagen zuzulassen. Laut Bebauungsplan dürfen dort nämlich aktuell keine errichtet werden. Der Bauausschuss stimmte dem Antrag zu. Nun kam das Thema im Marktgemeinderat auf den Tisch. Das Gremium schloss sich dem Votum des Ausschusses mit den Gegenstimmen von Bürgermeister Rolf Beuting, Wolfgang Küpper und Stefan Lechner (alle ÖDP/Bürgerforum) an.

Letzterer meldete sich als Erster zu Wort. „Veränderungen sollten zum Positiven sein“, findet er. Im vorliegenden Fall sieht er dies nicht als gegeben an. Lechner geht davon aus, dass der Wasserhochbehälter am Maria-Antonien-Weg der beste Platz ist. „Wenn der Standort als geeignet erachtet wird, werden Bürger dagegen vorgehen“, prognostizierte er. Damit drohe ein „jahrelanges Hin und Her“.

„Fatales Signal“

Brey fände es hingegen ein „fatales Signal“ nach außen, wenn die Gemeinde aus Sorge, dass ein Rechtsstreit kommen könnte, einen Bebauungsplan nicht ändern würde. „Uns geht es um die Gleichberechtigung“, bekräftigte der CSU-Vertreter. Im Übrigen sei das Ergebnis des Gutachtens noch gar nicht bekannt. „Wir tun immer so, als ob der Mast da hinkommt.“ Also an den Maria-Antonien-Weg.

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Dr. Josef Raab (Grüne) fragte sich, ob mit einer Bebauungsplanänderung lediglich die Möglichkeit für den Behördenfunk geschaffen wird oder dort dann jede andere Form von Funk installiert werden kann. „Wird dafür das Tor geöffnet?“ Dieser Gedanke beschäftigt auch Beuting. Er befürchtet, dass der Maria-Antonien-Weg „ein Mobilfunk-Hotspot“ werden könnte. „Andere Anbieter werden merken: Mobilfunk ist zulässig.“ Beuting hofft, dass sich Standorte finden, die nicht im Wohngebiet liegen. Grünen-Rat Raab wäre darüber hinaus „sehr dran gelegen, emissionstechnische und landschaftsästhetische Aspekte“ zu berücksichtigen. Das Ratsmitglied tut sich schwer mit dem Gedanken, dass „die höchsten Türme an der höchsten Stelle“ platziert werden. Marktbaumeister Klaus Tworek wies darauf hin, dass im Zusammenhang mit dem Gutachten der Landschaftsschutz „erstmal zweitrangig“ sei.

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