+
Große Rede: Bürgermeister Rolf Beuting im Facebook-Video.

Bürgermeister wendet sich per Video-Botschaft an die Bürger

Beuting zu Hallenbad-Streit: Landkreis muss Farbe bekennen

  • schließen

Der Hallenbadstreit spitzt sich zu: Trotz der Abfuhr, die er mit einem Finanzierungsantrag im Kreisausschuss kassierte, beharrt Murnaus Bürgermeister Rolf Beuting auf seinem Standpunkt. Tenor: Zuerst müsse der Landkreis in der Frage einer Kostenbeteiligung Position beziehen.

Murnau – Es geht um richtig viel Geld: Im Raum steht eine Summe von rund zehn Millionen Euro, die ein Schulschwimmbad in Murnau kosten könnte. Nur: Wer soll das bezahlen? Für Murnaus Volksvertreter scheint klar zu sein: Ohne eine üppige Finanzspritze des Landkreises wäre das Mammutprojekt nicht zu schultern. Doch mit seinem Antrag, Landkreisgelder zu erhalten, ging Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) in der Sitzung des Kreisausschusses baden. Er bekam zu hören, dass über einen Zuschuss erst dann abgestimmt werden könne, wenn Murnau seine Hausaufgaben macht und das Hallenbad-Vorhaben beschließt. Vor allem Beutings Erzrivale, Murnaus Altbürgermeister und Vize-Landrat Dr. Michael Rapp (CSU), nutzte die Steilvorlage, um den Ökodemokraten vorzuführen.

Dessen Replik ließ nach einem entsprechenden Tagblatt-Bericht, der in der Wochenendausgabe erschien, nicht lange auf sich warten. Noch am Samstag reagierte der Rathaus-Chef mit einer Stellungnahme – und wählte dafür ein besonderes Format. Er wandte sich per Video-Botschaft auf Facebook an die „lieben Mitbürger“. Am Sonntag wurde dann der Inhalt auch als Pressemitteilung verschickt. In dem Clip präsentiert sich das Gemeinde-Oberhaupt leger mit Hemd und Pullover und hält einmal den Tagblatt-Artikel in die Kamera.

Beuting pocht auf seine Vorgehensweise – und wirft dem Landkreis „taktische Spielchen“ vor. Die zentrale Aussage lautet: „Bevor wir in Murnau eine Entscheidung treffen, muss der Landkreis Farbe bekennen.“ Erst müsse die Finanzierung geklärt werden, betont der ÖDP-Vertreter. Und weiter: „Wie dem Tagblatt vom Wochenende zu entnehmen ist, ist der stellvertretende Landrat und Murnaus Altbürgermeister Dr. Rapp anderer Meinung. Wir können in Murnau aber nicht erst einen Beschluss fassen und dann schauen, womit wir bezahlen. So geht das nicht!“

Beuting begründet seine Position mit dem Umstand, dass der Landkreis für fast zwei Drittel der Murnauer Schüler (Realschule und Staffelsee-Gymnasium) die Finanzverantwortung habe.

Unterstützung erhält er von zwei Mitstreitern im ÖDP/Bürgerforum, Holger Poczka und Stefan Lechner. Die beiden Gemeinderäte nehmen in einem gemeinsamen Leserbrief ans Tagblatt CSU-Kreischef Rapp unter Beschuss. Der ehemalige erste Mann im Murnauer Rathaus, dem Ambitionen für einen Comeback-Versuch nachgesagt werden, sei „getrieben vom parteipolitischen Klein-Klein“ und habe Beuting „in einem berechtigten Anliegen Murnaus bloßgestellt“, wettern Poczka und Lechner. Dabei habe dieser vom Gemeinderat – „einschließlich aller Stimmen der CSU-Fraktion“ – den Auftrag erhalten, eine Beteiligung des Landkreises an den Hallenbad-Kosten auszuloten. „Selbst Sepp Bierling, Rapps Statthalter im Gemeinderat und glühendster Badlobbyist, räumte ein, dass es nur gelingen kann, wenn der Landkreis sich beteiligt.“

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Belgier (66) will Betrug um König Ludwig II. aufdecken 
Die Audienz eines US-amerikanischen Journalisten bei König Ludwig II. vor 131 Jahren soll rein erfunden sein. Der Belgier Luc Roger (66), der seit Jahren in Mittenwald …
Belgier (66) will Betrug um König Ludwig II. aufdecken 
Einbruchserie in Garmisch-Partenkirchen: Wenig Beute, hoher Sachschaden
Die Einbruchserie in Garmisch-Partenkirchen geht weiter. An diesem Wochenende suchten die Täter zwei Cafés und eine Werkstatt am Golfplatz Burgrain heim. Ihre Beute …
Einbruchserie in Garmisch-Partenkirchen: Wenig Beute, hoher Sachschaden
Kein Quorum: Viel Geld für nichts
Das Quorum, das für einen erfolgreichen Bürgerentscheid nötig ist, wurde zwar nicht erreicht, das Signal der Garmisch-Partenkirchner ist aber deutlich: 2946 …
Kein Quorum: Viel Geld für nichts
Grainauer Christkindlmarkt: Wahrlich nichts Alltägliches
Der Grainauer Christkindlmarkt ist jedes Jahr eine Schau. Das Angebot im Musikpavillon lockte am Sonntag bei perfektem Winterwetter zahlreiche Besucher an. Der Erlös …
Grainauer Christkindlmarkt: Wahrlich nichts Alltägliches

Kommentare